Morillon Gamlitz vom Sattlerhof wurzelt in kristallinem Quarzsand
Morillon Gamlitz von Weingut Sattlerhof ist ein trockener Chardonnay aus der Südsteiermark, dessen Reben auf kristallinem Quarzsand mit Glimmer stehen. Der Jahrgang 2022 trägt die Kühle der Nächte in sich und bleibt dabei hell, geradlinig und angenehm zurückhaltend.
Morillon Gamlitz ist der Ortswein der Familie Sattler aus dem südsteirischen Gamlitz, und Morillon ist dort das ältere Wort für Chardonnay geblieben. Auf den Weinkarten des Landes stehen beide Bezeichnungen nebeneinander, gemeint ist immer dieselbe Rebsorte. Was diese Flasche prägt, ist allerdings weniger die Sorte als der Boden, auf welchem sie gewachsen ist.
Zitronenschale, Birne und ein kühler Kern
Der Duft öffnet mit frisch geriebener Zitronenschale, dahinter stehen eine gelbe Birne und ein Hauch von Mandel. Nichts davon drängt sich nach vorn, alles bleibt eine Spur unter der Temperatur des Raumes.
Im Mund zeigt sich der Chardonnay trocken und geradlinig, mit einer Frische, welche vom Boden her aufsteigt statt aus der Frucht. Die Würze der Südsteiermark läuft nebenher mit, salzig, hell und beinahe steinig. Trocken heißt hier nicht karg, sondern klar, weil dem Wein nichts fehlt, was er nicht auch entbehren könnte.
Dieser Wein hat es nie eilig, sondern gibt seine Aromen in der Reihenfolge frei, in welcher sie gewachsen sind. Mit ein paar Jahren in der Flasche hat der Jahrgang 2022 an Ruhe gewonnen, ohne seine Spannung dabei abzugeben.
Chardonnay trocken zu Kalb und Pilzen
Ein Kalbsbraten in heller Sauce ist das eine Gegenüber, ein Risotto mit Steinpilzen das andere, und beide holen die nussige Seite nach vorn, welche du im Duft schon ahnst. Auch ein gebratener Saibling verträgt die kühle Art, mit der dieser Chardonnay auftritt.
Alexander Sattler und sein Bruder bewirtschaften 33 Hektar Rebfläche, und ein guter Teil davon liegt so steil, dass jede Arbeit dort zu Fuß geschieht. Für den Wein im Glas bedeutet das vor allem eines, nämlich Zeit.
Die Herkunftspyramide der Südsteiermark kennt drei Stufen, und ein Ortswein muss zur Gänze aus den Weingärten der genannten Gemeinde stammen. Zum selben Ortsstil in einer anderen Rebsorte führt der Weißburgunder Gamlitz, welcher dieselben Hänge auf mildere und rundere Art übersetzt.
Quarzsand mit Glimmer in steilen Hängen
Die Weingärten in und um Gamlitz steigen von 350 auf 450 Meter Seehöhe an, und unter den Reben liegen kristalline Quarzsande mit Glimmer. Dieser Sand speichert wenig Wasser und zwingt die Reben, tiefer zu wurzeln, als es ihnen lieb wäre.
Der Glimmer darin ist jenes Mineral, welches im Sonnenlicht silbrig aufblitzt, und er gehört zum kristallinen Grundgebirge dieser Region. Böden solcher Art geben einem Wein selten Fülle, dafür Kontur und eine kühle, salzige Länge.
Über den Hängen wird es nachts spürbar kühler als unten im Tal, weshalb die Trauben ihre Säure behalten, während der Zucker langsam steigt. Die 15 bis 35 Jahre alten Rebanlagen kommen mit diesem Wechsel gut zurecht. Ein Blick auf das Sortiment des Weinguts Sattlerhof lohnt ebenso wie die Runde durch die Weißweine und die österreichischen Weine.
Morillon Gamlitz – ein Wein und seine Werte
- Herkunft Wein aus Österreich
- Anbaugebiet Südsteiermark DAC
- Qualitätsstufe Ortswein Gamlitz
- Rebsorte Morillon, Chardonnay
- 13,0 % vol. Alkohol
- enthält Sulfite
- vegan
- biodynamisch zertifiziert nach Lacon
Bio-Kontrollstelle AT-BIO-402 – Österreichische Landwirtschaft