Paula Pumpernickel bringt Münsterländer Desserts ins Glas
Die Reihe Paula Pumpernickel der Feinbrennerei Sasse besteht aus Sahnelikören mit je 17 % Vol.: Herrencreme, Milchkaffee und Salzkaramell. Zwei davon bauen Münsterländer Klassiker nach – das Festtagsdessert Herrencreme und die Kaffeetafel. Benannt sind sie nach der Food-Bloggerin, die das Münsterland bereist.
Paula Pumpernickel ist die Sahnelikör-Reihe der Feinbrennerei Sasse aus Schöppingen, entstanden aus einer Kooperation mit dem Münsterland-Siegel. Herrencreme, Milchkaffee und Salzkaramell kommen mit je 17 % Vol. in die 700-Milliliter-Flasche, die Herrencreme zusätzlich in 200 Milliliter. Ein Miniatur-Set führt mit sechs Fläschchen à 20 Milliliter durch alle drei. Milch steht bei allen als Allergen auf dem Etikett.
Die meisten Likörreihen erfinden Geschmäcker. Diese hier erinnert sich an welche – an das, was im Münsterland sonntags auf den Tisch kam, bevor jemand auf die Idee kam, es in eine Flasche zu füllen.
Wer Paula Pumpernickel ist
Hinter dem Namen steht eine Food-Bloggerin, die das ganze Münsterland bereist und auf paulapumpernickel.com hinter die Kulissen schaut.
Bei mehr als 80 Betrieben und Restaurants war sie dafür schon: Sie zeigt, wie die Produkte hergestellt werden, und stellt die Menschen vor, die dafür sorgen, dass es in der Region so viele gute Lebensmittel gibt – von Obst und Gemüse über Fleisch, Eier und Molkereiprodukte bis zu Bier und Spirituosen. Im Blog stehen regionale, saisonale Lebensmittel und die Geschichten dahinter.
Die Verbindung zur Brennerei ist älter als die Likörreihe. Die Feinbrennerei Sasse gehörte 2009 zu den Gründungsmitgliedern des Münsterland-Siegels, jenes Vereins, dessen Mitglieder Paula Pumpernickel besucht. Seit 2021 gibt es zusätzlich diese Kooperation zwischen dem Verein und dem Haus in Schöppingen – so beschreibt Sasse es selbst.
Das erklärt, warum die Reihe so klingt, wie sie klingt. Wer jahrelang Höfe und Küchen einer Region abfährt, kommt nicht mit einer Trendliste zurück, sondern mit dem, was die Leute dort wirklich essen.
Herrencreme, das Festtagsdessert
Die Herrencreme ist der Grund, aus dem diese Reihe existiert – und außerhalb Westfalens kennt sie fast niemand.
Das Original ist ein Dessert: Vanillecreme, geschlagene Sahne, geraspelte Blockschokolade und ein Schuss Rum, angerichtet in der Glasschale und zu Festtagen auf den Tisch gestellt. Der Likör baut genau das nach – echte Vanille, Sahne, Blockschokolade, Übersee-Rum.
Wer damit aufgewachsen ist, erkennt es beim ersten Schluck wieder. Wer nicht, lernt hier ein Stück westfälische Küche kennen, ohne den Löffel in die Hand zu nehmen. Diese Sorte gibt es als einzige der Reihe auch in der kleinen 200-Milliliter-Flasche – als Mitbringsel für jemanden, der die Geschichte dazu versteht.
Der Rum trägt dabei die Vanille und gibt der Sahne eine Kante – im Dessert wie im Likör. Die Blockschokolade wird im Original geraspelt unter die Creme gehoben, und sie steht auch beim Likör auf der Zutatenliste. Solche Details entscheiden, ob ein Nachbau als Zitat funktioniert oder bloß als Behauptung.
Bemerkenswert ist ohnehin, dass es diesen Likör gibt. Die Herrencreme ist ein Dessert, das man kennt oder eben nicht – ein Haus, das damit auf den überregionalen Markt geht, setzt darauf, dass Herkunft interessanter ist als Bekanntheit.
Milchkaffee und die westfälische Kaffeetafel
Der Milchkaffee zitiert eine Institution: die Kaffeetafel, bei der es nachmittags nicht um Kaffee geht, sondern ums Sitzenbleiben.
Kräftiger Kaffee trifft auf sahnige Milch, abgerundet mit einem Schuss Gebranntem – cremig, röstig, milchig. Er schmeckt nach dem Nachmittag, an dem der Kuchen aufgegessen ist und trotzdem niemand aufsteht.
Praktisch ist er der vielseitigste der Reihe: in den Espresso gegeben ersetzt er Zucker und Sahne in einem Schritt, über Vanilleeis wird er zum Affogato mit Abkürzung. Wer Kaffee ohne Sahne bevorzugt, findet den Kaffee Arabica Naturlikör bei den Sasse Likören.
Salzkaramell ist der Ausreißer
Der Salzkaramell baut kein westfälisches Dessert nach – sein Prinzip kommt aus der Bretagne, wo gesalzene Butter zum Karamell gehört wie das Meer zur Küste.
Karamell und Toffee treffen auf eine Prise Meersalz, und das Salz kommt spät: Es hebt die Süße an und schneidet sie zugleich ab. Deshalb wird dieser Likör nicht mächtig, obwohl er es sein müsste.
Der Punkt dazwischen ist schmal. Zu wenig Salz, und es bleibt eine süße Sahne; zu viel, und es kippt. In Schöppingen haben sie ihn getroffen – und deshalb hat ausgerechnet der Salzkaramell unter Grillfreunden eine Fangemeinde: Nach dem Steak, wenn die Kohlen noch glühen, passt die Salzkante besser zum Rauch, als man denkt.
17 Prozent und der Kühlschrank
Alle drei stehen bei 17 % Vol., und diese Zahl ist eine handwerkliche Entscheidung.
Sahne und Alkohol wollen sich trennen, und je höher der Alkohol, desto entschlossener. Die 17 % markieren den Punkt, an dem beides zusammenbleibt – darüber wird die Bindung zur Kunst. Im Glas zeigt sich das als leichter Fluss: Diese drei laufen dünn ins Glas und bleiben deshalb auch beim zweiten Mal angenehm.
Für dich heißt das: nach dem Öffnen in den Kühlschrank, dort halten sie einige Wochen. Vor dem Einschenken kurz schwenken, und bei 6 bis 8 Grad servieren – kalt treten Salz und Röstnoten klar hervor, warm überdeckt die Süße sie.
Wenn du nicht weißt, welche deine ist, nimm das Miniatur Tasting Set: sechs Fläschchen à 20 Milliliter, je zwei pro Sorte, dazu ein Tasting-Booklet. 120 Milliliter reichen für einen Abend zu zweit – und weil jede Sorte doppelt drin ist, darf jeder seinen Favoriten zweimal trinken.