Ein MonRose, der auf die Cuvée verzichtet
Der MonRose Grande Cuvée Extra Brut 2012 ist ein Jahrgangssekt aus reinem Pinot Noir, gewachsen im Dalsheimer Bürgel. Kein Verschnitt aus den drei Champagnersorten, wie ihn der Name erwarten lässt, sondern die Entscheidung für eine einzige Rebsorte.
MonRose Grande Cuvée Extra Brut 2012 ist der große Jahrgangssekt des Sekthauses Raumland aus Flörsheim-Dalsheim, gekeltert aus 100 Prozent Spätburgunder. Bei der Assemblage überzeugten die Parzellen im Dalsheimer Bürgel die Familie so sehr, dass sie den Sortenverschnitt für dieses eine Jahr fallen ließ. 1.989 Flaschen wurden am Ende gefüllt.
Aprikose, rote Johannisbeere und Holzwürze
Am Gaumen entfalten sich druckvolle und lang anhaltende Noten von Aprikose und roter Johannisbeere, getragen von einem außergewöhnlich feinen Mousseux.
Der großzügige Ausbau im Holzfass, welcher 45 Prozent der Grundweine erfasste, legt eine würzige Schicht darüber und gibt dem Sekt sein Rückgrat. 7,5 Gramm Säure je Liter und lediglich 3 Gramm Dosage lassen ihn spröde wirken, solange er zu kalt aus der Flasche kommt, und erstaunlich weich, sobald er Temperatur annimmt.
Straff, würzig, kalkig steht er im Glas und hallt lange nach. Die Kalkmergelböden des Bürgel zeichnen dafür verantwortlich, denn ihre Mineralität zieht sich wie ein Faden durch den ganzen Sekt und macht ihn tiefer, als seine helle Farbe vermuten ließe.
Zu dunklem Fleisch und Trüffel
Reiner Pinot Noir bringt einen Kern mit, welchen ein Sekt aus drei Rebsorten in dieser Deutlichkeit nur selten zeigt.
Dunkles Fleisch kommt ihm entgegen, ebenso Ente aus dem Ofen, Wildgeflügel oder Pasta mit frisch gehobeltem Trüffel. Gegen zarten Fisch fällt er zu kräftig aus, gegen ein Käsebrett am späten Abend dagegen keineswegs.
Bei 9 bis 11 Grad zeigt er am meisten, im bauchigen Glas und ohne Eile. Als Aperitif an der Tür wäre er verschwendet, weil sein Bestes erst nach dem zweiten Schluck einsetzt. Wer ihn verschenkt, reicht mit der Holzkiste des Hauses gleich die Verpackung mit.
Vom Bürgel in die Flasche
Das Jahr 2012 begann bitterkalt und blieb bis in den April trocken, der ersehnte Regen kam erst zur Blüte.
Der Sommer lieferte danach genau die Temperaturen, welche die Trauben brauchten, und gelesen wurde im September von Hand. Was in die Presse kam, waren kleine, dickschalige, kerngesunde Beeren, wie sie ein Sekt mit langer Reife verlangt. Am 29. Juli 2013 folgte die Tiragefüllung und mit ihr die zweite Gärung in der Flasche.
Degorgiert wurde erst am 25. April 2024, also nach mehr als zehn Jahren auf der Hefe, von Hand gerüttelt wie jede Flasche im Haus. Ein Jahrgang, eine Sorte, eine Lage. Volker Raumland gründete den Betrieb 1984 und benannte diesen Sekt nach seiner Frau Heide-Rose, seit 2019 arbeiten die Töchter Katharina und Marie-Luise mit.
Die Dreisortencuvée zeigt dagegen der Vorgängerjahrgang 2011, sodass sich der Unterschied zwischen Verschnitt und Sortenreinheit am selben Sekt nachschmecken lässt. Daneben stehen weitere Schaumweine aus traditioneller Flaschengärung und Sekte mit langem Hefelager.