Sortenreine Säfte von der Obstkellerei van Nahmen
Säfte von van Nahmen sind sortenreine Direktsäfte aus alten Obstsorten, gekeltert seit 1917 in Hamminkeln am Niederrhein. Vier Sorten führen wir: Bio-Apfelsaft von Streuobstwiesen, Morellenfeuer Kirschsaft, Stromberger Pflaume und Granatapfel. Frucht mit Namen und Herkunft, im Glas wie ein Wein behandelt.
Saft von van Nahmen ist Direktsaft aus einer einzigen Obstsorte, welche man beim Namen nennen kann. Während im Regal meist „Apfel“ steht, steht hier Jakob Lebel, Rote Sternrenette oder Morellenfeuer – Sorten, welche kaum jemand mehr anbaut, weil sie Arbeit machen. Genau die keltert Peter van Nahmen in vierter Generation, sortenrein und schonend gepresst.
Vier Sorten, vier Charaktere
Die Auswahl reicht vom Alltagsklassiker bis zum herben Solisten.
Der Bio Apfelsaft von Streuobstwiesen ist der Liebling für jeden Tag – naturtrüb, feinsüß, aus Äpfeln von bis zu 80 Jahre alten Bäumen. Peter van Nahmen nennt ihn liebevoll seinen Niederrhein-Riesling. Deutlich erwachsener zeigt sich der Morellenfeuer Kirschsaft: rubinrot, beinahe trocken, mit Marzipan und dunkler Frucht.
Dazu kommen die Stromberger Pflaume, ein granatroter Zwetschgensaft aus einer Sorte, welche seit 1790 im Münsterland wächst, und der Granatapfel Direktsaft in Bio – herb, tanninreich, der Rotwein unter den Säften.
Schön ist, dass hier jede Flasche einen Namen trägt, welchen man nachschlagen kann. Die Stromberger Pflaume hat sogar eine geschützte Herkunftsbezeichnung, das Morellenfeuer ist eine Kreuzung aus Ostheimer Weichsel und Frühester der Mark. Solche Sorten findet man im Handel kaum noch – hier stehen sie im Regal, jede mit eigenem Charakter und eigener Geschichte.
Direktsaft, Muttersaft, Nektar — der Unterschied
Drei Begriffe stehen auf den Etiketten, und sie meinen Verschiedenes.
Ein Direktsaft ist der Saft, welcher aus der Presse fließt – gefüllt, wie er ist, ohne Wasserentzug und ohne Rückverdünnung. Ein Muttersaft ist die naturtrübe Urform davon, die erste Pressung in voller Kraft, so wie beim Granatapfel. Ein Nektar dagegen bekommt Wasser und etwas Süße dazu – immer dann, wenn eine Frucht pur zu herb oder zu dickfließend wäre, wie Quitte, Aprikose oder Rhabarber.
Alle vier Säfte dieser Auswahl sind Direktsäfte, drei davon zusätzlich in Bio-Qualität. Wer die samtige Seite sucht, findet sie bei den Nektaren – beides hat seine Stunde, und beides macht van Nahmen mit derselben Sorgfalt.
Streuobstwiese statt Plantage
Der Unterschied beginnt lange vor der Presse, nämlich auf der Wiese.
Hochstämmige Obstbäume tragen weniger als eine moderne Plantage, dafür aromatischer – und zwischen ihnen leben über 5.000 Tier- und Pflanzenarten. Damit sich die Pflege für die Obstbauern lohnt, zahlt van Nahmen seit 1994 gemeinsam mit dem NABU einen Aufpreis für Streuobst. Zweimal im Jahr werden 500 bis 800 junge Bäume nachgepflanzt.
Je später geerntet und je schonender gepresst wird, desto vielschichtiger zeigt sich später das Aroma im Glas. Deshalb wartet die Kelterei ab, presst behutsam und füllt den Saft unverfälscht ab – bei den Kirschen ebenso wie beim Apfel.
Jeder Saft zu seiner Stunde
Diese Säfte gehören ins Stielglas, nicht in den Plastikbecher.
Morgens gehört der Apfelsaft zum Frühstück, im Sommer als Schorle mit sprudelndem Mineralwasser. Der Morellenfeuer und die Stromberger Pflaume begleiten die herzhafte Küche – Ente, Wild und Geschmortes –, und der Granatapfel gibt den herben Apéro oder die Basis fürs Dressing. Serviere sie alle gut gekühlt bei 8 bis 12 Grad.
In der Küche sind diese Säfte ohnehin zu Hause: Der Granatapfel ersetzt den Essig im Wintersalat, die Pflaume rundet dunkle Saucen ab, und mit Zimt und Orangenschale erwärmt wird aus beiden ein alkoholfreier Punsch für kalte Abende. Ein Rest Apfelsaft im Bratapfel schadet auch nie.
Wenn du es samtiger und süßer magst, findest du bei den van Nahmen Nektaren deine Sorte – wer prickelnde Frucht sucht, wird bei den Frucht-Seccos fündig, und die teeherbe Variante warten in den Sparkling Juicy Teas.
Vom Niederrhein auf die Sternekarte
Die Kelterei ist ein Familienbetrieb, welcher 1917 als Apfelkrautfabrik begann.
Heute schenken Sterneköche wie Tim Raue und Joachim Wissler diese Säfte glasweise zum Menü aus, im Restaurant Vendôme stellte eine Master of Wine sogar ein eigenes Saftmenü zusammen. 2025 zeichnete die Deutsche Landwirtschafts-Gesellschaft die Kelterei mit dem Bundesehrenpreis für Fruchtgetränke aus – nachzulesen in der Preisträgerliste der DLG. Alle Achtung.
Die ganze Geschichte der Familie und ihres Sortiments erzählt dir das Hersteller-Portrait von van Nahmen. Probier dich durch die vier Sorten – und finde deinen Saft für den Moment, welcher gerade dran ist.