Pollastrini, Italiens einziger Sardinenkonserven-Hersteller aus Anzio
Sardine Pollastrini di Anzio ist die einzige italienische Manufaktur, welche Sardinen in Dosen einlegt. Seit 1889 wird in Anzio südlich von Rom gefischt und verarbeitet, seit den 1950er-Jahren in den Händen der Fischerfamilie Sepe. Handarbeit, klarer Geschmack, eine kleine Institution am Mittelmeer.
Pollastrini steht für Ölsardinen aus Anzio, einer Hafenstadt eine Autostunde südlich von Rom, und ist der letzte verbliebene Hersteller von Sardinenkonserven in ganz Italien. Was Salvatore Pollastrini 1889 begann, führt heute die Familie Sepe fort: Sardinen, von Hand verlesen und in feines Olivenöl gelegt, klar und unverfälscht im Geschmack. „Wir sind aus dem Meer geboren", so beschreibt sich das Haus selbst, und genau so schmecken die Dosen auch.
1889, die erste Sardinendose Italiens
Alles begann 1889, als Salvatore Pollastrini in Anzio die erste italienische Fabrik gründete, welche sich ganz dem Einlegen von Sardinen widmete.
Damals brachten die Boote mehr Fisch an Land, als der Markt aufnehmen konnte; Salvatore erkannte die Chance und legte die silbrigen Sardinen in Olivenöl ein, um sie haltbar zu machen. Aus einer Notlösung wurde eine Spezialität, und aus der kleinen Werkstatt am Hafen ein Haus, welches den Namen der Stadt in die Welt trug. In Anzio erzählt man sich, dass der Duft von Öl und Fisch damals durch die ganze Hafengasse zog.
Um 1950 übernahm die Familie Sepe den Betrieb, alteingesessene Fischerleute aus dem Latium mit über 60 Jahren Erfahrung auf dem Wasser. Sie brachten nicht nur Netze und Wissen mit, sondern eigene Rezepte: die pikanten Sardinen mit roter Chili und jene in Tomatensauce gehen auf ein Familienrezept der Sepes zurück.
Gefischt wird, so wie Salvatore Pollastrini es begann, und eingelegt, wie Anzio es liebt, mit dem Gozzo, dem hell erleuchteten Boot, welches nachts die Sardinenschwärme an die Oberfläche lockt, und mit vielen Händen am nächsten Morgen. Der Küstenort hat dem Haus sogar einen Platz gewidmet, die Piazza Pollastrini.
Anzio selbst ist ein Ort mit Geschichte, ein Fischerhafen an der tyrrhenischen Küste, an dem schon die alten Römer ihre Sommervillen bauten und wo heute noch die Boote im Morgengrauen einlaufen. Zwischen bunten Fassaden, Netzen und Möwen liegt die kleine Fabrik, in der aus dem Fang der Nacht bis zum Mittag fertige Dosen werden. Diese Nähe zum Meer schmeckt man in jeder einzelnen Sardine.
Vier Dosen, ein Fisch, viele Charaktere
Im Sortiment findest du vier Klassiker rund um die Sardine, von schlicht bis pikant, von alltäglich bis rar.
Die Sardinen in Olivenöl sind der klare, feste Alltagsklassiker mit reinem Meeresaroma; ihre Schwester mit Chili bringt rote Chilischoten und eine warme, gut dosierte Schärfe mit. Beide werden über die gesamte Saison gefischt, damit du sie das ganze Jahr in gleichbleibender Güte im Vorrat hast – ein schnelles Mittagessen, das nur ein gutes Brot braucht.
Eine Stufe darüber stehen die Jahrgangssardinen 2023, welche es auch mit Chili gibt. Sie tragen einen Jahrgang wie ein Wein und reifen im Öl: je länger die Dose ruht, desto weicher die Gräte und desto runder der Geschmack. Gefangen werden sie nur zum Ende der Saison im September und November, wenn die Fische am dickbauchigsten und aromatischsten sind.
So hat jede Dose ihren eigenen Charakter, frisch und klar die einen, tief und gereift die anderen. Eine klassische Dose fasst 100 g, davon 70 g reiner Fisch. Auf Italienisch heißen die gereiften „Sardine Millesimate", und selten findet man Fischkonserven, die man nach Jahrgang auswählt. Wer die Reifung selbst erleben mag, legt sich mehrere Jahrgänge in den Schrank und vergleicht sie, ein Spiel, das sonst nur Weinfreunde kennen.
Frisch, ehrlich, handgemacht
Die Marke setzt auf ehrliches Handwerk statt Masse: frisch, ehrlich, handgemacht, mit wenigen Zutaten und viel Handarbeit.
Jede Sardine wird von Hand verlesen, ausgenommen, geputzt und in Form geschnitten, bevor sie mit Olivenöl in die nostalgischen Dosen kommt. In die Konserven wandern nur wenige Dinge: Sardinen, Olivenöl, Salz, bei den scharfen Varianten rote Chili. Verpackt wird umweltbewusst, gefischt mit Bedacht – das Latium mag rustikal und fleischlastig kochen, doch das Mittelmeer liegt direkt vor der Tür.
Die Familie Sepe hat das Sortiment über die Jahre behutsam erweitert, um Sardellen, marinierte und gesalzene Sardinen, dazu Thunfisch und Makrele im Glas, immer nach überlieferten Rezepten. Gewachsen ist das Haus langsam, mit dem Blick der Fischer, welche wissen, dass gutes Warten sich lohnt. Der Kern aber bleibt die Sardine selbst, klar und unverfälscht. Und weil die Wege kurz sind, bleibt vom Aroma des Meeres mehr in der Dose als bei manch großem Namen.
Diese Nähe ist kein Marketing, sondern Alltag: Die Fische kommen nicht von weit her, sondern aus demselben Wasser, das die Familie seit Generationen befährt. Kurze Wege, frischer Fang, wenig dazwischen, das ist das ganze Geheimnis. Wer einmal eine gute Ölsardine gegessen hat, versteht, warum sich die Handarbeit lohnt.
Ein Platz, benannt nach der letzten Konservenfabrik
Die schönste Anerkennung kommt aus Anzio selbst: Der Ort benannte einen Platz nach dem letzten verbliebenen Sardinenkonserven-Produzenten Italiens, die Piazza Pollastrini.
In einem Land mit über siebentausend Kilometern Küste ist es das einzige Haus, welches Sardinen einlegt; fast alle anderen Dosen kommen aus Portugal, Spanien oder Frankreich. Diese Ausnahmestellung hat der Marke bei Feinkosthändlern in ganz Europa und auf Messen wie der Tuttofood in Mailand einen festen Namen verschafft. Wer italienische Ölsardinen sucht, kommt an Anzio nicht vorbei.
Seit über 130 Jahren steht der Name für dieselbe klare Idee von einer guten Sardine: frischer Fisch, gutes Öl, keine Abkürzungen. Kein lautes Marketing, keine Massenware, nur ein Familienbetrieb, welcher über Generationen dieselbe Arbeit gut macht. Auf kleinen Festen und Märkten rund um Rom gehören die Dosen längst zum guten Ton, und auch außerhalb Italiens wächst die Fangemeinde stetig. Alle Achtung.
Die Jahrgangssardinen zum Aperitivo
Aus dem Sortiment mögen wir besonders die Jahrgangssardinen, wenn es etwas Feines sein soll, und die scharfen Sardinen für den schnellen, lebhaften Teller.
Zum Aperitivo reichen wir sie auf geröstetem Brot mit einem Glas trockenem Weißwein, gut gekühlt bei 8 Grad; für den Feierabend wandern die scharfen in 5 Minuten über Spaghetti aglio e olio. Eine hübsche Dose ist außerdem ein kleines Mitbringsel, über das sich jeder Genießer freut.
In der Küche sind die Sardinen wahre Allroundtalente: zerpflückt in einer Pasta mit Zitrone und Petersilie, auf einer Scheibe Brot mit Tomate und etwas Meersalz, in einem Sommersalat mit weißen Bohnen oder einfach so aus der Dose, mit den Fingern und viel gutem Öl. Kein Gericht braucht viel, wenn die Sardine gut ist.
Wer lieber portugiesische oder französische Sardinen probieren mag, findet bei Nuri und La Quiberonnaise weitere Schätze; die ganze Auswahl steht in unseren Sardinen. Am schönsten aber schmeckt Anzio ohne viel Aufwand: ein gutes Brot, ein Schluck Wein, das Meer im Kopf. Ein Vorrat guter Sardinen im Schrank ist wie ein kleines Versprechen an den nächsten Hunger. Probier dich durch.