Deutschland zwischen Brotkorb, Rieslingberg und Brennkessel
Deutschland versammelt bei nur Gutes deutsche Spezialitäten aus allen Himmelsrichtungen. Korn und Obstbrand kommen vom Münsterland bis zum Kaiserstuhl, Riesling und Sekt aus der Pfalz, aus Rheinhessen und von der Saar. Dazu Printen aus Aachen, Pralinen aus Berlin, Messer aus Solingen und Leinentücher aus Hamburg, gemacht von Familien, die ihren Ort auf das Etikett schreiben.
Deutsche Spezialitäten sind bei nur Gutes zuerst einmal eine Landkarte. Das Weinregal reicht von der Pfälzer Mittelhaardt über den Roten Hang bei Nierstein bis zur Saar. Das Regal mit Korn, Gin und Obstbrand spannt sich von Bremen bis zum Schliersee, dazwischen stehen hessischer Ketchup und Aachener Printen. Seit 2002 stellen wir von Nordhorn aus zusammen, was Erzeuger selbst ernten, brennen, backen oder schmieden.
Ein Land, das sein Brot beim Namen nennt
Wer Deutschland kulinarisch verstehen will, fängt beim Brot an, denn kaum ein Lebensmittel erzählt so viel über die Landschaften zwischen Nordsee und Alpen. Das Deutsche Brotinstitut führt in seinem Brotregister über dreitausend eingetragene Brotspezialitäten, vom Pumpernickel bis zur Berliner Schrippe. Seit 2014 steht die deutsche Brotkultur im bundesweiten Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes.
Zum Brot gehört die Wurst als ständige Begleiterin, ob Thüringer Rostbratwurst, Münchner Weißwurst mit süßem Senf oder Pfälzer Saumagen. Wie sehr regionale Spezialitäten die Landkarte zeichnen, zeigt ein Blick auf die Teller. Im Norden kommt Labskaus mit Rollmops und Spiegelei, im Rheinland der Sauerbraten mit Rosinen, in Hessen die Grüne Soße aus sieben Kräutern.
Schwaben füllt Maultaschen, Bayern legt den Schweinsbraten zu Knödel und Krautsalat. Süß wird Deutschland zur Weihnachtszeit, wenn Aachener Printen, Nürnberger Lebkuchen und Dresdner Christstollen ihre geschützten Herkünfte ausspielen. Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen, sagt das Sprichwort, und zwischen Flensburg und Garmisch nimmt man das erfreulich wörtlich.
Riesling vom Schiefer, Sekt aus der Flasche, Korn aus dem Münsterland
Deutsche Weine tragen den Riesling als Aushängeschild, und das mit Recht. Laut Deutschem Weininstitut steht fast jede zweite Rieslingrebe der Welt in einem deutschen Weinberg, verteilt auf dreizehn Anbaugebiete zwischen Ahr und Sachsen. Rheinhessen ist das größte von ihnen, die Pfalz das zweitgrößte, die Hessische Bergstraße das kleinste.
Jedes Gebiet bringt seinen eigenen Boden ins Glas, roten Tonschiefer bei Nierstein, Kalkmergel an der Mittelhaardt, devonischen Schiefer in den Steillagen an Mosel und Saar. Neben dem Riesling wachsen Spätburgunder, Grauburgunder und Silvaner, der in Franken im bauchigen Bocksbeutel steckt. Gebrannt wird, was vor der Tür wächst, Korn im Münsterland, Obstbrand in Baden, Enzian in den Alpen, und das Bier beruft sich bis heute auf das bayerische Reinheitsgebot von 1516.
Bei nur Gutes stehen dafür Steffen und Andreas Rings aus Freinsheim mit Rieslingen und Spätburgundern von Kalkfels und Kalkmergel. Peter und Fritz May führen in Osthofen in siebter Generation ein Weingut von 1815 und arbeiten seit 2007 ökologisch. Die Rieslinge von Dorothee und Hanno Zilliken aus dem Saarburger Rausch reifen in alten Fuderfässern im kühlen Saarkeller.
Den Sekt vertreten Volker Raumland und seine Töchter Katharina und Marie-Luise in Flörsheim-Dalsheim, seit 2020 das erste reine Sektgut im VDP. An der Bergstraße füllen Niko Brandner und Kellermeisterin Rachele Crosara den Sekt von Griesel in Bensheim. Gebrannt wird bei Florian Faude am Kaiserstuhl, bei der Familie Sasse in Schöppingen und seit 1928 bei Lantenhammer am Schliersee.
Ketchup aus Hessen, Printen aus Aachen, Nudeln von der Alb
Ganz oben in dieser Collection steht ausgerechnet ein Ketchup, gekocht von Boris Sauerborn in Muschenheim bei Gießen. Tomatenmark, Rohrzucker und Rotweinessig mit Himbeersaft ergeben eine Sauce, die mild, würzig, scharf oder rauchig ausfällt. Der würzige Ketchup zum heiligen Stein begleitet Bratwurst wie Pommes und hat auf vielen Grilltischen die große Flasche abgelöst.
In Aachen backt Andreas Klein in der Franzstraße Printen nach dem Rezept seines Urgroßvaters Peter, der die Bäckerei 1912 gründete. Drei Zucker, Weizenmehl und Pottasche kommen in den Teig, der zwei Tage ruht. In Andelfingen am Rand der Schwäbischen Alb zieht Brigitte Schaut Frischeinudeln durch Bronzeformen, und ihre Spaghetti brauchen drei Tage zum Trocknen.
Vom Niederrhein kommt der Rhabarbernektar von van Nahmen, den Peter van Nahmen in Hamminkeln in vierter Generation keltert. Uwe und Sabine König kochen in Wiehl im Bergischen Land schwarze Nüsse und Birnensenf ein, Thomas Eckart und Sabine Welz rühren in Berlin Grill- und Currysaucen.
Deutsche Delikatessen kommen außerdem aus Klingenberg am Main, denn das Alte Gewürzamt in Klingenberg am Main verdankt seine Mischungen dem Sternekoch Ingo Holland, der sie ab 2001 komponierte; heute führt sein Sohn Kilian das Haus. Dazu gehören die fränkische Wurst im Glas von Feinkost Faber aus Bad Kissingen und die Nusscremes aus gebrannten Nüssen von Brandgut aus Hamburg.
Solinger Stahl, Hamburger Leinen und ein Weihnachtsmann in Stanniol
Die Messer der Manufaktur Güde in Solingen werden seit 1910 in vierter Generation geschmiedet, die Alpha-Serie aus einem Stück Stahl, mit Griffen aus Fasseiche oder Olivenholz. Wer einmal ein Brotmesser aus dieser Werkstatt geführt hat, schneidet Sauerteigbrot mit nichts anderem mehr. Aus derselben Stadt stammen die Windmühlenmesser von Herder, seit 1872 in Handarbeit gefertigt.
Hamburg stellt die Textilien, denn Anna Upleger und ihr Team von 17;30, seit 2010 in Hamburg zu Hause, bringen Fische, Hirsche und Zitronen auf Geschirrtücher. Bei Frohstoff entstehen seit 2002 handbedruckte Leinentücher mit Hummer und Eukalyptus, die eher an die Wand als an den Haken gehören. Lena und Felix Beyerbach von Eulenschnitt ergänzen Becher mit Sprüchen, die den Morgenkaffee kommentieren.
Für die Küche kommen Edelstahlgrills von Thüros aus Thüringen, Feuerschalen von höfats aus Kempten und Espressomaschinen von ECM aus Heidelberg und Profitec aus Bammental, beide in Handarbeit gebaut.
Zum Einzug bei Freunden gehört deshalb ein Karton mit einem Brotmesser aus Solingen, einem Leinentuch mit Hummer und einem Glas Rhabarbernektar. Im Dezember stellt sich ein Weihnachtsmann in kaminrotem Stanniol dazu, den die Familie Seybold in Riemerling bei München seit 1933 in zweiteilige Formen gießt und von Hand einwickelt. Pralinen von Sawade aus Berlin passen dazu in jede Jackentasche.
Pralinen Unter den Linden und Streuobst an der Saar
In Berlin gründete Ladislaus Ziemkiewicz 1880 mit seinem jüngeren Bruder eine Confiserie Unter den Linden, das Pralinenhandwerk hatte er in Paris gelernt. Schon 1885 durfte das Haus dann das königliche Wappen führen. Heute lassen Melanie und Benno Hübel in der Wittestraße in Reinickendorf weiter von Hand arbeiten, das Marzipan röstet im offenen Kupferkessel. Die Königin Luise Praline holte 2019 Silber bei den Academy of Chocolate Awards.
An der Saar riefen Philipp Stute, Michael Müller und Jana Götz 2018 in Eppelborn Pica Pica ins Leben, weil die ganze Welt Cider trinke. Das Obst stammt von Familien entlang der Viezstraße, verwaiste Wiesen erntet das Team selbst ab, und das Gezwitscher prickelt ohne Gärung. „Die Streuobstwiesen sind der Regenwald Deutschlands", sagt Philipp, und wer die Flasche öffnet, hält sie mit am Leben.
Spargelzeit, Grillsommer, Printenwinter
Deutsche Spezialitäten haben ihren festen Kalender, der im Frühjahr mit Spargel, Weißburgunder und Rhabarberschorle beginnt. Im Sommer wandern Ketchup und Grillsaucen nach draußen, und ein Riesling Kabinett von der Saar mag es auf der Terrasse gern kalt. Im Herbst gehören Zwiebelkuchen und Federweißer zusammen, und Wild verlangt nach Spätburgunder.
Der Winter gehört den Printen aus Aachen, dem Weihnachtsmann aus Riemerling und zu Silvester dem Sekt aus Flörsheim-Dalsheim. Als Geschenk lässt sich Deutschland regional packen, als Pfälzer Paket mit Riesling und Weinessig, als Hamburger Paket mit Wermut und Geschirrtuch, als Berliner mit Pralinen und Eierlikör. Fertig gepackte Vorschläge stehen bei unseren Geschenken, weitere Länder in der Übersicht der Regionen.
Gleich hinter der Grenze geht es weiter, denn in der Collection Österreich stehen Marillen, Paradeiser und Grüner Veltliner. Nordhorn, von wo aus wir das alles verpacken, liegt übrigens auch in Deutschland, am westlichen Rand, wo man die Niederlande schon riechen kann.