Himbeere, Minze und frisch gebackenes Landbrot
Der Rosé Réserve Brut 2016 ist der jüngere der beiden Rosé-Jahrgänge, gekeltert aus reinem Spätburgunder und trocken ausgebaut. Kein wuchtiger Speisenbegleiter, sondern ein heller, verspielter Sekt mit Kräuterwürze, feiner Frische und Biss.
Rosé Réserve Brut 2016 ist der Rosésekt aus dem Sekthaus Raumland in Flörsheim-Dalsheim, gewachsen an knapp 30 Jahre alten Rebstöcken in der Lage Dalsheimer Bürgel. Helles Kupfer im Glas, feine Perlage, und darunter eine Frucht, welche mit Kräutern und Minze spielt. Marie-Luise Raumland hält Sekt ohnehin nicht für ein Gelegenheitsgetränk.
Himbeere, Kirschblüte und ein Hauch Minze
In der Nase zeigt der Rosé Réserve rote Waldbeeren und Himbeere, dazu Kirschblüten, Rhabarber und einen mediterranen Kräuterzug.
Erst danach meldet sich frisch gebackenes Landbrot, begleitet von einem Anklang Joghurt und einer balsamischen Spur. Am Gaumen kommen zarte Zitrusnoten und geröstete Nüsse dazu, während 7,1 Gramm Säure je Liter gegen 5,0 Gramm Dosage stehen und den Schluck aufrecht halten. Hell, klar, animierend steht er im Glas, sauber strukturiert bis in den langen Nachhall.
Mit 12,5 Prozent Alkohol trägt dieser Jahrgang etwas mehr Gewicht als der Vorgänger aus 2015, bleibt dabei aber der verspieltere von beiden. Wo der 2015er würzig und wuchtig auftritt, geht der 2016er einen Schritt zurück und setzt auf Frische.
Zu Sushi, Krustentieren und vegetarischer Küche
Die helle Frucht und die Kräuterwürze machen ihn zum Sekt für die asiatische Küche, wo viele Schaumweine überfordert sind.
Sushi und Maki kommen ihm entgegen, Krustentiere ebenso, und gebratenes Gemüse mit Sesam trifft die Nussnote aus dem Hefelager. Gebeizter Lachs mit Dill greift den Kräuterzug auf, ohne dem Sekt die Frische zu nehmen. Auch ein vegetarisches Menü findet in ihm einen Begleiter, welcher nichts überdeckt und trotzdem präsent bleibt.
Bei 7 bis 9 Grad ins Universalglas geschenkt, bleibt er animierend, während er sich im Laufe eines Abends langsam öffnet. Als Aperitif vor dem Essen ist er ebenso zu Hause wie später zwischen den Gängen.
Ein kleiner Anteil Holz und viel Geduld
Volker Raumland presst die ganze Traube und vergärt die Parzellen getrennt, bevor über Monate hinweg die Assemblage entsteht. Die Spätburgunder-Reben stehen auf Muschelkalk und Terra Fusca, einem tonreichen Kalksteinbraunlehm, welcher das Wasser gut hält.
Für den 2016er lagen 95 Prozent der Grundweine im Edelstahl, der kleine Rest im Holz, was der Beerenfrucht eine leise Würze mitgibt. Im Juni 2017 ging der Sekt auf die Flasche, im August 2024 wurde er von Hand degorgiert.
Marie-Luise Raumland hat BWL studiert und steht seit 2019 mit im Betrieb, den die Familie im Dezember 2025 offiziell übergeben hat. Ihr Satz, dass Sekt kein Gelegenheitsgetränk sei, passt zu diesem hellen Jahrgang besonders gut.
Robert Parker gab dem 2016er 95 Punkte, beim Vinum Sektaward reichten 94 Punkte für Platz zwei, beim Meininger Sektpreis 93 Punkte für Platz eins. Alle Achtung. Neben ihm steht bei uns der kräftigere Rosé Réserve aus 2015, dazu weitere Sekte aus Flörsheim-Dalsheim und das ganze Sekt-Sortiment.