Mirabelle, kandierte Zitrone und ein Hauch Salzkaramell
Der XVI Triumvirat Grande Cuvée Brut 2016 ist die Prestige-Cuvée des Sekthauses Raumland aus dem Jahrgang 2016. Anders als beim Vorgänger führt hier der Pinot Noir mit deutlichem Abstand, Chardonnay und Meunier gehen ihm hinterher.
XVI Triumvirat Grande Cuvée Brut 2016 ist der Jahrgangssekt aus Flörsheim-Dalsheim, gefüllt aus 78 Prozent Pinot Noir, 19 Prozent Chardonnay und 3 Prozent Pinot Meunier. Die römische Sechzehn nennt das Lesejahr, der Name selbst den Dreierbund dieser Sorten. Über 100 Monate lag der Sekt danach auf der Hefe, ehe er von Hand degorgiert wurde.
Reife Mirabelle über Haselnuss und Salzkaramell
Der XVI duftet nach reifer Mirabelle, kandierter Zitrone und weißem Pfirsich, darunter liegen feine Röstaromen und Haselnuss aus dem langen Keller.
Am Gaumen ist er kraftvoll und zugleich elegant, denn 7,9 Gramm Säure je Liter geben ihm jene Spannung, welche solche Reife überhaupt erst verträgt. 3 Gramm Restzucker reichen gerade aus, um einen Hauch Salzkaramell durchscheinen zu lassen, ohne dass daraus Süße würde. Kräftig, klar konturiert und tiefgründig steht er im Glas.
Robert Parker gab dem 2016er 96 Punkte, und beim VINUM Deutschen Sektaward 2025 reichte dieselbe Punktzahl für den dritten Platz. In der Kategorie der Burgundersekte über 60 Monate Hefelager belegte das Haus damals die ersten drei Ränge.
Zu Jakobsmuscheln, Wachtel und altem Bergkäse
Ein Sekt mit über acht Jahren Hefelager hat den Anspruch eines großen Weißweins und will auch so behandelt werden. Für den schnellen Anstoß im Stehen ist er zu schade, weil sich seine Tiefe erst am Tisch zeigt.
Gebratene Jakobsmuscheln kommen ihm entgegen, ebenso Wachtel aus dem Ofen und ein Bergkäse, welcher lange im Keller gelegen hat. Auf 10 bis 12 Grad gekühlt und ins große Glas geschenkt, gibt er alles preis, was die schmale Flöte sonst schlicht verdecken würde.
Ein Jahrgang mit Ecken und Kanten
Das Jahr 2016 machte es dem Sekthaus im Frühjahr schwer, doch der Herbst glich die Strapazen aus und lieferte klar konturierte Grundweine. Im Haus gilt 2016 seither als Jahrgang mit Ecken, Kanten und einem großen Versprechen für später. Genau diese Kanten machen den 2016er heute zu einem Sekt mit eigener Handschrift.
Gelesen wurde im September 2016 von Hand, gepresst wurde die ganze Traube. Die Grundweine reiften zu 57 Prozent im Holzfass und zu 43 Prozent im Edelstahl, durchliefen den biologischen Säureabbau und gingen im Juni 2017 zur Tirage. Degorgiert wurde im September 2025, gerüttelt wird im Haus bis heute von Hand. Zwischen Lese und Verkauf liegen damit fast neun Jahre, in denen die Flasche einfach nur liegen durfte.
Die Reben stehen auf dem kalkreichen Dalsheimer Bürgel, welchen die Familie als Monopollage ganz für sich hat. Volker Raumland gründete das Sekthaus 1984, seit 2020 ist es als erstes reines Sektgut Mitglied im VDP. Alle Achtung. Bei uns findest du weitere Sekte aus Flörsheim-Dalsheim, den Vorjahrgang XV aus 2015 und weiteren Schaumwein mit langem Hefelager.