Tartuflanghe, die Trüffelfamilie aus Alba
Tartuflanghe ist die piemontesische Trüffelmanufaktur der Familie Montanaro: 1975 von Domenica Bertolusso und Beppe Montanaro gegründet, heute von Stefania und Paolo in zweiter Generation geführt. Spezialität des Hauses ist echter Trüffel in haltbarer Form – in Öl, Salz, Pasta, Butter und Chips.
Tartuflanghe ist eine Trüffelmanufaktur aus Piobesi d'Alba im Piemont, deren Name das Programm verrät: Tartufo plus Langhe, Trüffel plus Heimatregion. Seit 1975 verwandelt die Familie Montanaro frische Trüffel in Spezialitäten fürs ganze Jahr – mit echter Knolle und feinem Aroma, vom preisgekrönten Nudelteig bis zum gefriergetrockneten Trüffelsalz.
Ein Restaurant in Alba, eine Familie, eine Idee
Die Geschichte beginnt 1968 mitten in Alba, der Welthauptstadt des weißen Trüffels: Domenica Bertolusso und Beppe Montanaro verkauften frische schwarze und weiße Trüffel bester Qualität – und führten nebenan ein Restaurant, das der Guide Michelin für seine Pilz- und Trüffelgerichte würdigte. Beppe machte sich einen Namen als Koch und als Trüffelspezialist gleichermaßen.
Aus dem Handel mit dem flüchtigen Schatz wuchs 1975 die eigene Manufaktur: Tartuflanghe, gegründet in Piobesi d'Alba, als Anlaufstelle für alle, die Trüffel nicht nur in der kurzen Herbstsaison genießen wollten. Die Idee war einfach und kühn zugleich – das vergänglichste Produkt der italienischen Küche haltbar machen, ohne seinen Charakter zu opfern.
Heute führen die Kinder Stefania und Paolo Montanaro das Haus in zweiter Generation – mit derselben Mischung aus Handwerkstreue und Erfindungslust, die schon die Eltern auszeichnete. Familienbetrieb ist hier keine Floskel, sondern Arbeitsalltag: Man kennt die Trüffelsucher, die Wälder, die Launen jeder Saison.
Die Landschaft hilft dabei kräftig mit: Die Langhe ist eine der großen Genussregionen Europas – Hügel voller Weinberge und Haselnusshaine, dazwischen Eichenwälder, in deren Wurzelwerk die Trüffel heranreifen. Jeden Herbst pilgern Genießer aus aller Welt zur berühmten Trüffelmesse nach Alba, wo der weiße Trüffel versteigert, gefeiert und beschnuppert wird wie sonst kein Lebensmittel der Welt.
Gesucht wird die Knolle bis heute auf die alte Art: mit Hund, Laterne und jahrzehntelanger Ortskenntnis, oft in den frühen Morgenstunden, wenn der Wald noch still ist. Die Trifulau, wie die piemontesischen Trüffelsucher heißen, hüten ihre Stellen wie Familiengeheimnisse – und liefern ihre Funde an Häuser wie Tartuflanghe, wo aus dem flüchtigen Schatz Genuss fürs ganze Jahr wird.
Die Kunst, das Flüchtige zu bewahren
Trüffel sind Diven: Kaum geerntet, beginnen Duft und Gewicht zu schwinden – was heute betört, ist nächste Woche Erinnerung. Tartuflanghe begegnet dem mit Technik und Geduld: Gefriertrocknung entzieht der Knolle das Wasser, nicht das Aroma. So entstehen Trüffelprodukte, die nach Trüffel schmecken, weil Trüffel drin ist – sichtbar als dunkle Sprenkel, nachlesbar in der Zutatenliste.
Das Haus unterscheidet dabei fein zwischen seinen beiden Stars: Der weiße Trüffel (Tuber magnatum Pico) ist die Ikone Albas – intensiv, knoblauchig-warm, mit Gold aufgewogen. Der schwarze Sommertrüffel (Tuber aestivum) gibt sich zugänglicher – erdig, nussig, alltagstauglich. Für beide gilt die Hausregel: echte Knolle, unterstützt von Aroma – Handwerk statt Abkürzung.
Wie ernst Tartuflanghe diese Regel nimmt, zeigt das Trüffelsalz: 0,3 Prozent gefriergetrockneter Trüffel klingen bescheiden – entsprechen aber 1,5 Prozent frischer Knolle, weil beim Trocknen vor allem Wasser geht. Solche Zahlen stehen bei den Montanaros gut sichtbar auf dem Etikett: Transparenz gehört zum Rezept.
Die Tartufissima und der Preis aus New York
Der größte Coup des Hauses ist eine Nudel: Für die Tartufissima N° 18 arbeiten die Montanaros 7 Prozent echten Sommertrüffel direkt in den Eierteig – nicht als Bestäubung, sondern als Bestandteil. 1992 wurde die Trüffelpasta auf der Fancy Food Show in New York als bestes neues Produkt des Jahres ausgezeichnet und machte Tartuflanghe international berühmt.
Bis heute ist die Tartufissima das Aushängeschild: hauchdünne Tagliolini, in 3 bis 4 Minuten fertig, durchzogen von sichtbaren Trüffelsprenkeln. Butter, Parmesan, fertig – mehr braucht ein Festessen nicht.
Der Preis aus New York war dabei mehr als eine Trophäe: Er bewies, dass piemontesisches Trüffelhandwerk weltweit bestehen kann, wenn es sich treu bleibt. Statt auf der Auszeichnung auszuruhen, entwickelte die Familie ihr Sortiment konsequent weiter – immer nach derselben Logik: Was dem Trüffel dient, kommt ins Programm; was ihn nur verkauft, bleibt draußen.
Sechs Wege, Alba zu schmecken
Das Sortiment bei nur Gutes deckt die ganze Bandbreite der Manufaktur ab: Das Trüffelöl mit weißem Trüffel ist die festliche Essenz fürs Risotto und Carpaccio, das schwarze Trüffelöl sein erdiger Alltagsbruder für Pasta und Ofengemüse.
Zum Würzen aus der Hand gibt es das Trüffelsalz mit weißem Trüffel auf Basis von Guérande-Meersalz und sein schwarzes Pendant – beide mit gefriergetrockneter Knolle, beide perfekt zu Ei, Risotto und Butterbrot. Die Trüffelbutter mit 8 Prozent Sommertrüffel schmilzt über Filet und Gnocchi, und die Trüffelchips Palatine Tartufo adeln jeden Aperitivo.
Unser Tipp für den Einstieg: Salz oder schwarzes Öl für den Alltag, die Tartufissima für den ersten großen Auftritt – und wer einmal das weiße Öl über frischem Risotto erlebt hat, versteht, warum Alba jeden Herbst den Ausnahmezustand feiert.
Trüffelkultur für deine Küche
Wir mögen an Tartuflanghe diese Haltung, die aus jedem Produkt spricht: Der Trüffel ist der Star, alles andere dient ihm. Keine Effekthascherei – stattdessen 50 Jahre Erfahrung darin, das kostbarste Aroma Italiens einzufangen und über die Saison hinaus zu retten.
In der Küche heißt das: kleine Mengen, große Wirkung. Trüffelöl tropfenweise nach dem Kochen, Trüffelsalz als Finale auf den dampfenden Teller, Trüffelbutter löffelweise in heiße Pasta – so entfaltet sich Alba am heimischen Herd, an einem ganz gewöhnlichen Dienstag.
Ein gemeinsames Prinzip eint dabei alle Produkte des Hauses: Hitze ist der Feind, Wärme der Freund. Trüffelaromen wollen nicht mitkochen, sondern auf dem fertigen Gericht aufblühen – deshalb kommt alles aus diesem Sortiment zum Schluss. Wer diese eine Regel beherzigt, kann mit Tartuflanghe schlicht nichts falsch machen, vom ersten Risotto bis zum Festmenü mit drei Gängen.
Und falls du jemandem eine Freude machen willst: Trüffelprodukte sind geborene Geschenke – klein im Format, groß in der Geste, mit einer Geschichte, die sich am Tisch von selbst erzählt. Ein Fläschchen Öl, ein Glas Salz, eine Packung Tartufissima, und das Paket duftet nach Piemont.
Mehr würzende Verwandte findest du in unserer Kategorie Kräuter- & Gewürzsalze. Und falls du das Piemont noch nie geschmeckt hast: Fang mit einer Prise an – der Rest kommt von allein, versprochen!