Apfel, Johannisbeere und ein rauchiger Ton vom Stein
Die Cuvée Katharina Brut Nature 2020 ist ein Blanc de Noirs, welcher ohne jede Dosage auf die Flasche kommt. Was hier nach Frucht schmeckt, stammt aus der Traube und nicht aus einem Löffel Zucker am Ende des Verfahrens.
Cuvée Katharina Brut Nature 2020 ist der knochentrockene Jahrgangssekt aus dem Sekthaus Raumland in Flörsheim-Dalsheim, gekeltert aus 72 Prozent Pinot Noir und 28 Prozent Pinot Meunier. Den Vornamen trägt er seit 1993, als die zweite Tochter des Hauses zur Welt kam und ein Sekt ohne zulässige Bezeichnung dringend einen Namen brauchte. Katharina Raumland ist heute die Önologin des Betriebs.
Reife Feige neben roter Johannisbeere
Der 2020er duftet nach Apfel und roten Johannisbeeren, dazu kommt eine reife Feige und jener rauchige Ton, welchen nasser Stein hat.
Am Gaumen zeigt sich die Handschrift des Jahrgangs, denn 6,9 Gramm Säure je Liter fallen eine Spur milder aus als in den Jahren davor. Puristisch, straff und trotzdem cremig steht er im Glas, mit Anklängen von Brioche und Walnuss aus 36 Monaten Hefelager. Der Nachhall bleibt salzig und zieht sich noch erstaunlich lange durch den Gaumen.
Ohne Dosage liegt jede Kante offen, und deshalb findet ein solcher Sekt vor allem Trinker, welche es kompromisslos trocken haben wollen. Wer sonst nur Brut im Glas hat, braucht ein paar Schlucke, bis der Gaumen sich umgestellt hat.
Zu geräucherter Forelle und jungem Ziegenkäse
Rauch und Salz auf dem Teller sind der beste Gegenpart zu einem Sekt, welcher selbst keine Süße mitbringt. Über einen langen Abend am Tisch trägt er ebenso, weil er zwischen zwei Gängen nicht ermüdet.
Geräucherte Forelle kommt ihm entgegen, ebenso ein Flammkuchen frisch aus dem Ofen und junger Ziegenkäse mit Kräutern. Als Aperitif vor dem Essen taugt er ebenfalls, dann bei 8 Grad und im bauchigen Glas, weil die schmale Flöte den rauchigen Ton einfach verschluckt.
Terra Fusca und ein trockener Sommer
Das Sektjahr 2020 begann mild und feucht, der Austrieb kam schon Mitte April, die Blüte folgte Ende Mai. Der trockene Sommer nahm den Reben von selbst einen Teil des Ertrags, und erst Regen und kühle Nächte im Spätsommer brachten die Frische zurück. Die Trauben kamen klein und lockerbeerig in die Kelter, mit fester Schale und entsprechend klaren Mosten.
Gelesen wurde von Hand, gepresst wurde die ganze Traube, danach reiften die Grundweine zu 72 Prozent im Edelstahl und zu 28 Prozent im Holzfass. Die Reben stehen auf dem Dalsheimer Bürgel, wo Terra Fusca den Boden dicht und kalkreich hält. Tirage war im Juni 2021, degorgiert wurde im Mai 2025, in der Flasche stehen 12 Prozent Alkohol.
Volker Raumland gründete das Haus 1984 und übergab es im Dezember 2025 an die beiden Töchter, welche seit 2019 im Betrieb mitarbeiten. Alle Achtung. Bei uns findest du weitere Sekte aus Flörsheim-Dalsheim, dazu den Vorgängerjahrgang aus 2019 und weiteren Schaumwein aus Flaschengärung.