Sattlerhof Morillon Pfarrweingarten, ein Chardonnay aus der wärmsten Riede
Morillon Pfarrweingarten von Weingut Sattlerhof ist der Chardonnay aus der Monopollage des Hauses, vergoren und 18 Monate auf der Feinhefe im Barrique gereift. Morillon heißt der Chardonnay in der Steiermark, und dieser hier steht in der obersten Stufe als Große STK Ried.
Morillon Pfarrweingarten ist der trockene Lagenwein aus einem Weingarten unweit des Ortskerns von Gamlitz, der sich auf 380 Metern Seehöhe von Süden nach Osten legt. Mit 90 Prozent Steigung ist er die steilste Fläche der Familie Sattler und zugleich einer der wärmsten Weingärten der ganzen Südsteiermark, in dem alte Rebstöcke tief im Kalk wurzeln.
Röstnuance, gelbe Tropenfrucht und zarte Kokosnuss
Der Duft beginnt zart würzig, mit einem Hauch Röstaromen und einem nussigen Anklang, wie ihn nur Holz und Zeit gemeinsam hinbekommen. Darüber liegen gelbe Tropenfrüchte, satt und reif, ohne dass davon etwas ins Süßliche kippen würde.
Am Gaumen ist der Chardonnay komplex und elegant zugleich, getragen von einer feinen Extraktsüße, welche ihn rund erscheinen lässt. Im Finale kommen zarte Kokosnuss und Ananas dazu. Dahinter bleibt eine feine Mineralität stehen, welche dem Wein seine große Länge gibt.
Trocken ist er trotz aller Fülle, und der Jahrgang 2019 hält seine Bestform bis 2033 und darüber hinaus. Eine Karaffe lohnt sich, falls du ihn heute schon öffnest, denn mit Luft entfaltet er sich merklich weiter und zeigt seine ruhige, breite Seite.
Geschmortes Kalb, Gans und feine Pasteten
Geschmorte Kalbsgerichte nennt das Weingut selbst zuerst, und der Wein bestätigt das im Glas, weil seine Fülle den langen Garzeiten standhält. Gans, Lamm und Rind stehen gleichberechtigt daneben, ebenso Ente und feine Pasteten mit etwas Süße im Gelee. Selbst ein Stück reifer Bergkäse hält dagegen, solange er nicht zu salzig gerät und dem Wein den Vortritt lässt.
In der Küche des Hauses kocht Markus Sattler genau in dieser Richtung, also mit Schmortöpfen, Sud und langer Geduld statt schneller Hitze. Ein Wein wie dieser braucht ein Gericht, das ebenso lange gebraucht hat wie er selbst.
Wer die jüngere, leichtere Lesart derselben Rebsorte sucht, findet sie im Morillon Gamlitz als Ortswein. Der Pfarrweingarten bleibt dagegen der große Auftritt, jene Flasche für den Sonntagsbraten und das Menü mit Ansage.
Ein Korallenriff unter neunzig Prozent Steigung
Vor 18 Millionen Jahren wuchs an dieser Stelle ein Korallenriff, unweit der Strände jenes Urmeeres, welches sich einst quer durch die heutige pannonische Ebene zog. Zurück blieb Korallenkalk, dazu Opok, ein Tertiärboden aus Ton und Mergel, und darüber eine dünne Sandschicht.
Nach historischen Aufzeichnungen hat die Familie diesen Hang wieder aufgerebt, und seither gehört er ihr allein. Damit ist der Pfarrweingarten jene Riede, die sonst niemand bewirtschaftet, was in der Südsteiermark selten vorkommt. Die Riede gilt als salzig im Charakter, was sich im Wein als mineralischer Zug unter der gelben Frucht wiederfindet.
Vergoren und gereift wurde er in Barriques von 225 und 300 Litern, erster und zweiter Befüllung, damit das Holz stützt statt zu übertönen. Was sonst noch aus Sernau kommt, zeigt die Seite vom Weingut Sattlerhof; wer breiter schauen mag, geht zu den Weißweinen oder zum Wein aus Österreich.
Morillon Pfarrweingarten – ein Wein und seine Werte
- Herkunft Wein aus Österreich
- Anbaugebiet Südsteiermark DAC
- Qualitätsstufe Riedenwein, Große STK Ried
- Lage Ried Pfarrweingarten
- Rebsorte Chardonnay, in der Steiermark Morillon genannt
- 13,5 % vol. Alkohol
- 5,7 g/l Säure
- 1,1 g/l Restzucker
- Ausbau im Barrique
- Bestform bis 2033
- 96 Punkte Falstaff
- 97+ Punkte A la Carte
- 92 Punkte James Suckling
- 19/20 Punkte Gault&Millau
- 4 Sterne Vinum
- enthält Sulfite
- vegan
- biologisch zertifiziert nach Lacon
Bio-Kontrollstelle AT-BIO-402 – Österreichische Landwirtschaft