Olivenöl und Trüffel aus Molise von Vitelium
Vitelium ist eine kleine italienische Manufaktur mit Sitz in Hamburg, die Olivenöl und Trüffelspezialitäten aus eigenem Anbau in Molise herstellt. In Italien kümmert sich Davide Petrollino um Haine und Produktion, in Hamburg Constanze Engelbrecht um alles Weitere.
Vitelium ist eine Feinkostmanufaktur aus Hamburg mit eigenem Anbau in Provvidenti, einem der kleinsten Dörfer Italiens in der Region Molise. Dort wachsen die Oliven für drei verschiedene Olivenöle und mehrere Würzöle, und aus Trüffeln der Region entstehen Pesto, Creme und Trüffelöl.
Ein Biologe aus Campobasso und eine Hamburgerin
Hinter Vitelium stehen Davide Petrollino aus Campobasso und Constanze Engelbrecht aus Hamburg, die ihre Forschung an der Universität gegen Olivenhaine und eine eigene Manufaktur getauscht haben.
Davide hat mehr als zehn Jahre an der Universität Ferrara über Pflanzenbiologie und Agrartechnik geforscht, bevor er in seine Heimatregion zurückkehrte. Heute setzt er dieses Wissen im Anbau von Oliven und Hanf und in der Herstellung der Öle um. Constanze forschte an der HafenCity Universität in Hamburg zu Stadt- und Regionalsoziologie, zu lokaler Produktion und zur Entwicklung ländlicher Räume.
Während Davide in Molise über Ernte und Qualität wacht, führt Constanze die Geschäfte in Hamburg, entwirft die kreativen Ideen und sorgt dafür, dass die Produkte nach Deutschland kommen. Aus dem Lager in der Hamburger Speicherstadt gehen die Pakete auf die Reise. So verbindet die Firma den Süden Italiens mit dem Norden Deutschlands, die Olivenhaine mit dem Hafen.
Den Namen haben die beiden aus der Geschichte ihrer Region geholt. Viteliú ist ein Wort aus dem Oskischen, der Sprache der Samniten, die einst im Süden Italiens lebten und sich lange gegen Rom behaupteten. Aus Viteliú wurde über die Jahrhunderte Iteliú und schließlich Italia, und so steckt im Firmennamen nichts Geringeres als der Name des ganzen Landes.
Molise, die stille Region südlich der Abruzzen
Molise ist eine der kleinsten Regionen Italiens, gelegen zwischen dem Apennin und der Adria, und in der Küche reich an Trüffeln, alten Olivensorten, seltenen Weinen und würzigen Käsen.
Vitelium nennt Molise ein unentdecktes Juwel Italiens. Noch heute arbeiten hier viele Familienbetriebe und kleine Genossenschaften nach überliefertem Wissen. Tradition, Einfachheit und Respekt vor der Natur prägen das Leben in den Dörfern, und genau diese Werte wollen Davide und Constanze in ihre Produkte tragen.
Provvidenti, der Sitz des Anbaus, ist eines der kleinsten Dörfer des Landes. Im Kampf gegen Rom diente es einst als Festung und Kornkammer für Hannibal und die mit ihm verbündeten Samniten. Rund um den Ort und im Tal des Biferno bei Larino stehen die Olivenbäume, die Vitelium selbst pflegt. Im Tal ist die Gentile di Larino beheimatet, eine eigene Olivensorte, aus der das Frentanum gewonnen wird.
Früh geerntet, von Hand gelesen, kalt gewonnen
Die Oliven erntet Vitelium früh im Herbst, je nach Saison zwischen Mitte Oktober und Anfang November, wenn sie grün und voller Frucht sind, und zwar ausschließlich von Hand.
Spätestens sechs Stunden nach der Ernte sind sie in der Ölmühle, wo das Öl mit modernen, schonenden Verfahren rein mechanisch und unter 27 Grad gewonnen wird.
Jedes Jahr kommt nur Öl aus frischer Ernte in die Flaschen, und jedes wird verkostet, bevor es die Mühle verlässt. Fruchtig, bitter und scharf soll es sein, die drei Merkmale eines guten Olivenöls. Je früher die Ernte, desto grüner und schärfer schmeckt das Öl, auch wenn die Oliven dann weniger davon hergeben.
Drei Öle füllt die Manufaktur ab. Provvidentia ist leicht fruchtig, das sortenreine Frentanum aus der Gentile di Larino mittel fruchtig nach Gras und Artischocke. Das Embratur aus Sperone di Gallo und Nocellara del Belice ist intensiv und schmeckt nach grüner Tomate. Bei uns stehen Frentanum und Embratur in kleinen Flaschen zu 100 und zu 250 Millilitern, zu finden bei den nativen Olivenölen extra.
Daneben presst Vitelium Oliven gemeinsam mit Zitronen, Rosmarin oder Chili, und auf zugesetzte Aromen verzichtet die Manufaktur dabei bewusst. Aus dieser Reihe führen wir das Zitronenöl, für das auf 100 Kilo Oliven 30 Kilo Zitronen in die Mühle kommen. Weitere Öle mit Frucht und Kräutern findest du bei unseren aromatisierten Olivenölen.
Trüffel aus den Wäldern des Apennins
Für die Trüffelspezialitäten arbeitet Vitelium mit Angelo zusammen, einem befreundeten Trüffelsucher aus Molise, der seine Hunde selbst ausbildet und frische Trüffel aus der Region liefert.
Molise ist bekannt für die Vielfalt seiner Trüffel, die Hunde finden die Knollen am Duft, oft unter Eichen und Pappeln. Zwischen Oktober und Dezember findet man dort den weißen Albatrüffel, Tuber magnatum Pico, und den schwarzen Herbsttrüffel, den man in Deutschland auch Burgundertrüffel nennt. Im Sommer folgt der Sommertrüffel, im späten Winter der helle Bianchetto.
Aus Champignons und Sommertrüffel entsteht die Tartufata, ein Trüffelpesto nach klassischem Rezept, das bei uns neben anderen Sorten in der Kategorie Pesto steht. Das Steinpilzpesto verbindet Steinpilze aus Molise mit Sommertrüffel, Lorbeer und Nelke. Die weiße Trüffelcreme bekommt ihre Würze vom Caciocavallo, einem Käse aus der Region, und das weiße Trüffelöl ruht auf dem eigenen Olivenöl.
Alle vier gibt es in kleinen Gläsern und Flaschen, und alle vier sind in wenigen Minuten auf dem Teller, ob über Tagliatelle, im Risotto oder auf geröstetem Brot. Passende Saucen anderer Hersteller findest du bei unseren Nudelsoßen.
Wildblumen zwischen den Olivenbäumen
Vitelium bewirtschaftet seine Haine im Einklang mit der Natur, sodass zwischen den Olivenbäumen Wildblumen und Kräuter wachsen, die Bienen und anderen Insekten Nahrung geben.
Auf Dünge- und Spritzmittel wird bei Vitelium bewusst verzichtet, und auch in der Verarbeitung setzt die Manufaktur auf schonende Verfahren, damit die Öle ihren Charakter behalten. Neben Oliven und Trüffeln baut Davide in Molise auch Hanf an, aus dem Hanföl und Hanfsamen entstehen.
Bei der Verpackung achtet die Firma auf kurze Wege und wenig Abfall. Große Mengen Öl kommen in Bag-in-Boxen, deren Beutel beim Zapfen zusammenfällt und das Öl frisch hält. Beutel und Karton lassen sich danach getrennt verwerten, die Etiketten druckt eine Druckerei mit umweltschonenden Verfahren, und für den Versand nutzt das Team überwiegend gebrauchte Kartons. Deshalb sieht jedes Paket aus der Speicherstadt ein wenig anders aus.
Ihr Wissen geben Davide und Constanze auch weiter, in Workshops an Schulen und Universitäten und als Berater in Molise, wo sie sich für einen behutsamen Anbau in der italienischen Landwirtschaft einsetzen. Mehr Olivenöl aus Italien, Spanien und Frankreich findest du in unserer Kategorie Olivenöl, weitere Feinkost aus dem Süden im Sortiment aus Italien.