Pelagonia bringt mazedonische Meze aus dem Pelagonien-Tal
Pelagonia ist eine Kooperative aus rund 650 Kleinbauernfamilien im Pelagonien-Tal im Südwesten Nordmazedoniens, die traditionelle Balkan-Meze wie Aivar herstellt. Gegründet 2012 von Philip Evans und seinem Partner Andrej, verbindet die Marke bäuerliches Handwerk mit einem einfachen Rezept: geröstete Paprika, Auberginen, Sonnenblumenöl und Salz, sonst nichts.
Pelagonia steht für mazedonische Meze aus dem Pelagonien-Tal im Südwesten Nordmazedoniens, wo Paprika und Auberginen bei rund 300 Sonnentagen im Jahr reifen. Rund 650 Kleinbauernfamilien liefern ihre Ernte an die Kooperative, die daraus Aivar und weitere traditionelle Rezepturen herstellt. Bei uns im Sortiment findest du das milde Aivar und die feurige Hot Aivar-Variante, beide über offenem Feuer geröstet und ganz ohne Zusatzstoffe.
2009 zog ein Engländer nach Nordmazedonien
Philip Evans arbeitete in England in der Gastronomie und im Webdesign, als er 2009 nach Nordmazedonien zog – ohne die Absicht, ein Lebensmittelunternehmen zu gründen.
Was ihn dort erwartete, war ein Balkan-Geheimtipp: Aivar, die geröstete Paprika-Auberginen-Paste, die in mazedonischen Familien seit Generationen selbst eingekocht wird. Gemeinsam mit seinem Partner Andrej brachte Philip Evans 2012 das erste Glas unter dem Namen Pelagonia auf den Markt, benannt nach der fruchtbaren Ebene im Südwesten des Landes, wie Philip Evans die Namensgebung selbst beschreibt.
Wie das im Kleinen aussieht, zeigt eine Bäuerin namens Zivica, von allen nur „Baba“ genannt: In der Erntesaison empfängt sie Besucher auf ihrem Hof, pflückt mit ihnen die reifsten Paprika und röstet sie über dem offenen Feuer, während ihre Tochter Milena das fertige Aivar in Gläser füllt – für die eigene Vorratskammer ebenso wie für Verwandte, die im Ausland leben.
Wie sehr das kleine Glas Heimweh lindern kann, erzählte einmal ein Gemüsehändler in London, dessen Familie aus Italien stammt: Öffne er ein Glas der gerösteten Auberginen, fühle sich für einen Moment alles wieder gut an, gerade in den dunkelsten Nächten der Pandemie sei das Glas ein kleiner Trost aus der Ferne gewesen.
Ein mildes und ein feuriges Glas im Sortiment
Zwei Sorten führen wir von Pelagonia: das milde Aivar und die scharfe Hot Aivar, beide im 314 g Glas und nach demselben Grundrezept gefertigt.
Aivar überzeugt mit 70 Prozent gerösteter Paprika und 20 Prozent Aubergine durch seine fruchtig, süßlich und samtig zugleich wirkende Textur, ideal zu Feta, Fladenbrot oder als Basis für Ottolenghis Shakshuka. Hot Aivar setzt auf dieselbe Rezeptur mit einer feurigeren Paprikasorte und zeigt sich feurig, würzig und rauchig zugleich – ein Löffel davon verwandelt Grillfleisch, Eier oder eine ruhige Käseplatte in etwas Besonderes.
Darüber hinaus stellt die Kooperative auch Pindjur und Lutenica her, zwei weitere mazedonische Gemüsezubereitungen aus der gleichen Tradition – bei nur Gutes haben wir uns bisher auf die beiden Aivar-Sorten konzentriert, die bei unseren Kund:innen am gefragtesten sind. Wer sich durch weiteres Eingemachtes probieren möchte, findet in der Konserven & Eingemachtes-Auswahl bei uns reichlich Nachbarn für das Glas.
In der Konsistenz bleiben beide Sorten bewusst grob: du erkennst noch einzelne Röststückchen der Paprika, statt einer glatt homogenisierten Masse wie bei industriell gefertigten Alternativen. Geöffnet hält sich das Glas im Kühlschrank mehrere Tage, was es zu einem verlässlichen Vorratsschrank-Klassiker macht, den du portionsweise aufbrauchen kannst.
650 Familien, ein Rezept, keine Zusatzstoffe
Pelagonia arbeitet nicht mit einer einzigen Großplantage, sondern mit rund 650 Kleinbauernfamilien, die ihre Ernte täglich frisch an die Kooperative liefern.
Im Spätsommer, wenn die Paprikaschoten ihre volle rote Farbe erreicht haben, wird über offenem Feuer geröstet, bis die Schale schwarz ist – dieselbe Methode, mit der mazedonische Familien wie die von Baba Zivica seit jeher ihre Wintervorräte einkochen. Von Hand geschält, mit gerösteter Aubergine, Sonnenblumenöl und Salz vermengt, entsteht daraus eine Paste ohne Konservierungsstoffe, Farbstoffe oder Aromazusätze.
Diese bäuerliche Struktur bedeutet auch: Jedes Glas trägt ein Stück der rund 300 Sonnentage in sich, die Nordmazedonien im Jahr zählt, und der fruchtbaren Erde des Pelagonien-Tals, die auf dem ganzen Balkan für ihre süßen, kräftigen Paprika bekannt ist. Zwei Zutaten, ein Verfahren, zwei Schärfegrade – mehr Variablen erlaubt sich Pelagonia bewusst nicht.
Für die Familien im Pelagonien-Tal ist die Ernte kein Nebenerwerb: Sie prägt den Kalender des ganzen Jahres, von der Aussaat im Frühjahr über die Pflege im Sommer bis zur Röstung im Spätsommer, wenn ganze Straßenzüge nach gegrillter Paprika duften. Die Kooperative garantiert den Familien einen festen Abnahmepreis, unabhängig von Wetterlaunen oder schwankender Nachfrage in Europa.
Von London bis Skopje geschätzt
Ganz ohne große Werbekampagne hat sich Pelagonia seit 2012 in rund 20 Ländern einen Platz im Kühlregal erobert, von Waitrose in London bis zu Feinkostläden in Skandinavien und Deutschland.
Der israelisch-britische Koch Yotam Ottolenghi rührt Aivar in seine Shakshuka, das Jamie Oliver Magazine empfiehlt es zu Bratkartoffeln und Reisgerichten – Anerkennung, die sich Pelagonia nicht erkauft, sondern über den Geschmack verdient hat. In Skopje selbst ist Aivar längst kein Nischenprodukt der Landküche mehr, sondern findet sich auch auf den Speisekarten der angesagten Restaurants im Debar-Maalo-Viertel, wo Andrej und Philip Evans bis heute regelmäßig vorbeischauen.
Manche Kund:innen erzählen uns, dass sie Pelagonia zuerst im Urlaub auf dem Balkan oder bei Freund:innen mit mazedonischen Wurzeln kennengelernt haben und seither immer wieder ein Glas nachbestellen. Genau dieser Weg von der Landküche in europäische Vorratsschränke macht die Marke für uns zu einer der spannenderen Neuentdeckungen im Sortiment, ganz ohne dass dafür ein großer Vertriebsapparat nötig gewesen wäre.
Feta, Fladenbrot und ein Löffel für später
Auf warmem Fladenbrot mit zerlaufenem Schafskäse zeigt sich das milde Aivar von seiner einfachsten und schönsten Seite, während die Hot-Variante als Marinade für Lammspieße oder als Dip zu Bratkartoffeln ihre Schärfe ausspielt.
Beide Sorten stehen bei uns auch neben weiteren Gemüseaufstrichen und Cremes sowie in der größeren Auswahl an Antipasti und Eingelegtem im Regal, für alle, die sich durch die Balkan-Küche probieren möchten.
Stell dir ein kleines Meze-Brett zusammen: etwas Feta, ein warmes Fladenbrot, dazu die beiden Pelagonia-Gläser nebeneinander, damit du zwischen mild und feurig wechseln kannst. Für ein schnelles Abendessen unter der Woche reicht oft schon ein Löffel Aivar auf geröstetem Brot mit ein paar Oliven dazu. Ein Glas Aivar, ein Glas Hot Aivar, dazu ein warmes Fladenbrot – mehr braucht ein spontanes Meze-Brett nicht.