Chocolaterie Bruntz, Truffes Fantaisie aus dem Elsass seit 1960
Die Chocolaterie Bruntz ist eine kleine Chocolaterie in Kingersheim bei Mulhouse, 1960 von drei Brüdern gegründet und heute von Quentin Ricou und Laurent Kalis geführt. Sie macht pudrige Kakaotrüffel nach französischer Art, die Truffes Fantaisie, dazu von Hand gegossene Schokoladenfiguren, Dragées und Kougelhopfs aus Kakao, alles im Elsass gefertigt.
Die Chocolaterie Bruntz steht für Kakaokonfekt aus dem Elsass: weiche, in Kakaopulver gewälzte Trüffel, wie sie Frankreich seit den 1930er Jahren als Truffes Fantaisie kennt. Gefertigt wird in Kingersheim, einer Gemeinde nördlich von Mulhouse, seit 1978 in der Rue de l'Industrie und mit gut zehn Leuten. Die Marke, im Netz unter chocolat-bruntz.fr zu Hause, trägt seit 2025 ein lächelndes B im Logo und darunter zwei Worte, welche alles sagen: Depuis 1960.
1960, drei Brüder und eine Chocolaterie bei Mulhouse
Drei Brüder namens Bruntz gründeten 1960 in Kingersheim eine Chocolaterie und legten damit den Grundstein für ein Haus, welches bis heute ihren Familiennamen trägt.
Kingersheim liegt im Süden des Elsass, ein paar Kilometer nördlich von Mulhouse, in einer Gegend, welche eher für Textil und Kali als für Kakao bekannt war. Die Brüder blieben trotzdem, wuchsen aus den ersten Räumen heraus und zogen 1978 in die Rue de l'Industrie, wo bis heute gerührt, geformt und gegossen wird.
1998 verkauften die Gründer an eine Gruppe von Gesellschaftern, 2005 übernahm die Familie Ricou und führte das Haus fast zwanzig Jahre lang. 2024 kam die nächste Übergabe, diesmal an Quentin Ricou, den Sohn eines Chocolatiers und Herrn über die Produktion, und an Laurent Kalis, welcher zuvor zwanzig Jahre lang Feinkost im Großhandel vertrieben hatte. Der eine kennt die Kessel, der andere die Kunden.
Dass ein Elsässer Haus ausgerechnet auf Trüffel setzt, hat mit der Nachbarschaft zu tun. Die Chocolaterie Bruntz liegt keine 40 Kilometer von Basel entfernt und noch näher am Rhein, und in dieser Ecke Frankreichs gehört der Gugelhupf zum Sonntag wie der Kaffee. Seit rund 45 Jahren formt das Haus seine Truffes Fantaisie deshalb auch wie kleine Kougelhopfs, und aus der Idee wurde das Wahrzeichen.
Drei Trüffel, drei Einlagen, ein Kakaopuder
Bei uns findest du von Bruntz drei Sorten Kakaokonfekt, jede mit 16 Trüffeln in der 100-Gramm-Schachtel und jede mit einer anderen Einlage im weichen Kern.
Das Kakaokonfekt mit Haselnuss-Knusper trägt 6 Prozent karamellisierte Haselnusssplitter, welche bis zum letzten Bissen knacken. Das Kakaokonfekt mit gesalzenem Karamell steckt 5 Prozent Karamellstückchen aus Sahne, gesalzener Butter und Meersalz aus Guérande in den Kern, süß und salzig zugleich. Das Kakaokonfekt mit Crêpes Dentelles knistert mit Splittern der hauchdünnen bretonischen Waffel.
Grün, orange, blau, so unterscheiden sich die Schachteln, und alle drei tragen das gestreifte Band und das lächelnde B. Zu Hause in Kingersheim ist das Sortiment größer: Die Kougelhopfs d'Alsace, Trüffel in der Form des elsässischen Gugelhupfs, sind seit rund 45 Jahren das Wahrzeichen des Hauses, dazu kommen Osterhasen und Weihnachtsfiguren aus Schokolade mit reiner Kakaobutter, Dragées und Bonbons.
Die Kougelhopfs gibt es pur, mit Orange, mit Kirsche oder mit Crème brûlée, im Ballotin zu 16 Stück, als Mini-Version in der kleinen Tüte oder in der Geschenkpackung zu 24. Wir haben uns für den Anfang bewusst auf die drei Trüffel in der Schachtel beschränkt, pudrig, cremig, knusprig, weil sie am besten zeigen, was die Chocolaterie Bruntz von anderen Häusern unterscheidet: die Einlage im Kern.
Kopra, Kakaopulver und die Frage, warum es Konfekt heißt
Truffes Fantaisie werden ohne Kakaobutter gemacht, mit pflanzlichem Fett aus Kopra und Palmkern, Zucker, fettarmem Kakaopulver und Molkenpulver, und dürfen deshalb in Deutschland nicht Schokolade heißen, sondern Kakaokonfekt.
Das klingt nach Kleingedrucktem, ist aber der Kern der Sache. Kokosfett schmilzt schon bei rund 24 Grad, deutlich unter der Körpertemperatur, und genau darum zerfällt ein Bruntz-Trüffel im Mund, statt wie eine Praline gekaut zu werden. Der Puder außen ist herb und trocken, der Kern innen weich und süß, und zwischen beiden liegt jener Moment, für welchen man Truffes Fantaisie kauft.
Handarbeit gehört bei Bruntz zum Alltag, gut zehn Menschen rühren, gießen und packen in Kingersheim. „Alle unsere Schokoladenfiguren entstehen vollständig von Hand", so Laurent Kalis über die Hasen und Eier des Hauses. Drei Viertel der Produktion gehen an Feinkostläden, Touristik und regionalen Handel, ein gutes Viertel verkauft die Chocolaterie selbst, im Laden an der Rue de l'Industrie und online.
Bei den gegossenen Figuren arbeitet Bruntz übrigens mit echter Schokolade aus reiner Kakaobutter, bei den Trüffeln ganz bewusst nicht. Die weiche Masse braucht ein Fett, welches bei Zimmertemperatur gerade noch steht und im Mund sofort nachgibt, und das kann Kokosfett besser als Kakaobutter. Zwei Zutatenlisten, zwei Ziele: die Figur soll knacken, der Trüffel soll zerfließen.
Marque Alsace, Alsace Authentique und ein neues Gesicht
Die Chocolaterie Bruntz ist Partner der Marque Alsace, der Dachmarke der Region, und gehört zum Netzwerk Alsace Authentique, in welchem sich 17 elsässische Familienbetriebe zusammengetan haben.
Prämierungen von Wettbewerben findest du bei Bruntz keine an der Wand, dafür etwas Selteneres: eine Chocolaterie, welche seit 1960 Trüffel macht und sich gerade neu erfindet. 2025 bekam das Haus ein neues Logo, ein braunes B mit Augen und einem Lächeln, dazu neue Schachteln in kräftigen Farben und einen aufgefrischten Werksverkauf an der Rue de l'Industrie, in welchem die Nachbarschaft seit jeher einkauft.
„Jeder Kougelhopf aus Schokolade, jede Trüffel, jede Dragée soll die Geschmacksknospen zum Schwingen bringen", wie Quentin Ricou es formuliert. Das ist das Programm der neuen Generation: nicht größer werden, sondern deutlicher. Seit 2024 gehört zur Gruppe auch die Chocolaterie Chocogil in der Haute-Marne, ein Haus mit 15 Mitarbeitern, welches Pralinés und Bonbons für Konditoren fertigt, so dass die beiden Betriebe sich Wissen und Kessel teilen können, ohne dass Kingersheim seinen Namen abgibt. Alle Achtung.
Wir mögen die Karamell-Trüffel zum Espresso
Wenn du Bruntz noch nicht kennst, fang mit dem gesalzenen Karamell an, es zeigt am schönsten, wie ein weicher Kern und ein salziger Schluss zusammenfinden.
Zum Espresso nach dem Essen passt das Karamell, zum Milchkaffee am Sonntag die Crêpes Dentelles, und die Haselnuss ist der Trüffel für die Keksdose im Büro. Alle drei mögen es kühl und trocken, zwischen 15 und 18 Grad, und keiner von ihnen mag den Kühlschrank, dort wird der Puder feucht. Als Mitbringsel funktionieren die bunten Schachteln ohne weiteres Zutun, grün, orange oder blau, je nachdem, wen du besuchst.
Wer die Gattung liebt, probiert die Trüffel aus dem Anjou von Mathez daneben, seit 1934 der Klassiker unter den Truffes Fantaisie, und schmeckt den Unterschied zwischen zwei Häusern und zwei Regionen. Die bretonische Waffel pur gibt es als Crêpe Dentelle von Gavottes, das Karamell in seiner Urform als Caramels au beurre salé aus der Bretagne. Und wenn es mehr sein darf, wartet die ganze Auswahl an Pralinen und Trüffeln. Probier dich durch, am besten mit kühlen Fingern.