Tiroler Edle, edle Schokolade vom Grauvieh aus Landeck
Tiroler Edle ist eine kleine Schokoladenmanufaktur der Familie Haag aus Landeck in Tirol. Seit 2001 schöpft Konditormeister Hansjörg Haag hier handgemachte Tafeln aus der gehaltvollen Milch des Tiroler Grauviehs, gefüllt mit Früchten, Bränden und Honig aus den Alpen.
Tiroler Edle steht für handgeschöpfte Schokolade aus einer der ältesten Milchquellen der Alpen, dem Tiroler Grauvieh. Was 2001 als Idee von Therese Fiegl begann, ist heute eine bunte Sammlung von über vierzig Sorten, von fruchtigen Ganachen über Schokolade ohne Zuckerzusatz bis zu schlichten Mottotafeln. Gemacht wird alles von Hand in Landeck, mit guter Milch, sorgfältig ausgewählter Kuvertüre und viel Sinn fürs Detail.
2001, eine Idee aus Milch und Mut
Am Anfang stand Therese Fiegl, eine Tiroler Agrarökonomin, die schon 1997 die Tiroler Bauernkiste gegründet hatte und nun aus der Milch der grauen Kühe etwas ganz Eigenes machen wollte.
Den entscheidenden Hinweis gab der Schnapsbrenner Christoph Kössler, der ihr von einem guten Konditor in Landeck erzählte. So kam 2001 der Kontakt zu Hansjörg Haag zustande, der sein Handwerk zuvor in der Schweiz und in Frankreich gelernt hatte. Die ersten Tafeln waren schnell gemacht, und die Begeisterung war groß. „Genau diese Geschichte wollen wir mit der Grauvieh-Milch erzählen", sagt Therese Fiegl über die Anfänge.
Aus dem kleinen Anfang wurde mit den Jahren eine richtige Manufaktur. Heute steht Hansjörg Haag mit seiner Frau Petra und seinem Sohn Christoph in der Confiserie. Christoph ist gelernter Koch und begeisterter Feinschmecker, und die zweite Generation bringt längst eigene Ideen ein, ohne den Kern der Marke zu verlieren. Man kann sich gut vorstellen, wie in der kleinen Manufaktur ständig neue Kombinationen ausprobiert, verworfen und verfeinert werden, bis eine Sorte reif ist.
Der Name ist Programm: edle Schokolade, von edlem Grauvieh, für edle Genießer, so bringt es die Familie Haag gern auf den Punkt. Was zunächst wie ein Werbespruch klingt, meint sie durchaus ernst, denn hinter jeder Tafel steckt viel Handarbeit und eine bewusste Entscheidung für regionale Zutaten.
Über vierzig Sorten, von fruchtig bis pur
Das Herzstück sind die gefüllten Tafeln, jede in ihrer eigenen Farbe und mit ihrer eigenen Idee. Die Farbe der Papierhülle verrät schon von Weitem, was in ihr steckt.
Es gibt fruchtige Schokoladen-Ganachen wie die Schokolade mit Marille, in der Tiroler Bergmarille und Marillenbrand stecken, oder die dunkle Himbeere. Würzige Kreationen wie die Schokolade mit Whisky bringen einen Tiroler Single Malt in die Tafel. Und dann ist da die Schokolade mit Nougat, die allererste Sorte überhaupt und bis heute ein Klassiker. Nussig, fruchtig, würzig, für fast jeden Geschmack findet sich etwas.
Umhüllt werden die Füllungen mal von einer Milchschokolade mit 39 Prozent Kakao, mal von einer dunklen Edelbitter mit 60 Prozent, je nachdem, ob die Frucht Süße oder Herbe braucht. So bekommt jede Sorte genau die Hülle, die zu ihr passt.
Wer bewusst nascht, greift zur Purissima-Linie, einer Schokolade ohne Zuckerzusatz aus 70 Prozent Kakao, deren Süße allein aus der Milch stammt. Es gibt sie pur, mit Bergkaffee, Blutorange oder Bergminze. Wer es schlicht und persönlich mag, wählt eine der Mottotafeln wie Alles Gute, Danke oder Mit Liebe, die aus reiner Milchschokolade bestehen und eine Botschaft auf der Hülle tragen.
Über die Tafeln hinaus gibt es das Edelkaramell im Glas, ein Milchkaramell zum Löffeln, und immer wieder Sonderstücke wie das Walnussnougat mit Zirbensalz. Zur kalten Jahreszeit kommen die Weihnachtssorten der Oh du Edle Reihe dazu, mit Bratapfel, Orangen-Marzipan und Glühwein. So deckt das Sortiment das ganze Jahr ab, vom sommerlichen Erdbeer-Minz-Einfall bis zur winterlichen Glühwein-Tafel.
Die Milch vom Grauvieh macht den Unterschied
Der Kern der Marke ist die Milch einer sehr alten Rinderrasse, dem Tiroler Grauvieh.
Das Grauvieh lebt seit über 3.000 Jahren in den Tiroler Bergen und ist klein, robust und genügsam. Die Tiere grasen in kleinen Herden auf Almwiesen, 86 Prozent von ihnen ziehen im Sommer hinauf auf die Alm. Diese Milch ist gehaltvoll und aromatisch, und genau das schmeckt man später in Füllung und Schokolade, ein volles Milcharoma, cremig, sahnig, samtig.
Nur noch wenige Bergbauern halten die Rasse, weil sie sich wirtschaftlich kaum rechnet und viel Handarbeit verlangt. Für Therese Fiegl und Hansjörg Haag ist gerade das ein Glücksfall. Ihre Schokolade hilft mit, eine kleinstrukturierte Landwirtschaft und ein Stück Tiroler Kultur zu erhalten, bei den Almbauern genauso wie bei den Kakaobauern. Ein Stück Schokolade wird so zu einem kleinen Beitrag für eine Landschaft, die es sonst schwer hätte.
Jede Tafel wird in kleinen Chargen von Hand geschöpft. Nichts läuft über eine große Maschine, und das merkt man den cremigen Füllungen an. Handwerk heißt hier, dass jemand mit Erfahrung am Herd steht und auf den richtigen Moment achtet, damit ein Karamell weder zu mild noch zu dunkel gerät. Solche Feinheiten entscheiden am Ende darüber, ob eine Tafel nur gut oder wirklich besonders ist.
Guter Kakao und Partner aus der Nachbarschaft
Für die Schokolade selbst arbeitet Hansjörg Haag mit Kuvertüre von Felchlin aus der Schweiz und Domori aus Italien.
Beide Häuser verbürgen die Herkunft der Kakaobohnen und bezahlen ihre Bauern über dem Fairtrade-Preis. Den Kakao dafür hat Haag zum Teil selbst besucht, etwa bei Bauern in Ghana. So weiß er, was in seinen Tafeln steckt, von der Bohne bis zur Milch, und kann für jede Zutat geradestehen. Diese Sorgfalt bei der Auswahl ist kein Marketing, sondern die Grundlage für den klaren, sauberen Geschmack der Tafeln.
Viele Zutaten kommen von Partnern gleich nebenan: der Whisky- und Fruchtbrand vom Edelbrenner Christoph Kössler, der Gebirgshonig vom Nationalpark Kaunergrat, das Zirbensalz von Essenz der Alpen. Handwerklich, ehrlich, bodenständig, so ließe sich die Haltung dahinter zusammenfassen, und mit jeder Sorte wächst ein kleines Netzwerk aus Tiroler Handwerk, das weit über die Confiserie hinausreicht.
Verpackt wird jede Tafel plastikfrei in eine Folie aus Zellulose, deren buntes, klares Design auf Therese Fiegl zurückgeht. So verrät schon die Farbe, welche Füllung sich darunter verbirgt, unten Braun eine Milchschokolade, unten Grau eine Edelbitter. Das begrüßen wir sehr, denn schön und gut gehen hier zusammen.
Womit du am besten anfängst
Wer Tiroler Edle noch nicht kennt, beginnt am schönsten bei den Klassikern. Von dort tastet man sich weiter zu den ungewöhnlicheren Sorten vor, ganz nach Laune und Jahreszeit.
Zum Kaffee schmeckt die kräftige Purissima Maxima Bergkaffee, für den Gabentisch eignen sich die schlichten Mottotafeln, und in der Weihnachtszeit lohnt ein Blick auf die Weihnachtssorten der Oh du Edle Reihe. Wer es außergewöhnlich mag, probiert das Walnussnougat mit Zirbensalz mit seiner harzigen Bergnote.
Magst du dich durch das ganze alpine Sortiment kosten, findest du hier alle Schokoladentafeln auf einen Blick. Und weil Tiroler Edle so viel Wert auf gute Kuvertüre legt, lohnt auch ein Abstecher zu den Ursprungsschokoladen von Domori. Lass dich durch die bunten Papierhüllen überraschen, jede erzählt ihre eigene kleine Geschichte.