Galvanina aus Rimini und die Bio-Getränke der römischen Quelle
Galvanina ist ein italienisches Getränkehaus aus Rimini in der Emilia-Romagna, das seit Anfang des 20. Jahrhunderts Mineralwasser abfüllt und heute vor allem für biozertifizierte Limonaden, Eistees und Tonics bekannt ist. Namensgeberin ist die Quelle am Colle Paradiso, an der schon die Römer ihre Thermen betrieben.
Galvanina steht für italienische Bio-Getränke aus einer Quelle mit sehr langer Geschichte. Das Haus sitzt in der Via della Torretta in Rimini, füllt an drei Standorten Wasser aus drei eigenen Quellen ab und liefert heute in über fünfzig Länder. Im Register der historischen Unternehmen Italiens ist es mit dem Gründungsjahr 1910 verzeichnet.
Eine Quelle am Colle Paradiso mit römischer Vergangenheit
Am Fuß des Colle Paradiso oberhalb von Rimini liegt die Quelle, welche dem Haus seinen Namen gegeben hat, und dort standen bereits in der Antike römische Thermen. Rimini selbst ist eine römische Gründung, lange bevor es zum bekanntesten Badeort der Adria wurde.
Beim Anlegen der Wasserstollen und bei der Restaurierung des alten Renaissancebrunnens kamen die entsprechenden Funde ans Licht. Auf jener Brunnenanlage aus dem 16. Jahrhundert sitzt auch das Wappen jener Adelsfamilie, welcher die Quelle damals gehörte, und der Überlieferung nach hat kein Geringerer als Giorgio Vasari es entworfen. Wer heute eine Flasche in die Hand nimmt, hält dieses Wappen als Relief im Glas.
Der erste Betrieb entstand zu Beginn des 20. Jahrhunderts als handwerkliche Abfüllung, die ersten Glasflaschen folgten in der ersten Jahrhunderthälfte. Beide Weltkriege zerstörten die Anlagen, beide Male wurde wieder aufgebaut. 1987 gingen Wasser und Getränke erstmals nach Amerika und Kanada, danach in rund fünfzig weitere Länder auf mehreren Kontinenten. Dass ein Haus aus der Provinz Rimini heute in New Yorker Restaurants steht, hat hier seinen Anfang genommen.
Drei Quellen, drei Werke, ein Wasser als Grundlage
Das Haus füllt Wasser aus drei eigenen Quellen ab, und jede davon hat ihren eigenen Charakter.
Die Quelle Galvanina in den Hügeln bei Rimini ist die älteste und liefert das Wasser für die Limonaden. San Giuliano, ebenfalls bei Rimini gelegen, versorgte lange die dortige Bevölkerung. Val di Meti entspringt weiter westlich am Monte Carda auf rund 700 Metern Höhe, dort, wo der Apennin zwischen Umbrien und der Toskana verläuft, und liefert ein besonders natriumarmes Wasser.
Zum Werk in Rimini kam in den 2000er-Jahren ein zweites in Apecchio, ein drittes steht bei San Giuliano. Abgefüllt wird in Glas, in PET und in Dosen, wobei die geprägte Glasflasche das Erkennungszeichen des Hauses geblieben ist und 2011 in Tokio den Good Design Award geholt hat.
Diese Flasche ist niedrig, breitschultrig und trägt das Wappen als Relief, dazu ein schmales Halsetikett statt eines großen Bauchetiketts. Man erkennt sie im Regal auf zwei Meter Entfernung, und sie liegt schwerer in der Hand, als man es von einer Limonadenflasche erwartet. Für die Gastronomie ist genau das ein Argument, denn eine solche Flasche darf auf dem Tisch stehen bleiben.
Von der Limonata bis zum Ginger Beer
Das Sortiment reicht heute weit über das Mineralwasser hinaus und umfasst Limonaden, Eistees, Tonics, Colagetränke und alkoholfreie Aperitivi, alle in biozertifizierter Qualität.
Bei den Limonaden stehen die italienischen Klassiker nebeneinander: die Zitronen Bio-Limonade aus sizilianischen Zitronen, die Aranciata mit zwanzig Prozent Orangensaft, der dunkle Chinotto und die Bergamotte-Limonade aus Kalabrien. Dazu kommen im Herstellerprogramm Blutorange, Mandarine, Granatapfel, Kaktusfeige, Ingwer, Cedrata und die alte Gassosa, jene fast vergessene Zitronenbrause, welche in Italien einmal in jeder Bar stand.
Jede Sorte hat dabei ihren eigenen Zuschnitt. Die Zitrone ist die säuerlichste, die Aranciata die fruchtigste, der Chinotto die bitterste und die Bergamotte die blumigste. Wer sie hintereinander probiert, merkt schnell, dass hier kein Grundsirup mit wechselndem Aroma abgefüllt wird, sondern jede Rezeptur ihren eigenen Weg geht.
Die Teereihe umfasst neben dem Pfirsich-Eistee auch Zitrone, weißen Tee und eine Variante mit Ingwer und Honigaroma. Gebrüht wird dafür ein echter Aufguss aus Darjeeling-Blättern und nicht bloß ein Teearoma eingerührt, was man im Glas an der trockenen Herbe merkt.
Unter den Mixern finden sich mehrere Tonics, darunter das Bio Tonic Water mit Chinarinde, dazu ein Tonic mit gelber Grapefruit, ein mediterranes mit Kräutern sowie Ginger Ale, Ginger Beer und Bitter Lemon. Sie sind der Grund, warum die Marke in vielen Bars steht, denn biozertifizierte Filler sind bis heute selten.
Die jüngste Reihe heißt Mocktail und übersetzt italienische Cocktailklassiker ins Alkoholfreie, mit Spritz, Bellini und Mimosa. Was davon gerade bei uns im Regal steht, siehst du unten im Raster.
Bio als Entscheidung, nicht als Etikett
Seit den 2000er-Jahren hat das Haus seine Getränke konsequent auf biologisch erzeugte Rohstoffe umgestellt, kontrolliert unter der Nummer IT-BIO-008.
Das ist im Erfrischungsgetränke-Regal die Ausnahme und nicht die Regel, denn Limonade lässt sich mit Aroma und Zucker deutlich billiger herstellen als mit zwölf oder zwanzig Prozent Fruchtsaft. Galvanina geht den anderen Weg und nimmt dafür Zutaten in Kauf, die schwanken: Zitronen aus Sizilien, Bergamotten aus Kalabrien, Grapefruits aus dem Mittelmeerraum, Darjeeling-Blätter aus Westbengalen. Wer mit echter Frucht arbeitet, muss jede Ernte neu einstellen, und genau das ist der Preis dieser Entscheidung.
Auch die Farbe kommt aus der Pflanze und nicht aus dem Farbtopf, etwa als schwarzer Karottensaft in der Grapefruitlimonade oder als Färberdistel im Spritz. Wo Fruchtfleisch die Textur trägt, bleibt es in der Flasche, weshalb mehrere Sorten leicht trüb im Glas stehen. Innovation gehöre bei Galvanina zum Tagesgeschäft, heißt es im Haus selbst, und die Mocktail-Reihe ist der jüngste Beleg dafür.
Die Emilia-Romagna, in der das alles entsteht, ist ohnehin eine der großen Genussregionen Italiens. Parmaschinken, Parmigiano, Mortadella, Tortellini und Aceto Balsamico stammen von hier, und die Adriaküste bei Rimini war lange vor dem Tourismus für ihre Küche bekannt. Ein Getränkehaus, das in dieser Nachbarschaft bestehen will, kann sich Nachlässigkeit schlecht leisten.
Ausgezeichnet von Tokio bis New York
Die Getränke des Hauses sammeln seit über einem Jahrzehnt internationale Preise, und zwar quer durch das gesamte Sortiment.
Nach dem Good Design Award 2011 für die Flasche folgte 2014 in London ein Quality Food Award für die Mandarine, 2016 in den USA ein Sofi Award für die Kombination aus Blutorange, schwarzer Karotte und Heidelbeere. 2018 sprach die französische Verbraucherjury der Saveur de l'Année der Zitronenlimonade und dem Ginger Ale ihr Votum zu, 2019 holte das Haus bei den Bellavita Awards in London den Gesamtsieg und drei Sterne.
2021 räumten die Bio-Tonics bei den Tonic and Mixer Masters der Fachzeitschrift The Spirits Business sechs Goldmedaillen ab. Gambero Rosso zählte 2022 den Chinotto zu den besten Italiens und kürte 2023 den weißen Tee zum besten Eistee des Marktes, während der Pfirsich-Eistee auf Platz sieben landete. 2025 gewann die Mocktail-Reihe bei den Italian Food Awards USA in New York, ein Jahr später folgte dort die Pfirsich-Limonade. Alle Achtung.
Wer italienische Limonade in der Glasflasche mag, findet bei uns neben Galvanina auch die Sorten von Lurisia aus dem Piemont, und in der Limonaden-Auswahl stehen sie neben den französischen Klassikern. Alle alkoholfreien Sorten des Hauses laufen außerdem in unseren alkoholfreien Getränken mit.