Castillo de Canena, Spitzen-Olivenöl aus Andalusien
Castillo de Canena ist ein Familiengut in der andalusischen Provinz Jaén, das seit 1780 Oliven anbaut. Heute führen Rosa und Paco Vañó die Marke und keltern aus der Picual-Olive ein vielfach ausgezeichnetes Olivenöl. Grün, kraftvoll und preisgekrönt.
Castillo de Canena steht für spanisches Olivenöl der Spitzenklasse aus dem Süden Andalusiens. Das Familiengut im Tal des oberen Guadalquivir verbindet eine 1780 begonnene Olivenbau-Tradition mit dem Anspruch zweier Geschwister, die ihre Konzernkarrieren gegen das Öl ihrer Familie eintauschten. Das Ergebnis steht in den großen Ölguides.
Im Tal des Guadalquivir seit 1780
Die Wurzeln von Castillo de Canena reichen bis ins Jahr 1780 zurück, als die Familie Vañó in Canena ihre ersten Olivenhaine anlegte.
Den Namen gab die Burg Castillo de Canena, die über dem Ort thront. Die Provinz Jaén ist das Herz des spanischen Olivenanbaus, ein endloses Meer aus silbrig schimmernden Bäumen. Mehr als zwei Jahrhunderte lang war das Gut Olivenbauer unter vielen und gab sein Öl als Fassware in den Handel.
Wer durch Jaén fährt, sieht stundenlang nichts als Olivenbäume bis zum Horizont. In dieser Landschaft ist das Öl kein Beiwerk, sondern Lebensgrundlage und Stolz zugleich, über Generationen weitergegeben. Das Wissen um Boden, Baum und Lese wanderte dabei von einer Hand in die nächste.
Bis Rosa und Paco Vañó 2003 alles auf eine Karte setzten. Beide hatten zuvor Führungsrollen in internationalen Konzernen inne, bei Coca-Cola und der Banco Santander. Sie kehrten zurück, feierten ihre erste eigene Ernte und machten aus dem alten Familienbetrieb eine moderne Olivenöl-Manufaktur.
2003 war auch der Moment, in dem aus Bauernware eine Marke wurde, mit eigenem Design, eigener Mühle und dem Mut, Olivenöl wie einen großen Wein zu behandeln, mit Jahrgang, Sorte und Herkunft.
Ein Picual, das die Welt kennt
Im Mittelpunkt steht die Picual-Olive, Andalusiens kräftigste Sorte. Für dich ausgewählt haben wir das sortenreine native Olivenöl extra aus Picual-Oliven.
Es duftet nach grüner Tomate, frischem Gras und Artischocke, am Gaumen fruchtig, würzig und kräftig, mit pfeffriger Schärfe im Abgang. Ein Öl zum Verfeinern und Genießen, das ebenso über Brot wie über gegrilltem Gemüse seinen Auftritt hat. Weitere spanische und italienische Öle stehen in unserer Sammlung.
Auf dem Gut selbst reift eine ganze Familie von Ölen heran. Sie alle eint die Handschrift des Hauses: viel Charakter, klare Frucht, nichts Beliebiges.
Die Picual prägt die Haine von Jaén wie keine zweite Sorte. Ihr hoher Ölsäureanteil macht sie haltbarer und hitzestabiler als viele andere Öle – zur Geltung kommt dieses früh geerntete Öl trotzdem roh, weil es dort alles zeigt, was es hat.
Frühe Lese ist dabei das Geheimnis. Wer die Oliven erntet, solange sie noch grün sind, gewinnt weniger Öl je Frucht, aber ein intensiveres, frischeres Aroma. Castillo de Canena nimmt diesen Verzicht bewusst in Kauf, weil am Ende das bessere Öl in der Flasche steht.
Dunkel und kühl gelagert, gut verschlossen, hält das Öl seine Frische über viele Monate. Am besten verwendest du es zügig, denn ein junges, frisches Picual ist am ausdrucksstärksten.
Pur vom Löffel verkosten es die Profis: erst die grüne Frucht, dann die Bitterkeit, zuletzt das Pfeffern im Hals, das von der Frische des Öls erzählt.
Zwischen den Sierras von Cazorla und Mágina
Die Haltung dahinter ist konkret. Zwischen den Sierras von Cazorla und Mágina pflegt die Familie ausschließlich eigene Haine, und verarbeitet wird ausschließlich, was dort wächst.
Geerntet wird früh und mit dem Schirmrüttler, damit weder Baum noch Frucht Schaden nehmen und keine Olive zu Boden fällt. Gearbeitet wird stets unter 22 Grad, geknetet bei etwa 21. In der gutseigenen Mühle bei Puente del Obispo geht es schnell, denn je kürzer der Weg von der Olive zur Pressung, desto lebendiger das Öl – zwischen Baum und Vermahlung liegen keine zwei Stunden.
Die Qualität entscheidet sich im Hain, lange vor der Mühle. Darum kontrolliert die Familie jeden Schritt selbst, vom Baum bis zur Flasche, und verlässt sich nicht auf zugekaufte Ware. Die Liebe zu Land und Olivenhain kommt von den Eltern, Luis Vañó und Rosa María Cañadas; weitergegeben haben sie sie an drei Kinder, an Francisco, Rosa und Cristina.
Tradition und Innovation gehen dabei zusammen. Das Gut experimentiert mit biodynamischem Anbau und brachte ein rauchgeräuchertes Olivenöl heraus. Doch Tradition kann nicht ohne Innovation existieren, und genau diese Spannung schmeckt man. Begrünte Zwischensaaten, der Verzicht auf Pestizide und Herbizide und ein behutsamer Umgang mit Wasser und Boden gehören längst zum Selbstverständnis des Guts.
Heute gehen die Öle des Guts in 60 Länder.
Aufgenommen in die Hall of Fame
2019 wurde Castillo de Canena in die Hall of Fame des Guides Flos Olei aufgenommen.
Zuvor hatte das Gut neun Jahre in Folge an der Spitze dieses Guides gestanden. 2019 erreichte die Reserva Familiar Picual die Traumnote von 100 von 100 Punkten. Dass ausgerechnet ein Picual aus Jaén das geschafft hat, hat die ganze Region stolz gemacht.
2018 kam der Mario-Solinas-Preis dazu, der offizielle Preis des Internationalen Olivenrats, mit Platz eins in der Kategorie intensiv fruchtig unter 189 eingereichten Ölen. Fünfmal ging außerdem der Food-from-Spain-Award an das Haus, 2009 für die landwirtschaftliche Erzeugung, 2012 für die Internationalisierung, 2015 für das beste intensiv fruchtige Öl, 2017 als Food-of-Spain-Preis und 2018 für Ökologie. Nachzulesen sind diese Wertungen auf der Auszeichnungsseite des Erzeugers, castillodecanena.com/en/awards/.
2022 kürte der spanische Verband der Olivengemeinden außerdem die Mühle des Guts zur besten des Landes, nachzulesen unter castillodecanena.com/en/the-process/. Auszeichnungen ehren den Erzeuger, nicht uns – aber diese Liste ist beachtlich. Alle Achtung.
Das Picual zu Brot und Tomate
Aus diesem Sortiment ist das sortenreine Picual das Öl für alle, die kräftige Öle lieben. Wer ein Picual zum ersten Mal probiert, ist oft überrascht, wie viel Leben in einem Öl stecken kann.
Roh über reifen Tomaten, über gegrilltem Fisch oder schlicht auf warmem Brot, dazu ein paar Flocken Fleur de Sel. Auch über einer warmen Suppe oder einem Teller Hülsenfrüchte macht es eine gute Figur. Ein Schuss über den Salat, ein Faden über den Hummus, und schon schmeckt alles eine Spur lebendiger.
Wer andalusische Öle mag, wird auch beim Bio-Olivenöl aus Jaén fündig, und für mildere Tage lohnt ein Blick auf die Bio-Olivenöle aus Tarragona. Ein gutes Öl, hübsch verpackt und mit einem guten Brot kombiniert, ist außerdem ein schönes Geschenk für alle, die gern kochen.
Ein Öl mit Geschichte, Charakter und einer langen Liste von Auszeichnungen. Probier es aus.