Ketchup aus der hessischen Manufaktur Zum heiligen Stein
Ketchup zum heiligen Stein ist handgemachter Gourmet-Ketchup aus dem hessischen Muschenheim. Boris und Nina Sauerborn kochen fünf Sorten von Hand aus italienischem Tomatenmark, Rohrzucker und Himbeeressig – mild, würzig, scharf, rauchig und trüffelig. Keine industrielle Massenware, sondern Feinkost aus einer kleinen Familienmanufaktur.
Ketchup zum heiligen Stein ist die Ketchup-Manufaktur der Familie Sauerborn aus Muschenheim, einem Ortsteil von Lich bei Gießen. Was 2010 als Sauce für eine Lamm-Currywurst im eigenen Restaurant begann, ist heute eine kleine Manufaktur mit fünf Sorten, die von Hand gekocht und in Gläser gefüllt werden. Benannt ist alles nach dem Heiligen Stein, einem rund 4.000 Jahre alten Megalithgrab, welches über dem Dorf thront.
2010 begann alles mit einer Lamm-Currywurst
Boris Sauerborn übernahm 2010 mit seiner Frau Nina das Restaurant Zum heiligen Stein von seinen Eltern in Muschenheim bei Lich, unweit von Gießen.
Auf der Speisekarte stand ein Verkaufsschlager: Lammbratwürste vom Fleisch der eigenen Schafe, dazu ein selbstgemachter Ketchup. Für eine Lamm-Currywurst rührte der damalige Küchenchef eine eigene, würzige Sauce an – „ich mach da mal was“, hieß es beiläufig, und plötzlich wollten die Gäste diesen Ketchup glasweise mit nach Hause nehmen. Bald kamen Anrufe aus Düsseldorf und sogar aus Holland, eine ganz andere Dimension.
Schon vorher hatten die Sauerborns mit Eierlikör, Pesto und Sirup experimentiert, doch die Nachfrage blieb überschaubar. Erst der Ketchup traf einen Nerv – ohne Werbung, einfach so, weil er den Leuten schmeckte. Der Name trägt Geschichte: Der Heilige Stein, ein Megalithgrab, thront seit rund 4.000 bis 5.000 Jahren über Muschenheim und gab erst dem Restaurant, dann dem Ketchup seinen Namen.
Boris, gelernter Jurist mit draufgesatteltem MBA, hatte eigentlich andere Pläne – und hängte dann doch die Juristerei an den Nagel. 2015 zog die Produktion aus der Restaurantküche in eine ehemalige Bäckerei mit gerade einmal 12 Quadratmetern, 2025 in größere Räumlichkeiten, um der wachsenden Nachfrage gerecht zu werden. Bis vor Kurzem wurde jedes Glas von Hand abgefüllt; heute erleichtert eine Abfüllanlage die Arbeit, am Rezept ändert das nichts.
Fünf Sorten, von mild bis trüffelig
Fünf Sorten Gourmet-Ketchup gibt es beim Ketchup zum heiligen Stein, alle auf derselben Basis aus 43 % italienischem Tomatenmark, doppelt konzentriert und sonnengereift.
Der würzige ist die Ur-Sauce, aus der alles entstand – tomatig, würzig, vollmundig und beim Publikum der Liebling. Der milde ist die sanfte, süßlich-tomatige Variante, auch bei Kindern beliebt. Der scharfe setzt mit Cayennepfeffer nach, angenehm wärmend statt beißend.
Zwei Sorten kamen später dazu. Der rauchige bringt natürliches Hickory-Raucharoma und fruchtige Preiselbeeren fürs BBQ, der Trüffel Ketchup adelt mit schwarzem Trüffel den festlichen Teller. Es gibt die Sorten im großen 400-g-Vorratsglas, im kleinen 200-g-Glas und als Geschenk – die drei Klassiker mild, würzig und scharf nebeneinander im Probierset.
Wer lieber im Kleinen verschenkt, greift zum Ketchup Trio, drei 75-g-Gläser im Beutel. Alle teilen dieselbe tomatige Handschrift, und doch hat jede Sorte ihren eigenen Kopf, vom sanften Auftakt des milden bis zum erdigen Nachhall des Trüffels.
Handwerk, wenige Zutaten, ein Familienbetrieb
Gekocht wird von Hand, in kleinen Chargen und aus wenigen guten Zutaten.
In den Ketchup zum heiligen Stein kommen italienisches Tomatenmark, Rohrzucker, französischer Himbeeressig, Salz, Paprika und Gewürze – mehr braucht es nicht. Der französische Himbeeressig – eigentlich ein Rotweinessig mit Himbeersaft – gibt der Frucht ihre feine Säure, der Rohrzucker die runde Süße. Geschmacksverstärker und Verdickungsmittel sind nicht nötig, und vegan ist jede Sorte ohnehin. Die genaue Rezeptur bleibt Betriebsgeheimnis; nur so viel verraten die Sauerborns: Der würzige war die Ur-Sauce, alle anderen bauen darauf auf.
Der Betrieb ist Familiensache – neben den Eheleuten gehören drei Vertriebler und ein Koch zum festen Team. Nina Sauerborn, früher Grundschullehrerin und Waldorf-Pädagogin, stieg 2018 mit ein und tüftelte an der rauchigen und der trüffeligen Sorte – die Aromen sollten so fein sein, „dass einen der Geschmack nicht den ganzen Tag begleitet“, wie sie sagt.
Das freundliche Schaf auf dem Etikett hat Boris' Schwester Lisa gezeichnet, eine Berliner Illustratorin. Und ein Familienmitglied ist immer dabei: Boris' verstorbene Oma Mia. „Es gibt nichts Besseres als Selbstgemachtes“, ihr Credo steht auf jedem Glas, das die Manufaktur verlässt. Auf einer Messe wurde einmal eine grauhaarige Mitarbeiterin prompt gefragt: „Sind Sie die Oma Mia?“ So nah ist die kleine Marke ihren Kunden.
Neben dem Ketchup gibt es inzwischen ein paar Extras – Fruchtaufstriche aus Obst vom Garten der Muschenheimer Neumühle und drei Hausweine in Weiß, Rosé und Rot. Das Herzstück aber bleibt der Ketchup, von Hand gekocht, Glas für Glas.
Zwei Sterne beim Great Taste Award
Der milde Ketchup überzeugte die Jury des britischen Great Taste Award mit zwei von drei möglichen Sternen.
Beim Great Taste Award, einem der bekanntesten Feinkost-Wettbewerbe, holte ausgerechnet der milde die Auszeichnung – während beim Publikum der würzige vorn liegt und bei Boris' drei Kindern wieder der milde gewinnt. So ganz einig ist man sich also nicht, und das ist auch schön so. Vergeben wird die Auszeichnung von der britischen Guild of Fine Food, bei der jedes Jahr Tausende Feinkost-Produkte antreten und nur ein Teil überhaupt einen Stern bekommt.
Auch die Zahlen sprechen für sich: Aus rund 2.000 Gläsern im ersten Jahr wurden binnen sechs Jahren um die 100.000. Während der Pandemie, als viele zu Hause kochten und schlemmten, erlebte der Ketchup zum heiligen Stein einen regelrechten Boom. Als handwerkliche Feinkost macht er seinen Weg bis heute vor allem über Hofläden und Feinkostgeschäfte, weniger über die großen Supermarktregale. Alle Achtung.
Für ein so kleines Haus ist das eine beachtliche Bilanz, und sie kommt ohne großes Marketing zustande. Die Sauerborns setzen lieber auf Mundpropaganda, auf Feinkosthändler und auf Gäste, die den Ketchup einmal probiert haben und wiederkommen.
Welche Sorte zu welchem Anlass passt
Welche Sorte die richtige ist, hängt vom Teller ab – und ein wenig vom Mut zur Schärfe.
Zum Grillfest passt der rauchige, zur Käseplatte und zum gegrillten Steak der würzige, für die Kinder und den Sonntagnachmittag der milde und für das festliche Menü der Trüffel. Wer sich nicht entscheiden mag, probiert die drei Klassiker im Probierset nebeneinander und findet in einem Durchgang seinen Favoriten.
Ein Löffel des würzigen hebt eine selbstgemachte Tomatensoße, der rauchige verlängert die Rauchnote vom Grill, und der Trüffel macht aus Pommes und Tagliatelle mit Parmesan ein kleines Fest. So findet jede Sorte ihren Platz am Tisch, vom schnellen Snack bis zum festlichen Menü.
Wer noch mehr gute Saucen sucht, wird bei uns auch bei Stokes Sauces oder in der ganzen Ketchup-Kategorie fündig. Der Ketchup zum heiligen Stein zeigt, dass selbst die roteste aller Saucen Charakter haben kann – handgemacht in Hessen, aus wenigen guten Zutaten. Am Ende ist es wie mit den drei Kindern der Sauerborns: Jeder hat seinen Liebling, und keiner liegt damit falsch. Probier dich durch.