Knipser Gaudenz, ein Pfälzer Rotwein mit Südtiroler Wurzeln
Der Knipser Gaudenz 2023 ist eine trockene Rotwein-Cuvée aus Cabernet Franc, Merlot und Dornfelder vom VDP-Weingut Knipser in Laumersheim, 18 Monate in gebrauchten Barriques gereift. Saftig, feinwürzig, samtig. Kein wuchtiger Holzwein, kein beliebiger Alltagsrotwein, sondern ein Gutswein, welcher zum Wildragout wie zum Vesperbrett passt.
Knipser Gaudenz 2023 ist der Einstieg in die Rotweinwelt des Weinguts Knipser aus Laumersheim in der Pfalz und trägt den Namen eines Vorfahren, welcher im 16. Jahrhundert Stadtbaumeister in Meran war. Eine Rotwein-Cuvée aus drei Rebsorten, trocken ausgebaut, mit reifer Cassis in der Nase und samtigen Tanninen am Gaumen. Lass dich überraschen, wie viel Barrique-Erfahrung in einem Gutswein für den Alltag stecken kann.
Im Glas leuchtet er in dunklem Rubinrot und duftet nach reifer Cassis, Brombeere und saftiger Schwarzkirsche, dahinter ein Hauch Lorbeer und dunkle Schokolade aus 18 Monaten im Holz. Am Gaumen zeigt sich der Gaudenz saftig, feinwürzig, samtig, mit weichem Tannin und einem Abgang, der angenehm lange nachklingt. So schmeckt die Pfalz, wenn die Abende kürzer werden.
Ein Rotwein für Wild, Vesperbrett und Pizza
Der Gaudenz ist ein unkomplizierter und doch anspruchsvoller Rotwein mit mittlerem Körper und weichem Tannin, welcher zu Wildgerichten genauso gut passt wie zur deftigen Pfälzer Vesper.
Dieser Rotwein begleitet Rehragout mit Preiselbeeren, Ente aus dem Ofen und alles, was vom Grill kommt. Genieße ihn zu einer Wildpastete vom Reh mit Steinpilzen auf Bauernbrot, da treffen sich die Waldaromen im Glas und auf dem Teller. Wer es rustikaler mag, schneidet eine toskanische Wildschweinsalami dazu auf, die Cassis-Frucht hält der Würze mühelos stand.
Zum Menü passt er zu geschmortem Rind oder zur Pizza mit Salsiccia, denn er drängt sich nie in den Vordergrund. Ein Knipser Rotwein für Abende, an denen du keinen Anlass brauchst, nur gute Gesellschaft.
Erst der Clarette, dann der Gaudenz
Die Trauben für den Gaudenz wachsen auf Kalkmergelböden rund um Laumersheim, werden von Hand gelesen, entrappt und rund 14 Tage auf der Maische vergoren.
Ein Teil des zuerst abfließenden, hellen Saftes wird abgezogen und zum Clarette Rosé vergoren. Was im Gärbehälter bleibt, hat mehr Schale pro Liter Most und damit mehr Farbe, mehr Frucht, mehr Struktur. Je weniger Saft, desto dichter der Rotwein, so einfach ist die Rechnung.
Nach der Gärung wird schonend abgepresst, danach reift der Gaudenz 18 Monate in gebrauchten Barriques aus französischer Eiche. Gebrauchte Fässer haben ihre kräftigsten Holznoten längst abgegeben, deshalb stützt die Eiche hier, statt zu übertönen. Erst danach kommt der Wein auf die Flasche.
Drei Knipsers, ein Keller seit 1876
Das Weingut Knipser wird seit 1876 in Laumersheim von der Familie geführt, heute von Volker und Werner Knipser und Werners Sohn Stephan, der seit 2005 den Keller mitverantwortet.
Die Wurzeln der Familie liegen in Südtirol. Gaudenz Knipser war im 16. Jahrhundert Stadtbaumeister und Ratsmitglied in Meran, 1582 verlieh Erzherzog Ferdinand in Innsbruck das Familienwappen, welches die Familie bis heute führt. 1615 zog ein Nachfahre in die Pfalz. Der Gaudenz ist also kein Marketingname, sondern ein Familiengruß über vier Jahrhunderte.
Mitte der 1980er Jahre stellten die Brüder Volker und Werner den Betrieb auf Rotwein und Barrique um, damals ein Wagnis. 1993 folgte die Aufnahme in den VDP, später mehrfach der Deutsche Rotweinpreis. „Wir machen Weine und keine großen Worte", so Volker, Werner und Stephan Knipser auf ihrer Webseite. Der Gault&Millau nennt den Gaudenz einen perfekten Gastronomiewein und gibt dem Weingut im Weinguide 2026 fünf von fünf Trauben. Recht haben sie.
Wenn du den Gaudenz magst, probier dich weiter durch die Weine vom Weingut Knipser, vom Blauen Spätburgunder bis zur festlichen Cuvée X.
Genusstipp
Unser Tipp: den Knipser Gaudenz eine halbe Stunde vor dem Essen öffnen und bei 16 bis 18 Grad ins bauchige Rotweinglas geben, dann rücken Cassis und Schwarzkirsche nach vorn. Zur Wildpastete, zum Vesperbrett mit Salami und Bergkäse oder zur Pizza vom Blech ein verlässlicher Begleiter. Geöffnet hält er sich verschlossen im Kühlschrank zwei bis drei Tage. Liegend und dunkel gelagert, hat er die nächsten drei bis fünf Jahre Zeit.
Gaudenz – ein Wein und seine Werte
- Herkunft Wein aus Deutschland
- Anbaugebiet Pfalz
- Rebsorte Cabernet Franc, Merlot und Dornfelder
- Schraubverschluß
- 12.5% vol. Alkohol
- 6.0 g/l Säure
- 0.2 g/l Restzucker