Maison Bornibus, Pariser Feinkost aus einem alten Senfhaus
Die Maison Bornibus ist ein Pariser Feinkosthaus, das seit 1855 Senf herstellt und heute für Senf, Mayonnaise und Cornichons steht. Gegründet von Alexandre Bornibus, dem einstigen Senf-König Frankreichs, verbindet die Marke alte Rezepturen mit französischer Genusskultur – Feinkost mit Geschichte, aus dem Herzen von Paris.
Maison Bornibus steht seit 1855 für französische Feinkost aus Paris, allen voran für Senf nach eigener Rezeptur. Was als kleine Senfmanufaktur begann, ist heute ein ganzes Sortiment aus Senf, Mayonnaise und in Essig eingelegten Cornichons – Klassiker, die Tradition und Pariser Charme in sich tragen. Bei uns findest du die schönsten davon versammelt, vom scharfen Dijon bis zum verspielten Maiskölbchen. Zehn kleine Gläser, ein großer Name.
1855, Alexandre Bornibus wird zum Senf-König
Alles begann 1855, als Alexandre Bornibus in Paris die kleine Senfmanufaktur Touaillon et fils im Viertel Les Halles übernahm und sie kurzerhand nach sich selbst benannte.
Ein Senfmacher war er da noch nicht: 1821 in Verpillières-sur-Ource geboren, arbeitete Alexandre erst als Lehrer und dann als Leiter einer Molkerei, bevor er sich mit über dreißig den Senfkörnern zuwandte. Vielleicht braucht es genau diesen Blick von außen, um aus einem Alltagsprodukt etwas Besonderes zu machen.
In nur wenigen Jahren wurde er zu einem der Könige des Senfs in Frankreich. 1864 meldete er ein Patent für ein „Mittel zum Sieben von Senf" an und verfeinerte damit die klassische Rezeptur für den Dijon Senf. Erfindergeist und guter Geschmack, das war von Anfang an seine Signatur.
Alexandre Bornibus war zugleich ein früher Werbepionier – er verstand es, mit klingenden Namen und buntem Auftritt aus einem Alltagsprodukt eine Marke zu machen. Und er galt als sozial denkender Unternehmer, der seine Arbeiterinnen und Arbeiter besser behandelte, als es die Zeit verlangte. So wurde aus einer kleinen Manufaktur in kurzer Zeit ein Name, den ganz Paris kannte.
Paris war damals die Welthauptstadt des guten Geschmacks, und ein Senf, der etwas auf sich hielt, musste hier bestehen. Die Maison Bornibus bestand – und wurde selbst zu einem Stück dieser Stadt.
1866 zerstörte ein Brand die Fabrik, doch das Haus baute sie am Boulevard de la Villette 58 größer und schöner wieder auf. Nach dem Tod des Gründers 1882 führten seine drei Söhne Georges, Lucien und Paul die Maison Bornibus weiter – die Geschichte war noch lange nicht zu Ende.
Senf, Mayonnaise und Cornichons aus Paris
Das Sortiment von Bornibus dreht sich um drei Klassiker: Senf, Mayonnaise und in Essig eingelegte Cornichons.
Beim Senf reicht die Auswahl vom glatten Dijon Senf über den grob gemahlenen körnigen Senf bis zum milden Honig Senf und dem fruchtig-scharfen Senf mit Piment d'Espelette. Vier Charaktere, von klassisch bis verspielt, und für jeden Teller der passende.
Bei den Mayonnaisen gibt es die cremige Mayonnaise mit frischem Eigelb, die knoblauchige Aioli und die grüne Wasabi-Mayonnaise. Dazu kommen die knackigen Cornichons extra-fins, die großen süß-sauren Cornichons aigre-doux und als kleine Besonderheit die Mini Maiskölbchen im Glas.
Was alle verbindet, ist die klare französische Handschrift: würzig, cremig, knackig, aber nie überladen. Jede Sorte hat ihren eigenen, ausgewogenen Charakter – der eine sucht die klare Schärfe, der andere die Süße, der Dritte den Biss. Bei Bornibus wird jeder fündig, ob für den Apéro, die Käseplatte oder die herzhafte Brotzeit.
Wer Bornibus einmal probiert hat, versteht schnell, warum ein einzelnes Glas selten allein bleibt: Der Senf ruft nach der Wurst, die Mayonnaise nach den Pommes, die Cornichons nach dem Käse. Eines führt zum anderen, und am Ende steht ein ganzes kleines französisches Buffet auf dem Tisch.
Zusammen ergeben die Sorten eine kleine französische Speisekammer: für den Braten der scharfe Senf, für den Grillabend die Aioli, für die Käseplatte die Cornichons und für den Apéro die Maiskölbchen. Man muss nicht nach Paris fahren, um französisch zu essen – ein paar Gläser genügen.
Alte Rezepturen, mit Sorgfalt bewahrt
Bei Bornibus zählt bis heute, was schon im 19. Jahrhundert galt: gute Zutaten, eine überlieferte Machart und Geduld beim Vermahlen.
Der Dijon Senf etwa entsteht noch nach der Rezeptur von 1855. „Dijon" ist dabei keine geschützte Herkunft, sondern eine Machart – deshalb darf auch ein Pariser Haus seinen Senf so nennen. Die kleinen, nussigen Senfkörner ruhen eingemaischt ein paar Stunden, bevor sie fein vermahlen werden, und genau das gibt dem Senf seine klare, aufsteigende Schärfe.
1931 verkaufte Paul das Unternehmen an Charles Boubli, dessen Familie es bis 1992 führte und die Feinkost-Palette erweiterte. Neue Sorten kamen dazu, der Kern aber blieb, wie Charles es gehalten hatte. 2012 übernahm die Casimex Fine Foods die Marke und lässt seither die alten Rezepturen im historischen Kleid wieder aufleben – der Name Bornibus steht heute für dieselbe Sorgfalt wie damals.
Bewahren heißt hier aber nicht stehenbleiben: Neben den Klassikern trauen sich die Pariser auch an Neues, etwa den Senf mit baskischem Piment d'Espelette oder die Mayonnaise mit japanischem Wasabi. Tradition und ein wenig Übermut, das passt bei Bornibus gut zusammen.
Man schmeckt diese Haltung: klare Zutaten, keine unnötigen Kunstgriffe, dafür Rezepturen, die sich über Generationen bewährt haben. Genau deshalb steht der Name Bornibus im Regal für Verlässlichkeit – du weißt, was du bekommst, und du bekommst es gut. Guten Geschmack gibt es hier nicht per Zufall, sondern per Rezept, wie Alexandre es von Anfang an vorlebte.
Alexandre Dumas lobte diesen Senf im Jahr 1870
Schon früh reichte der Ruf von Bornibus weit über Paris hinaus, und die Prominenz der Zeit schrieb darüber.
1870 nahm Alexandre Dumas den Senf in sein „Grand dictionnaire de cuisine" auf. Bis dahin, schreibt er, habe er die Moutarden von Maille und Bordin allen anderen vorgezogen – doch als ihn der Zufall diese hier kosten ließ, verstand er, dass sie eines Tages alle übertreffen werde. Ein schöneres Kompliment kann ein Senf kaum bekommen.
Er war nicht der Einzige: 1869 schrieb „Le Petit Journal", dieser Fabrikant habe es mit eigenen Verfahren geschafft, den Senf zu popularisieren und ihn in jeden Haushalt zu bringen. 1878 widmete Etienne Ducret ihm ein ganzes Gedicht, „La Bornibusiade", 32 Seiten lang. Und 1900 drehte Georges Méliès, der Pionier des Films, einen Werbefilm, in dem sich Restaurantgäste um die Senftöpfe streiten. Alle Achtung.
Pierre Larousse notierte in seinem Lexikon noch eine andere Erfindung: Senf in trockenen Täfelchen für lange Reisen. Am Ziel schabte man sich mit dem Messer etwas davon auf den Teller, ein paar Tropfen Wasser dazu, und das Gewürz war fertig.
Auch der Ort erzählt mit: Das alte Fabrikgebäude am Boulevard de la Villette steht bis heute, mit dem Fronton „Alexandre Bornibus" über der Fassade, und erinnert an die Zeit, als hier der Senf für halb Europa gemahlen wurde.
Der Dijon Senf zum Sonntagsbraten
Aus dem Sortiment von Bornibus haben wir unsere Lieblinge, und wir verraten sie dir gern.
Besonders gern nehmen wir den Dijon Senf zum Sonntagsbraten und in jede Vinaigrette, die kräftigen süß-sauren Cornichons zu Raclette und Käse und die feine Aioli zu gegrillten Garnelen. Wer französische Cornichons und Senf liebt, wird auch bei Martin-Pouret aus Orléans fündig, einem ebenso traditionsreichen Haus.
Als kleines Mitbringsel oder für den eigenen Vorrat lohnt sich ein Blick aufs ganze Sortiment: ein Glas Senf, eine Mayonnaise, ein paar Cornichons, und schon hat die nächste Brotzeit französischen Charme. Stöbere durch die Senf-Auswahl und das ganze Bornibus-Sortiment, und stell dir dein eigenes kleines Stück Paris zusammen. Zum Verschenken machen sich die Gläser ohnehin gut, einzeln oder als Trio aus Senf, Mayonnaise und Cornichons im Korb – ein feines Mitbringsel für alle, die Frankreich lieben.
Lass dich überraschen, wie viel Geschichte in einem Glas Senf wohnen kann.