Goodvines alkoholfreier Wein aus Heidelberg
Goodvines aus Heidelberg kauft ausgewählte Weine aus Deutschland, Spanien und Ungarn und lässt ihnen im Vakuum den Alkohol entziehen, bis 0,0 Prozent übrig sind. Daraus entstehen Weiß, Rosé, Rot und ein prickelnder Riesling, dazu das heiße Wintergetränk GlühVine in Rot und Weiß und der Aperitif GUUBII.
Goodvines ist eine Marke für alkoholfreien Wein aus Heidelberg, gegründet von Christina Claus und Jörn Walkling, der das Unternehmen heute als Geschäftsführer leitet. Der Name bedeutet so viel wie gute Reben, und genau dort setzt die Idee an. Goodvines beginnt mit einem fertig vergorenen Wein und nimmt ihm erst danach den Alkohol, damit Rebsorte, Säure und Duft im Glas bleiben.
Ein Weinlabor, sieben Monate und ein Weinfest
Die Geschichte von Goodvines beginnt 2018 mit einem Zufall, als Jörn Walkling ein Weinlabor besuchte, in dem gerade alkoholfreier Wein abgefüllt wurde.
Was er dort probierte, ließ ihn nicht mehr los. Gemeinsam mit Freunden entschied er, so etwas selbst zu machen, mit dem Anspruch, ohne zugesetzte Aromen auszukommen. Sieben Monate lang feilte das Team an der ersten Rezeptur, bis Frucht, Säure und Prickeln zusammenpassten. Das erste Ergebnis war ein alkoholfreier Riesling mit feiner Kohlensäure, der bis heute als Sparkling Riesling im Sortiment steht.
Die eigentliche Feuerprobe kam auf einem großen Weinfest in der Pfalz, wo Jörn Walkling den alkoholfreien Riesling ausschenkte. Die Pfälzer Gäste kennen ihren Wein, sie reagierten zunächst skeptisch und waren nach dem ersten Schluck begeistert. Für ein junges Unternehmen aus Heidelberg war das die schönste Bestätigung, denn wer in der Pfalz überzeugt, überzeugt auch anderswo.
Gedacht waren die Weine von Anfang an für alle, die gern Wein trinken und an manchen Abenden trotzdem keinen Alkohol möchten, weil sie noch fahren müssen oder einfach einen klaren Kopf behalten wollen. Für sie sollte es eine Alternative zu Saftschorle und Limonade geben, nämlich einen Wein, der zum Essen passt und beim Anstoßen dazugehört.
Eigene Weinberge besitzt Goodvines nicht, denn dafür wären die Flächen rund um Heidelberg zu klein. Stattdessen wählt das Team fertige Weine aus und arbeitet bei der Entalkoholisierung mit erfahrenen Fachleuten zusammen. Aus diesem Ansatz ist inzwischen ein Programm von rund einem Dutzend Weinen und Getränken geworden, von denen sieben bei uns stehen.
Weiß, Rosé, Rot und ein prickelnder Riesling
Die vier Weine von Goodvines decken ab, was am Esstisch gebraucht wird, vom frischen Weißen über den fruchtigen Rosé bis zum Rotwein mit Gerbstoff.
Der Sauvignon Blanc stammt aus deutschen Weinbergen und duftet nach Grapefruit, Limette und Holunderblüte, getragen von einer lebendigen Säure, und er gehört zu Sushi, Ziegenkäse und Pasta mit Meeresfrüchten. Der Merlot Rosé aus Ungarn leuchtet lachsfarben und erinnert an Himbeere und rote Johannisbeere, mit einem frischen, leicht herben Abgang, der ihn zum Begleiter für Antipasti und den Sommergrill macht.
Der Cabernet Sauvignon aus Spanien ist der dunkle Wein im Sortiment, vollmundig, mit schwarzer Johannisbeere, Pflaume und einem leisen Barrique-Ton. Seine samtigen Tannine geben ihm Halt bei Pizza, Pilzgerichten und Schmorgerichten. Wer anstoßen möchte, greift zum Sparkling Riesling, dessen Kohlensäure bewusst zurückhaltender ist als bei einem Secco, damit Apfel, Pfirsich und Zitrus im Vordergrund stehen.
Rotwein und Rosé kommen in die klassische Bordeauxflasche, Sauvignon Blanc und Sparkling Riesling in die schlanke Schlegelflasche. Die Etiketten zeigen eine gezeichnete Rebe, deren Blätter je nach Wein ihre Farbe wechseln, golden beim Weißen und Rosé, rot beim Cabernet.
Bei Goodvines selbst gibt es darüber hinaus einen Blanc de Blancs, einen stillen Riesling und eine Black-Label-Linie mit Sauvignon Blanc und Cuvée Rosé, dazu prickelnde Weine in der kleinen 0,33-Liter-Flasche und eine zweite GUUBII-Sorte mit Ingwer und Limette. Unsere Auswahl konzentriert sich auf die Klassiker der Marke, die sich am Esstisch und beim Anstoßen bewährt haben.
Den Alkohol nehmen und den Duft behalten
Entalkoholisiert wird bei Goodvines in der Vakuumdestillation, bei der der Alkohol schon bei rund 30 Grad verdampft und der Wein nie heiß wird.
Unter normalem Luftdruck siedet Alkohol erst bei 78 Grad. Bei dieser Temperatur wäre vom frischen Duft eines Weißweins nicht viel übrig. Im Vakuum sinkt der Siedepunkt, so wie Wasser auf einem hohen Berg schon kocht, bevor es richtig heiß ist. Der Alkohol steigt auf, während der Wein lauwarm bleibt und seine Frucht behält.
Mit dem Alkohol würden allerdings auch die flüchtigsten Duftstoffe verschwinden, die eine Rebsorte erkennbar machen. Goodvines fängt diese Aromen deshalb auf, stellt sie beiseite und gibt sie dem Wein am Ende zurück. Anschließend rundet eine kleine Menge rektifiziertes Traubenmostkonzentrat aus derselben Rebsorte ab, was vorher der Alkohol an Fülle getragen hat, und beim Sparkling Riesling kommt eine dezente Menge Kohlensäure dazu.
Auf künstliche Aromen oder Farbstoffe verzichtet Goodvines bewusst, und was in der Flasche steht, ist ein Wein, der vergoren, gereift und erst dann vom Alkohol befreit wurde, und genau das unterscheidet ihn von einem Traubensaft, der nie gegoren hat.
Was alkoholfrei beim Wein bedeutet
Rechtlich heißt ein Wein, dem nach der Gärung der Alkohol bis auf höchstens 0,5 Prozent entzogen wurde, in der Europäischen Union entalkoholisierter Wein.
In Deutschland darf er nach der Weinverordnung zusätzlich als alkoholfrei bezeichnet werden. Erreicht der Restalkohol 0,05 Prozent oder mehr, gehört der Hinweis auf weniger als 0,5 Prozent dazu. Die Weine von Goodvines geben 0,0 Prozent an und liegen damit im untersten Bereich, den das Weinrecht kennt. Mehr über das Verfahren erzählt unsere Warenkunde zum entalkoholisierten Wein.
Mit der Reform des EU-Weinrechts vom Februar 2026 wird alkoholfrei zum offiziellen Begriff. Ab dem 19. September 2027 tragen solche Weine den Zusatz alkoholfrei, bei höchstens 0,05 Prozent zusätzlich die Angabe 0,0 Prozent, und auf dem Etikett steht der Hinweis, dass sie durch Entalkoholisierung gewonnen wurden. Gewürzte Getränke aus entalkoholisiertem Wein wie der GlühVine heißen dagegen aromatisiertes Getränk aus alkoholfreiem Wein, denn den Namen Glühwein behält das EU-Recht Getränken mit mindestens 7 Prozent Alkohol vor.
Wer sich durch weitere Erzeuger probieren möchte, findet in unserer Kategorie alkoholfreier Wein weitere entalkoholisierte Weine, etwa den Zero Hero Sauvignon Blanc von Oliver Zeter.
GlühVine im Winter, GUUBII im Sommer
Neben den vier Weinen hat Goodvines zwei Getränke für die Jahreszeiten entwickelt, den heiß getrunkenen GlühVine für kalte Abende und einen Aperitif für warme.
Den GlühVine rot gibt es aus entalkoholisiertem Rotwein, den GlühVine weiß aus Riesling, beide gewürzt mit Zimt, Nelke, Kardamom und Anis. Behutsam erhitzt und nie gekocht kommen sie in die Tasse. Sie schmecken nach Wein mit Gewürzen, mit Gerbstoff und Säure, wie man sie vom Glühwein auf dem Weihnachtsmarkt kennt.
Für den Sommer entstand gemeinsam mit der Essigmarke RUBYcube der GUUBII Holunder Zitrone. Er verbindet alkoholfreien Riesling mit einer im Holzfass gereiften Rotweinessig-Kreation aus Holunderblüten, Zitronen und Kräutern. Die Idee kam bei gemeinsamen Veranstaltungen, als der Sparkling Riesling mit dem Holunderessig verfeinert wurde und das Farbspiel im Glas alle begeisterte.
Auch auf internationalen Wettbewerben fiel die Arbeit aus Heidelberg auf, denn 2024 gewann der Sparkling Riesling Gold bei den World Alcohol-Free Awards in England, und bei der International Non-Alcohol Competition in New York gab es Gold für den Sauvignon Blanc sowie Silber für den Sparkling Riesling und den Merlot Rosé. Für einen Abend ohne Alkohol bleibt so der Wein selbst auf dem Tisch. Gute Reben eben.