Ein Dreierbund aus Pinot Noir, Chardonnay und Meunier
Der XV Triumvirat Grande Cuvée Brut 2015 ist die Prestige-Cuvée des Sekthauses Raumland, gefüllt aus den drei klassischen Champagnersorten. Die römische Fünfzehn im Namen steht dabei nicht für eine Auflage, sondern schlicht für den Jahrgang 2015.
XV Triumvirat Grande Cuvée Brut 2015 ist der lange gereifte Jahrgangssekt aus Flörsheim-Dalsheim, gekeltert aus Pinot Noir, Chardonnay und Pinot Meunier. Triumvirat heißt Dreierbund, und genau darum geht es hier: Drei Sorten teilen sich eine Flasche, keine davon führt allein. Von der Tirage im Mai 2016 bis in den April 2024 lag der Sekt auf der Hefe.
Honigmelone über Brioche und gerösteten Mandeln
Der XV duftet nach Apfel und Birne, dazu kommt reife Honigmelone, und darunter liegen Brioche, Nüsse und geröstete Mandeln aus dem Hefelager.
Am Gaumen ist er füllig und druckvoll und bleibt trotzdem leichtfüßig, weil 7,7 Gramm Säure je Liter ihn aufrecht tragen. Nur 2 Gramm Restzucker lassen keinen Raum für Süße, dafür kommt jener rauchige Ton hoch, welchen nasser Stein hat. Vielschichtig, tiefgründig und anhaltend steht er im Glas.
Fast acht Jahre auf der Hefe verändern einen Sekt von Grund auf, weil die Hefezellen sich auflösen und dabei Substanz an den Wein abgeben. Die Perlage wird davon so fein, dass sie eher als Textur denn als Bläschen im Mund ankommt.
Zu Steinbutt, Kalbsbries und altem Comté
Ein Sekt dieser Größe verlangt nach einem Hauptgang und nicht nach der schnellen Runde zur Begrüßung. Zum Jahreswechsel steht er ebenfalls gut da, dann allerdings als letzte Flasche und nicht als erste.
Steinbutt aus der Pfanne kommt ihm entgegen, ebenso Kalbsbries in heller Sauce und ein Comté mit vielen Jahren im Keller. Am Tisch gehört er bei 10 Grad ins große Weißweinglas, weil die schmale Flöte eine solche Aromatik regelrecht einsperrt und klein hält.
Warum drei Rebsorten einen Bund schließen
Pinot Noir gibt den Körper, Chardonnay steuert Länge und Finesse bei, Pinot Meunier bringt die Frucht und rundet die Kanten. Erst zusammen ergeben die drei jenes Gerüst, welches ein Sekt für so viele Jahre im Keller braucht. Im Haus gehört der Triumvirat deshalb zu den Sekten, welche mindestens 90 Monate auf der Hefe verbringen.
Gelesen wurde im September 2015 von Hand, danach folgte die sanfte Ganztraubenpressung. Die Grundweine reiften zu 58 Prozent im Barrique und zu 42 Prozent im Edelstahl, durchliefen den biologischen Säureabbau und gingen im Mai 2016 zur Tirage. Degorgiert wurde im April 2024, auf die Flasche kam der Sekt mit 12 Prozent Alkohol.
Das Jahr 2015 begann mild, wurde dann heiß und trocken, und erst der Regen im September brachte die Säure in die Trauben zurück. Volker Raumland gründete das Haus 1984 und steht mit fünf von fünf Trauben in der Hall of Fame des Gault&Millau. Alle Achtung. Bei uns findest du weitere Sekte aus Flörsheim-Dalsheim, den Folgejahrgang XVI aus 2016 und andere Sekte mit langem Hefelager.