Deutscher Wermut ist Wein mit Wermutkraut
Wermut von deutschen Häusern ist bei nur Gutes weiß, rosé oder rot, von einem Hamburger Haus auf Pfälzer Wein oder vom Kaiserstuhl aus Burgundertrauben. Eine Probierbox zeigt die drei Farben nebeneinander.
Wermut ist ein aromatisierter Wein, zu mindestens 75 % aus Wein und mit einem Aroma, welches aus Artemisia-Arten wie dem Wermutkraut stammt. Er hat mindestens 14,5 % vol und weniger als 22 % vol Alkohol, und ob Zucker oder zusätzlicher Alkohol dazukommen, entscheidet jedes Haus selbst.
Wermut hat Verwandte, vom Wein-Aperitif bis zum Apfelwermutwein
In Turin verband Antonio Benedetto Carpano 1786 Wein mit Zucker, Karamell und rund dreißig Kräutern, weshalb er als Erfinder des modernen Wermuts gilt. Den Namen hat der Wermut vom Kraut, welches ihm das Bittere gibt, und manche Häuser schreiben ihn Vermouth.
Nach europäischem Recht gehört Wermut, dort auch Wermutwein genannt, zu den aromatisierten Weinen, und in dieser Familie steht er neben dem Wein-Aperitif, welcher mit Alkohol versetzt sein muss, aber kein Wermutkraut braucht. Glühwein und Sangría sind entferntere Verwandte, aromatisierte weinhaltige Getränke mit mindestens der Hälfte Wein und weniger Alkohol.
Der Wehmut von Jörg Geiger beginnt dagegen als Apfelwein, und Wein im Sinne des Gesetzes entsteht allein aus Trauben. Nach EU-Recht zählt der Wehmut deshalb nicht zum Wermut, zumal er mit 13 % vol unter dessen Mindestgehalt bleibt. Für Obstwein mit Wermutkraut verlangen die deutschen Leitsätze für weinähnliche Getränke mindestens 12 % vol ohne zugesetztes Wasser, und beim Apfel heißt er Apfelwermutwein, wie ihn auch sein Haus nennt.
Deutscher Wermut vom Kaiserstuhl und aus Hamburg
Florian Faude ist gelernter Winzer und brennt in Bötzingen, und sein Wermut vom Kaiserstuhl ist bei uns der meistgekaufte. Der Wein darin ist restsüß vergoren, behält also etwas Traubensüße, und der fertige Wermut hat 16 % vol Alkohol. Unter mehr als zwölf Gewürzen, Wurzeln und Kräutern nennt Faude das Wermutkraut beim botanischen Namen, Artemisia absinthium.
In Hamburg stehen Markus Weiß und Olina Kladensky hinter Helmut Wermut, und den Wein liefert das Pfälzer Weingut Bergdolt-Reif & Nett, für jede Farbe eine eigene Cuvée. Frische Wiesenkräuter prägen den weißen Wermut, rote Paprika und süße Feige den Rosé-Wermut, reife Brombeere und Lorbeer den roten Wermut. Auf 17 % vol kommen Weiß und Rot, auf 18 % vol der Rosé.
Welcher Wermut passt, zeigen die Farbe und der Abend
Bei nur Gutes steht hinter jeder Farbe von Wermut ein eigener Wein, und wer die Farbe kennt, ahnt schon, wie er schmecken wird. Hellgold und mild-blumig ist der Weiße von Helmut auf Riesling und Müller-Thurgau, granatrot und pikant der Rosé auf Spätburgunder, fast schwarz und herb der Rote auf Dornfelder. Der Wermut vom Kaiserstuhl steht auf Burgundersorten, ist dunkel rotbraun und mit Karamellsirup gerundet, bitter und fruchtsüß in einem.
Den zweiten Hinweis gibt der Abend. Faude und Helmut geben ihren Wermut pur auf Eis ins Glas, Helmut außerdem lang mit Tonic Water oder Ginger Ale. Zum Kennenlernen stecken Weiß, Rosé und Rot als Fläschchen zu 50 ml in einer Probierbox. Größer gibt es 750 ml und vom Kaiserstuhl einen Liter.
Für die Auswahl bei nur Gutes genügt deshalb eine einzige Regel. Die Farbe zeigt den Wein darunter, der Abend entscheidet, ob pur oder lang.
Wermut trinkst du pur, lang mit Tonic oder im Cocktail mit Gin
Für Helmuts Spritz gießt du 5 cl weißen Wermut und 5 bis 10 cl Tonic Water über Eis, dazu kommt eine Zitronenzeste. Zum Rosé gehört frische Paprika ins Glas, den Roten füllst du mit Ginger Ale auf und gibst frische Minze dazu. Ein Fläschchen aus der Probierbox reicht genau für ein Glas, und so beginnt der Abend mit einem Aperitif, bevor der erste Teller auf dem Tisch steht.
Den Wermut vom Kaiserstuhl nimmst du auch für einen Spritz oder für den Cocktail Americano. Aus 6 cl Rosé-Wermut, 3 cl Gin und einer grünen Olive mixt du Helmuts Dirty Pink Martinez.
Eine angebrochene Flasche von Helmut hält sich laut Haus ein Jahr und länger, auch ungekühlt, wobei sich Farbe und Geschmack mit der Zeit etwas verändern können. Stell sie aufrecht, weil ein Griffkorken nie ganz dicht sitzt. Soll es alkoholfrei bleiben, findest du Bitteres mit Wermutkraut bei den Aperitifs ohne Alkohol.
Weiß und Rosé zum Sommer, Rot zum Schmorgericht
Sommerabende gehören dem Weißen und dem Rosé von Helmut, lang über Eis, und den Rosé füllt man auch mit Sekt auf. Im Winter gibt man einen Schuss roten Wermut an geschmortes Rind oder Wild, zum Nachtisch über eine Kugel Vanilleeis.
Zum Verschenken liegt die Probierbox bereit, und gleich nebenan warten die Aperitifs. Wer sich zwischen den Farben nicht entscheiden mag, schenkt alle drei ein und lässt den Abend wählen.