Ode Berlin, der natürliche Aperitif aus der Hauptstadt
Ode Berlin ist eine Aperitif-Manufaktur aus Berlin, gegründet 2020 von Stefan Becker und Thorsten Konrad. Die Basis jeder Flasche ist ein Riesling aus Rheinhessen, darüber liegen Essenzen aus Früchten, Wurzeln, Rinden und Blüten. Zwei Sorten prägen das Haus: Bright Lemon gelb und zitrisch, Ruby Wood rot und würzig.
Ode Berlin macht Aperitifs, welche ihre Aromen aus echten Rohstoffen ziehen statt aus dem Fläschchen. Die Firma sitzt in Berlin, produziert seit 2022 in eigener Regie und arbeitet mit dem Rheinhessen-Winzer Nico Espenschied zusammen, welcher den Riesling für die Grundlage eigens ausbaut. Herausgekommen ist ein Aperitif mit 18,5 Prozent Alkohol, der herber schmeckt als das, was man aus Italien kennt.
2020, zwei Berliner und eine hartnäckige Idee
Stefan Becker und Thorsten Konrad gründeten Ode im Jahr 2020, weil ihnen der Aperitif im Glas zu süß und zu wenig nach Frucht schmeckte.
Die Idee war schnell da, der Weg dahin lang. Zweieinhalb Jahre lang extrahierten die beiden Essenzen aus über 650 natürlichen Rohstoffen, verkosteten, verwarfen, mischten neu. Am Ende stand eine Geschmacksarchitektur, die es so vorher nicht gab, und ein Verfahren, bei welchem jede Frucht, jede Wurzel und jede Blüte in genau dem Moment verarbeitet wird, in welchem ihr Aroma am dichtesten sitzt.
Seit 2022 läuft die Produktion in eigener Hand in Berlin. Kein Lohnabfüller, kein zugekauftes Konzentrat, sondern ein eigenes Labor, in welchem die Essenzen entstehen. „Wir machen keine Kompromisse", sagt Thorsten, und wer die Entwicklungszeit kennt, glaubt ihm das sofort.
Der Name ist Programm und Widmung zugleich. Eine Ode ist ein Loblied, und genau so verstehen Stefan und Thorsten ihre Flaschen: als Loblied auf die Zitrusfrucht, auf laue Abende, auf das, was aus einer Wurzel oder einer Blüte herauszuholen ist, wenn man sich Zeit lässt. Wer schon einmal eine Bergamotte in der Hand hatte, versteht, warum es sich lohnt, dafür ein Lied anzustimmen.
Bright Lemon gelb, Ruby Wood rot, Secco Secco prickelnd
Zwei Aperitifs bilden das Herz des Sortiments, beide mit 18,5 Prozent Alkohol, beide auf demselben Riesling gebaut und doch grundverschieden im Charakter.
Bright Lemon holt sieben Zitronensorten ins Glas, darunter Amalfi, Cedro und Bergamotte, dazu Pfirsich, Aprikose, wilden Thymian, Rosmarin und Artischocke. Er schmeckt spritzig, kräutrig und bitter zugleich und ist der Aperitif für lange Sommerabende. Ruby Wood geht die andere Richtung: Hibiskusblüten für die granatrote Farbe, Bitterorange und süße Orange für die Frucht, Pomeranze, Chinarinde und Enzian für die Bitterkeit, Vanille und rotes Sandelholz für die Wärme.
Beide Sorten gibt es auch als 100-ml-Flasche, den Bright Lemon Mini und den Ruby Wood Mini. Aus derselben Charge abgefüllt, nur kleiner – gedacht zum Kennenlernen, zum Verschenken und für alle, die zwei Sorten nebeneinander verkosten möchten. Ergänzt wird das Haus durch den Secco Secco, einen trockenen Riesling-Perlwein mit 11 Prozent, den Nico Espenschied gemeinsam mit Ode entwickelt hat.
Die beiden Sorten von Ode Berlin vertragen sich übrigens gut miteinander, ohne sich zu ähneln. Der Gelbe ist zitronig, kräutrig, salzig und trägt die Säure vorneweg. Der Rote setzt auf Wurzel, Rinde und Holz und braucht ein paar Minuten im Glas, bevor er sich öffnet. Stellst du beide nebeneinander, hörst du in zwei Schlucken, was ein Aperitif alles sein kann.
650 Rohstoffe und ein eigenes Labor
Die Haltung hinter Ode lässt sich in einem Satz sagen: alles, was im Glas landet, muss sich benennen lassen.
Die Aromen stammen aus natürlichen Pflanzenextrakten – Zitrusfrüchten, Steinfrüchten, Wurzeln, Kräutern und Blüten –, der Wein kommt von einem namentlich bekannten Winzer, und die Herstellung findet in Berlin statt. Beide Aperitifs sind vegan, unpasteurisiert sowie gluten- und laktosefrei; als weinhaltige Getränke enthalten sie Sulfite. Auch die Verpackung folgt der Linie: braunes Recyclingglas, Papieretikett, eine Holzkugel als Verschluss und eine Geschenkbox aus Graspapier.
„Kompromisslos in der Qualität, mutig im Geschmack, modern im Auftritt", so fasst Thorsten den Anspruch zusammen. Das Mutige hört man vor allem beim Roten, das Moderne sieht man an der Flasche, und die Qualität schmeckt man an der Länge – bei beiden Sorten bleibt der Eindruck deutlich länger stehen, als man es von einem Aperitif erwartet.
Eine besondere Rolle spielt dabei der Wein. Nico Espenschied baut in Rheinhessen einen Riesling aus, welcher nicht als Wein für sich gedacht ist, sondern als Fundament: genug Säure, um die Frucht zu tragen, genug Substanz, um unter Bitterstoffen nicht zu verschwinden. Ohne diese Grundlage wären die Essenzen von Ode Berlin nur Aroma auf Alkohol – so aber steht darunter ein Wein mit Herkunft und Namen.
Pressestimmen statt Medaillenspiegel
Ode hat bislang keine Wettbewerbsmedaillen gesammelt, dafür aber eine Reihe von Fachstimmen, die sich lesen lassen.
Die Berliner Zeitung nannte die Flasche ein „Schmuckstück einer jeden Bar". Das FAZ-Magazin schrieb, Ode sei ein Gegenbeispiel für das Argument, dass es erst südlich des Brenners einen anständigen Aperitif gebe. Das Esquire Magazin lobte Optik und Geschmack gleichermaßen, und das Magazin Essen und Trinken hielt sich kurz mit dem Satz, Ode habe ihnen richtig gut gefallen.
Handfester noch ist die Verbreitung: Über 500 Händler im Land führen die Marke, dazu rund 350 Bars und Restaurants. Für ein Haus, das erst 2022 in Serie ging, ist das ein ordentliches Tempo. Genauso sehen wir das auch.
Bemerkenswert daran ist, wie wenig Lärm Stefan und Thorsten dabei machen. Kein Wettbewerb, keine Medaille, kein großer Auftritt – stattdessen zwei Sorten, eine Handvoll Formate und die Geduld, zweieinhalb Jahre lang an einer Rezeptur zu feilen, bevor überhaupt eine Flasche in den Handel geht. Das ist die unaufgeregtere Art, sich einen Namen zu machen, und uns gefällt sie gut.
Gelb zum Sommer, rot zum späten Abend
Wer Ode zum ersten Mal probiert, greift am besten zum Gelben – Bright Lemon mit Soda und einem Schuss Schaumwein ist der geradlinigste Einstieg.
Für dunklere Stunden gehört der Rote ins Glas: Ruby Wood mit Tonic und einer breiten Orangenzeste, oder als Negroni mit Wermut und Gin. Beide Sorten mögen Salziges an ihrer Seite, Oliven, Käsegebäck oder geröstete Mandeln, während Süßes die Bitterstoffe flach werden lässt. Serviere das Gelb bei 6 bis 8 Grad, das Rot ein wenig wärmer bei 8 bis 10 Grad.
Für die Menge lohnt sich eine kleine Rechnung: Mit 4 cl je Glas kommst du aus einer 500-ml-Flasche auf rund zwölf Aperitifs, aus den 100 ml der Miniatur auf zwei. Nimm ein großes Weinglas statt eines Tumblers, dann hat der Duft Platz, und nimm mehr Eis, als dir richtig erscheint – je kälter der Aperitif bleibt, desto klarer treten die Kräuter hervor.
Als Mitbringsel gehören die beiden Minis für uns zum Schönsten, was man in einen Geschenkkorb legen kann – zwei Farben, zwei Charaktere, ein Hersteller. Wer nach Verwandtem sucht, findet es im Regal der Aperitifs, bei den Bränden von Spreewood Distillers aus dem nahen Brandenburg oder bei den alkoholfreien Aperitifs von Dr. Jaglas. Probier dich durch.