Grauburgunder Osthofen im Holzfass, straff und kraftvoll
Der Grauburgunder Osthofen 2025 vom Weingut Karl May ist ein trockener Bio-Ortswein aus Rheinhessen, spontan im Holzfass vergoren. Kraftvoll und cremig, dabei straffer als die Jahrgänge davor. Kein weicher Schoppen, sondern ein Weißwein mit Statur.
Grauburgunder Osthofen 2025 ist ein trockener Bio-Ortswein vom Weingut Karl May aus dem Wonnegau in Rheinhessen, gewachsen in den ältesten Grauburgunderbergen des Hauses. 6,4 Gramm Säure machen ihn zum straffsten der jüngeren Jahrgänge, 13,5 Prozent Alkohol geben ihm Statur. Ein Wein, welcher am Tisch nicht die zweite Geige spielt, sondern das Essen mitträgt.
Was 6,4 Gramm Säure mit dem Schmelz machen
Der Grauburgunder Osthofen riecht nach reifer Birne und Quitte, nach gerösteter Haselnuss und einem Hauch Brioche aus dem Holzfass.
Am Gaumen kommt zuerst der Schmelz, den man von der Rebsorte kennt, cremig und breit. Dann greift die Säure ein. Mit 6,4 Gramm zieht sie eine Linie durch die Fülle, wo der weiche 2023er mit 4,9 Gramm noch nachgab. Die 1,3 Gramm Restzucker fallen daneben nicht ins Gewicht, der Wein bleibt kompromisslos trocken und endet salzig.
Würzig, nussig, salzig – so trägt der 2025er über den ganzen Schluck. Gib ihm im Glas ein paar Minuten Luft, dann findest du hinter der Frucht den Kalk, welcher dieser Lage ihren Zug gibt.
Ein Weißwein, welcher den Rotwein ersetzt
Bei 10 bis 12 Grad und im großen Glas ersetzt der Grauburgunder Osthofen am Tisch mühelos einen leichten Rotwein. Dafür hat er genug Körper und, in diesem Jahrgang, genug Säure.
Kurzgebratenes vom Schwein mit Pilzen in Sahnesauce steht ihm gut, ebenso Kabeljau mit Nusskruste, Kürbis aus dem Ofen, ein gereifter Bergkäse. Die Säure dieses Jahrgangs kommt auch mit Zitrone und Kapern zurecht, woran ein weicherer Grauburgunder scheitert. Zu kalt serviert verschließt sich der Schmelz, deshalb lieber aus dem Kühlschrank nehmen und zehn Minuten warten.
Wer es runder und umarmender mag, findet das im Grauburgunder Osthofen 2023, dem mildesten der Reihe. Weitere deutsche Weißweine stehen daneben im Regal.
Spontan vergoren, sechs Monate auf der Hefe
Die Trauben stammen aus den ältesten Grauburgunderbergen des Weinguts in den besten Lagen Osthofens, auf tiefgründigem Löß mit Kalkmergel.
Bis zu 40 Jahre alte Reben wurzeln hier tief genug, um auch in trockenen Sommern an Wasser zu kommen. Der Wonnegau zählt zu den wärmsten Ecken Rheinhessens, das schenkt der Rebsorte reife Frucht und Körper, während der Kalk im Untergrund die Säure hält. Beides zusammen ergibt diesen Zug bei gleichzeitiger Fülle.
Im Keller wird der Most spontan in Holzfässern vergoren, ohne zugesetzte Hefe, und ruht danach sechs Monate auf der Feinhefe. Das Holz gibt Kraft und Cremigkeit, die Hefe gibt die Textur, und beide zusammen brauchen dafür ein halbes Jahr. Ein Ortswein entsteht so nicht in einer Saison, sondern über Jahrzehnte im Weinberg.
„Durch die ökologische Bewirtschaftung der Weinberge werden unsere Weine besser", so Peter und Fritz May über ihren Weg seit 2007. Seit 1815 führt die Familie das Weingut in siebter Generation, auf rund 35 Hektar zwischen Bechtheim, Westhofen und Osthofen. Mehr steht im Sortiment vom Weingut Karl May. Ein Grauburgunder, welcher Geduld hatte und sie weitergibt.
Grauburgunder Osthofen – ein Wein und seine Werte
- Herkunft Wein aus Deutschland
- Anbaugebiet Rheinhessen
- Ortswein Osthofen
- Weingut Karl May - Peter und Fritz
- Rebsorte Grauburgunder
- Jahrgang 2025
- Deutscher Qualitätswein
- 13,5 % vol. Alkohol
- 6,4 g/l Säure
- 1,3 g/l Restzucker
Bio Kontrollstelle DE-ÖKO-039 – Deutsche Landwirtschaft