Jörg Geigers Cider und Obstschaumwein mit Charakter
Was prägt Cider und Obstschaumwein von Jörg Geiger? Alte Apfel- und Birnensorten geben den Ton an, vom feinherben Cider bis zum gereiften Schaumwein. Die Auswahl umfasst alkoholhaltige und ausdrücklich alkoholfreie Varianten mit jeweils eigener Frucht, Würze und Süße.
Cider und Obstschaumwein versammelt bei der Manufaktur Jörg Geiger vergorene Spezialitäten aus Obst und ausgewählte entalkoholisierte Kompositionen. Zur Familie gehören auch der Apfelperlwein Sommernachtstraum und der auf Traubenwein beruhende Blanc de Blanc alkoholfrei. Die genaue Warenart und Alkoholkennzeichnung unterscheiden die einzelnen Flaschen.
Apfel und Weinbirne erzählen von schwäbischen Wiesen
Schwäbischer Cider verbindet alte Apfelsorten mit herben Weinbirnen, deren Gerbstoffe der saftigen Frucht Kontur geben und sie geschmacklich bis in den Nachhall begleiten. Eine Weinbirne ist dabei eine Birne für die Verarbeitung, und gerade ihre herberen Seiten machen sie für Jörg interessant. Was frisch vom Baum kantig wirken kann, findet im vergorenen Getränk seinen Platz zwischen Säure, Frucht und Würze.
In Schlat entsteht daraus eine breite Familie prickelnder Getränke, zu denen auch die sortenreinen Schaumweine gehören: Auf ihre erste Gärung folgt eine weitere in der Flasche, anschließend bleibt Zeit für die Reifung auf der Hefe. Beim späteren Degorgieren wird die gesammelte Hefe wieder entfernt, deren vorheriger Kontakt mit dem Grundwein erklärt, weshalb neben dem Obst auch an Gebäck erinnernde Noten auftreten können. Cider und flaschenvergorener Obstschaumwein teilen die Herkunft ihrer Früchte; Ausbau und Geschmack führen sie in unterschiedliche Richtungen.
Vom feinherben Cider bis zur duftigen Holunderblüte
Auf dem Gartentisch stehen eine Schale mit Käse und die ersten gefüllten Gläser. Der feinherbe Wiesenobst Cider bringt reife Apfel- und Birnenfrucht, eine dezente Nussigkeit und ein rundes Mundgefühl dazu. Der Schwäbische Cider mild setzt ebenfalls auf Apfel und Birne, zeigt sich aber weicher, saftiger und mit üppiger Frucht; beide Cider enthalten Alkohol.
Blumiger wird es mit dem Apfelperlwein mit Holunderblüte. Für den Sommernachtstraum vergärt Jörg den Saft der spätreifen Apfelsorte Bittenfelder langsam bei niedriger Temperatur. Anschließend ziehen handgezupfte Holunderblüten mehrere Tage im Apfelwein. Die Blüte ist hier also eine Zutat; ihr Duft verbindet sich mit dem Geschmack reifer Äpfel und einer frischen Säure.
Die Cuvée aus Weinbirnen führt Oberösterreicher Weinbirne, Schweizer Wasserbirne und Nägelesbirne zusammen. Kälte begrenzt die Vergärung, sodass ein liebliches, würziges Getränk mit deutlicher Birnenfrucht entsteht. Für eine zurückhaltendere Süße steht die trockene Champagner Bratbirne. Daneben zeigen Grüne Jagdbirne und Hauxapfel, wie verschieden sortenreine Birnen- und Apfelschaumweine ausfallen können.
Alkoholfreie Flaschen besitzen ein eigenes Profil
Beim alkoholfreien Wiesenobst Cider beginnt die Herstellung ebenfalls mit vergorenem Obst. Anschließend entzieht eine Vakuumdestillation den Alkohol. Die Birne bleibt im Duft deutlich erkennbar, während Apfelfrische und eine leicht herbe Note das Geschmacksbild bestimmen. Der alkoholfreie Cider Rosé geht einen anderen Weg in der Mischung: Entalkoholisierter Apfelwein trifft auf entalkoholisierten Wein, Birnensaft, Hopfenauszug, Kräuter und Gewürze. Rote Beerennoten und eine merkliche Bitterkeit prägen ihn.
Eine weitere Facette zeigen gereifte alkoholfreie Kompositionen aus Birne und Traube, wobei die Champagner Bratbirne alkoholfrei auf gereiftem Birnenschaumwein beruht und der Blanc de Blanc auf Wein aus Chardonnay und Colombard. Beide werden nach der Entalkoholisierung fein abgestimmt. Für diese Auswahl ist alkoholfrei deshalb eine wichtige Produktkennzeichnung, deren genaue Bedeutung sich nach der betreffenden Flasche richtet und nicht pauschal mit 0,0 % vol gleichzusetzen ist.
Zum Käse, zum Grillen und zum ersten Glas
Wenn du zwischen den Stilrichtungen wählst, helfen die Speisen oft mehr als die Farbe. Mittelreifer Käse begleitet den feinherben Wiesenobst Cider; Ziegen- oder Schafsfrischkäse mit Salat und Kräutern findet beim milden Cider einen saftigen Gegenpart. Der alkoholfreie Rosé mag Gegrilltes und bringt seine Hopfenherbe auch dann mit, wenn die Speisen kräftiger gewürzt sind.
Zur Cuvée aus Weinbirnen kommen Blauschimmelkäse, Weichkäse mit Birnengelee oder eine Zitronencreme auf den Tisch. Ihre ausgeprägte Frucht und Würze haben dafür genügend Präsenz. Den Sommernachtstraum kannst du zu frischen Früchten oder gebackenen Holunderblüten einschenken. Die Flasche kommt gekühlt auf den Tisch, die Gespräche dürfen länger werden. Für Wiesenobst Cider und Cider Rosé sind 7 bis 8 °C vorgesehen, für Sommernachtstraum und Weinbirnen-Cuvée 8 bis 10 °C.
Vom Sommerabend bis zur winterlichen Käseplatte
Der Name Sommernachtstraum bringt schon ein Bild mit: offene Fenster, Abendlicht und noch ein wenig Zeit, bevor abgeräumt wird. Cider und Birnenschaumwein reichen mit ihren verschiedenen Stilen allerdings weit über diese Jahreszeit hinaus. Eine Käseplatte im Herbst, ein Aperitif vor dem Festessen oder ein kleiner Empfang verlangen jeweils einen anderen Ton. Mal darf die Birne weich und saftig auftreten, mal stehen Gerbstoff und trockener Nachhall weiter vorn.
Wer die Obstsorten weiterverfolgen möchte, findet im Sortiment der Manufaktur auch Brände und Süßweine. Für eine vollständig alkoholfreie Runde führt die Auswahl prickelnder alkoholfreier Getränke zu weiteren Rezepturen. Hier bleibt der gemeinsame Faden das Obst – und wie viel Charakter zwischen Apfel, Birne und einer guten Portion Geduld liegt.