Ancestrale Fleur duftet nach Holunderblüte, Birne und Litschi
Der Ancestrale Fleur Demi Sec ist ein halbtrockener Schaumwein aus reiner Scheurebe, welchen das Sekthaus Raumland nach der Méthode Ancestrale erzeugt. Seine Süße stammt nicht aus einer Dosage, sondern aus der Gärung selbst, die man rechtzeitig angehalten hat.
Ancestrale Fleur Demi Sec ist der fruchtsüße Schaumwein aus dem Sekthaus Raumland in Flörsheim-Dalsheim, gekeltert aus 100 Prozent Scheurebe. Fast zwanzig Jahre lief er unter dem Namen Fleur Doux, seit dem Jahrgang 2021 trägt er den neuen Namen und gehört zur Linie Raumland Manufacture. Ein Sekt für alle, welche es blumig und weich mögen.
Ein Blumenstrauß aus Holunderblüte und Litschi
In der Nase duftet der Ancestrale Fleur nach Holunderblüten, reifen Birnen und Litschi, wie ein Sommerstrauß, den jemand ins Glas gestellt hat.
Am Gaumen zeigt sich dann die Restsüße von 42 Gramm je Liter, doch sie legt sich nicht schwer auf die Zunge. Dafür sorgen 9 Gramm Säure, welche der Süße das Gegengewicht geben und Aromen von Limette und frisch gepflückten Trauben nach vorn holen. Fruchtig, duftig, leichtfüßig steht er im Glas, mit feiner Perlage und einem Nachhall, welcher lange blumig bleibt.
Diese Blumigkeit bringt die Rebsorte selbst mit. Georg Scheu züchtete sie 1916 in Alzey, keine fünfzehn Kilometer von den Raumland-Weinbergen entfernt, und wollte sie eigentlich „Scheus Liebling" taufen. Im rheinhessischen Dialekt klang das bedenklich, also wurde die Scheurebe daraus.
Zum Dessert, zum Käse, zur ersten Runde
Der niedrige Alkoholgehalt macht ihn zum Sekt für den frühen Abend und für lange Sommertage, an denen ein trockener Brut zu streng wäre.
Zum Dessert ist er in seinem Element, weil er gegen Süßes nicht ankämpfen muss, sondern mitgeht: zu Obstkuchen, zu Panna cotta, zu Sorbet aus gelben Früchten. Er verträgt sich ebenso mit gereiftem Käse, dessen Salz die Frucht erst richtig aufweckt.
Wer ihn als Aperitif reicht, schenkt ihn gut gekühlt bei 6 bis 8 Grad aus, in einem Glas mit Bauch statt in der schmalen Flöte. Er braucht den Raum, sonst bleiben die Blütennoten unter der Kohlensäure liegen.
Die Gärung anhalten statt nachsüßen
Die Méthode Ancestrale ist die älteste Art, Schaumwein zu machen, und sie kennt keine zweite Gärung. Volker Raumland kühlt den Tank herunter, während der Grundwein noch gärt, sodass die Hefe stoppt und ein Teil des Traubenzuckers erhalten bleibt.
Halbvergoren geht der Wein anschließend in die Flasche, wo er zu Ende gärt und dabei seine Kohlensäure selbst bildet. Gerüttelt und degorgiert wird trotzdem von Hand, nur die Dosage entfällt am Schluss ersatzlos. Was du im Glas schmeckst, ist Zucker aus der Traube und nichts, was hinterher dazugekommen wäre.
Volker gründete sein Sekthaus 1984 in Rheinhessen, bewirtschaftet heute 14 Hektar biologisch und wurde 2020 als erstes reines Sektgut in den VDP aufgenommen. Seine Töchter Katharina und Marie-Luise stehen seit 2019 mit im Betrieb.
„Wenn es um die Qualität unserer Sekte geht, gehen wir keine Kompromisse ein", heißt es bei der Familie, und das gilt eben auch für den süßesten Sekt im Haus. Alle Achtung. Bei uns findest du weitere Sekte aus Flörsheim-Dalsheim, vom leichten Secco bis zu den Jahrgängen mit langem Hefelager im Sekt-Sortiment.