Product knowledge

What goes into a bouquet garni, how is heat measured, and why can only a pomace brandy from Italy be called grappa? In our product guide, you will learn what a product consists of, how it is made, and why it is worth using in your kitchen. Directly below are all the entries, starting with the newest; you can find the guides and the entire knowledge section on the Knowledge page.


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Lambrusco
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Perlwein

Warenkunde ist die Lehre von Herkunft, Herstellung und Beschaffenheit von Waren, vor allem von Nahrungs- und Genussmitteln. So knapp steht es im Duden, und so knapp lässt sich sagen, was hier von A bis Z entsteht: eine Lebensmittel-Warenkunde für die Feinkostküche, ein Begriff je Eintrag, geschrieben für den Moment, in dem du ein Glas in der Hand hältst und wissen willst, was darin steckt, wie es entstanden ist und wofür es sich lohnt.

Was bedeutet Warenkunde?

Das Wort hat einen Absender. Johann Beckmann, seit 1770 ordentlicher Professor der Ökonomie in Göttingen, veröffentlichte 1793 in zwei Bänden seine „Vorbereitung zur Waarenkunde“; die Deutsche Biographie nennt ihn den Begründer der wissenschaftlichen Technologie, deren Namen er selbst geprägt hat. Der Gedanke dahinter hat sich seit dem 18. Jahrhundert nicht geändert: Wer weiß, woraus eine Ware besteht und wie sie entsteht, kann sie prüfen, vergleichen und richtig verwenden.

In dieser Warenkunde bekommt deshalb jede Tatsache eine Aufgabe. Sie hilft beim Einkauf, sie nimmt eine Sorge, oder sie sagt voraus, wie etwas gleich schmecken wird. Was nichts mit dem Teller zu tun hat, lassen wir weg. Und weil das Wissen bei uns aus der Küche kommt und dorthin zurück soll, endet fast jeder Eintrag bei Tisch.

Jeder Eintrag ist gleich gebaut. Der erste Satz ist die Definition, so kurz, dass er als Antwort taugt. Dann kommt das Wissen, das schmeckt: woher die Zutat stammt und wie sie gemacht wird, mit den Zahlen, die eine Verordnung oder ein Leitsatz festlegt. Wermut etwa muss zu mindestens drei Vierteln aus Wein und anderen Erzeugnissen der Rebe bestehen, und Grappa darf nur heißen, was aus italienischen Trauben stammt und in Italien gebrannt und abgefüllt wurde. Ein Hersteller kommt mit genau einer Eigenheit vor, die man schmeckt: die kupfernen Brennblasen im Wasserbad bei Marzadro im Trentino, die 25 Zutaten je Sorte, die bei Helmut Wermut von Hand geschält, geschnitten, gemahlen oder gerupft werden. Es folgt ein Prüfstein, mit dem du Qualität selbst erkennst, dann die Verwendung mit Handgriff und Lagerung, und am Ende steht ein Teller. Unter jedem Eintrag stehen die Quellen und das Datum, an dem wir ihn zuletzt geprüft haben.

Ein Prüfstein ist dabei nie eine Zahl allein, sondern etwas, das du selbst nachvollziehen kannst. Die Scoville-Skala etwa geht auf ein Verfahren zurück, das der Pharmazeut Wilbur Scoville 1912 entwickelt hat: Eine Zubereitung wird in Alkohol gelöst und so lange mit Zuckerwasser verdünnt, bis eine Gruppe von fünf Personen keine Schärfe mehr schmeckt. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält die Skala deshalb nur für eine grobe Einschätzung, heute wird der Gehalt an Capsaicinoiden meist analytisch bestimmt. Für die Küche reicht die alte Zahl, wenn man weiß, was sie ist: der Verdünnungsgrad, ab dem der Mund Ruhe gibt. Eine Jalapeño liegt bei 2.500 bis 8.000 Einheiten, eine Chilisauce kann bis zu 865.000 erreichen, und wer das einmal nebeneinander gesehen hat, dosiert anders.

Welcher Eintrag wofür

Die Warenkunde ist nach Begriffen sortiert, die Küche nach Fragen. Diese Tabelle übersetzt zwischen beiden.

Die Frage in der KücheDer EintragDas Regal
Wie scharf wird die Sauce, und woran erkennt man das vorher?Scoville-SkalaChilisaucen
Was kocht im Schmortopf mit und kommt vor dem Servieren wieder heraus?Bouquet garniKräuter
Was bringt Süße, Säure und Würze in einem Löffel auf das Käsebrett?ChutneyChutneys
Was trinkt man vor dem Essen, wenn Gin zu stark ist?WermutWermut
Was kommt nach dem Essen ins kleine Glas, und wie kalt?GrappaGrappa
Was macht das kleine Eichenfass mit dem Wein, der darin reift?BarriqueRotwein
Wie kommen die Perlen in den Sekt, und wie lange liegt er auf der Hefe?SektSekt
Was ist die hauchdünne Salzschicht aus dem Salzgarten, und wofür lohnt sie sich?Fleur de SelFleur de Sel
Welche Vanille ist echt, und woher hat sie ihren Namen?Bourbon-VanilleEchte Vanille
Was steckt in der weichen Haselnussmasse aus dem Piemont?GiandujaNougatschokolade und Gianduja

Braucht die Frage keine Definition, sondern eine Entscheidung, gehört sie in den Ratgeber. Ob Sardine oder Sardelle in die Pasta gehört, entscheidet dort ein ganzer Artikel, mit einer Dose für jeden Fall.

Wie kann ich feststellen, wo ein Produkt hergestellt wurde?

Das Etikett sagt es dir, nur nicht immer dort, wo du zuerst hinschaust. Name und Anschrift auf der Packung gehören dem Unternehmen, das für das Lebensmittel verantwortlich ist, und das kann ein Händler oder Importeur sein, nicht der Betrieb, der gekocht, gepresst oder gebrannt hat. Das Ursprungsland muss nach der EU-Lebensmittelinformationsverordnung nur dann dastehen, wenn du ohne diese Angabe über die wahre Herkunft in die Irre geführt würdest; verpflichtend ist es zum Beispiel bei frischem Fleisch von Schwein, Schaf, Ziege und Geflügel.

Für einige Klassiker der Feinkost gelten eigene Regeln, und die sind eine echte Hilfe. Honig trägt sein Ursprungsland auf dem Glas; stammt er aus mehreren Ländern, stehen sie in absteigender Reihenfolge mit ihrem Gewichtsanteil in Prozent im Hauptsichtfeld. Natives Olivenöl extra und natives Olivenöl müssen eine Ursprungsangabe tragen, also einen geografischen Namen, ein Land oder eine geschützte Bezeichnung, und wurden die Oliven in einem anderen Land geerntet als gepresst, steht auch das dabei.

Bei Lebensmitteln vom Tier, von der Butter bis zum Käse, hilft ein kleines Oval: das Identitätskennzeichen mit Länderkürzel, Zulassungsnummer des Betriebs und der Abkürzung EG. Es sieht aus wie ein Autokennzeichen und verrät, in welchem zugelassenen Betrieb das Produkt zuletzt bearbeitet oder verpackt wurde. Die ursprüngliche Herkunft der Rohware verrät es nicht, das ist seine Grenze.

Am stärksten ist ein Herkunftsversprechen, wenn es im EU-Register eAmbrosia eingetragen ist. Eine geschützte Ursprungsbezeichnung, kurz g.U., bedeutet, dass Erzeugung, Verarbeitung und Zubereitung in der Region stattfinden; bei einer geschützten geografischen Angabe, g.g.A., muss mindestens einer dieser Schritte dort erfolgen. Piment d’Espelette aus dem französischen Baskenland trägt seit 2002 eine solche Ursprungsbezeichnung, und Grappa ist eine geografische Angabe, die italienischen Trauben und italienischen Brennereien vorbehalten bleibt. Bei uns steht darüber hinaus auf jeder Produktseite der Hersteller mit Namen, und unter Hersteller von A bis Z findest du sie alle.

Lesen, was auf dem Etikett steht

Der zweite Prüfstein ist die Zutatenliste, und sie hat eine Regel, die mehr verrät als jedes Versprechen auf der Vorderseite: Die Zutaten stehen in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils, was zuerst kommt, ist am meisten drin. Nur Zutaten unter zwei Prozent dürfen am Ende in beliebiger Reihenfolge stehen. Lies also von vorn. Steht bei einem Chutney die Frucht an erster Stelle und der Zucker dahinter, weißt du, was du kaufst. Bei einem Wermut kann die Liste so kurz sein wie seine Definition, Wein, Zucker, Kräuterauszüge, und genau so kurz darf sie sein.

Manchmal verrät schon die Bezeichnung, was drin sein muss. Konfitüre ist nach der Konfitürenverordnung eine streichfähige Zubereitung aus Zuckerarten, Fruchtmark oder Pülpe und Wasser, und für 1.000 Gramm Konfitüre werden bei den meisten Früchten mindestens 450 Gramm Frucht verwendet. Ein Chutney kommt in dieser Verordnung gar nicht vor; sein Fruchtanteil steht nur dort, wo das Etikett ihn nennt, und genau darum lohnt bei ihm der Blick auf die Zutatenliste doppelt.

Wird eine Zutat im Namen genannt oder auf dem Etikett abgebildet, muss ihr Anteil in Prozent dabeistehen. Deshalb liest du auf einem Marillen-Chutney, wie viel Marille darin ist, und deshalb steht auf einer Dose Sardinen in Olivenöl, wie viel Fisch und wie viel Öl darin sind. Dazu kommt bei Getränken über 1,2 Volumenprozent der Alkoholgehalt, bei Wein, Wermut und Grappa also immer eine Zahl, die dir sagt, wie stark ein Glas ist.

Und wo das Gesetz schweigt, sprechen die Leitsätze des Deutschen Lebensmittelbuchs. Seit 1962 beschreibt eine Kommission aus Lebensmittelüberwachung, Wissenschaft, Verbraucherschaft und Lebensmittelwirtschaft darin, wie Lebensmittel beschaffen sind, die so heißen, wie sie heißen. Rechtsverbindlich sind die Leitsätze nicht, aber sie sagen etwa, wie eine Sardine in die Dose kommt: ausgenommen, ohne Kopf und Schwanz erhitzt, in Öl oder Soße eingelegt und sterilisiert. Wer das einmal gelesen hat, öffnet die nächste Dose anders.

Du musst dafür nicht jedes Etikett studieren. Ein Glas Chutney, ein Stück Bergkäse, dazu Brot: Das ist ein Abendessen, und für das Chutney reicht ein Blick auf die erste Zutat.

Von der Chilisauce bis zum Grappa: die Regale zur Warenkunde

Zu jedem Eintrag gehört ein Regal. Die Schärfe der Chilisaucen und der Chilis von Erich Stekovics erklärt die Scoville-Skala, Kräuter und Gewürze gehören zum Bouquet garni, die Chutneys zum Chutney, Wermut und Grappa zu ihren eigenen Einträgen, und die Sardinen zum Ratgeber. Jeder Eintrag endet mit den Produkten, um die es geht, damit aus dem Lesen ein Kochen wird.

Quellen

Zuletzt geprüft am 16.09.2026