Rhabarber bringt die Herbe, die Traube das Rosé
Der Zerozzante Cuvée No.4 ist ein alkoholfreier Fruchtsecco mit weißem Traubensaft und Rhabarber, kalt gepresst und mit Kohlensäure versetzt. Er ist der herbste der vier Cuvées und kommt ohne jede alkoholische Gärung zustande.
Zerozzante Cuvée No.4 Traube Rhabarber ist der jüngste alkoholfreie Fruchtsecco des Sekthauses Raumland in Flörsheim-Dalsheim, gemacht aus weißen Trauben und Rhabarber. Beide Zutaten stehen so auch auf dem Etikett, der Rhabarber ist hier also keine Aromenbeschreibung, sondern tatsächlich in der Flasche. Bei uns ist diese Cuvée der meistgekaufte Artikel des ganzen Hauses.
Feiner Rhabarber und ein Anklang von Himbeere
Dezent roséfarben steht die Cuvée im Glas, mit fein schäumendem Mousseux und einem Duft, welcher deutlich nach Rhabarber geht.
Dahinter erinnert sie an frische rote Himbeeren, obwohl keine einzige Himbeere darin steckt, und darüber liegen die floralen Anklänge der weißen Trauben. Im Antrunk bleibt die Süße auffallend zurückhaltend, weil der Rhabarber weniger Zucker und mehr Säure einbringt als jede Traube. Herb, frisch, aufgeräumt zeigt sie sich, mit einem klaren Nachklang nach Stangenrhabarber.
Botanisch ist Rhabarber übrigens gar kein Obst, sondern ein Knöterichgewächs und damit Gemüse. Geerntet wird er traditionell nur bis zum 24. Juni, damit die Pflanze bis zum Winter wieder zu Kräften kommt. Diese kurze Saison erklärt, warum ein Getränk mit echtem Rhabarber im Regal seltener steht als eines mit bloßem Rhabarberaroma.
Zum Frühjahr und vor dem Essen
Diese Cuvée ist der Aperitif unter den vier Zerozzante, weil die klare Herbe den Appetit öffnet statt ihn zuzudecken.
Spargel und junges Gemüse kommen ihr entgegen, ebenso gebratener Fisch, Geflügel und helles Fleisch. Zu herzhaften Kleinigkeiten wie Salzmandeln oder gerösteten Kernen läuft sie zur Form auf, und auch raffinierte Fruchtdesserts jenseits der reinen Süße halten ihr stand. Bei 6 bis 8 Grad kommt sie ins bauchige Glas, denn die feine Rhabarbernote braucht Luft über der Oberfläche.
Geöffnet steht die 750-ml-Flasche noch etwa drei Tage im Kühlschrank, bevor das Mousseux merklich nachlässt. Als Aperitif vor dem Menü reicht ein kleines Glas je Gast völlig aus, weil die Herbe schon nach zwei Schlucken ankommt. Wer den Abend über durchhalten will, findet in dieser Cuvée ohnehin den besseren Begleiter als in der süßeren Traubenvariante.
Kalt gepresst, kaltsteril gefüllt
Trauben und Rhabarber werden getrennt kalt gepresst und erst danach zusammengeführt, zugesetztes Wasser kommt in keinem Schritt hinzu. Erhitzt wird ebenfalls nichts, obwohl das die Haltbarkeit deutlich verlängern würde.
Volker Raumland hält an diesem Weg fest, weil Hitze die Frucht zwar konserviert, die feinen Nuancen dabei aber verkocht. Deshalb geht ausschließlich makelloses Lesegut in die Presse und der Saft anschließend kaltsteril in die Flasche. Neben Traubensaft, Rhabarber und Kohlensäure stehen lediglich 30 Milligramm Vitamin C je Liter auf der Zutatenliste.
Volker gründete sein Sekthaus 1984, bewirtschaftet 14 Hektar biologisch und arbeitet seit 2019 mit seinen Töchtern Katharina und Marie-Luise zusammen. Alle Achtung. Bei uns findest du weitere Getränke aus Flörsheim-Dalsheim und viele prickelnde Alternativen ohne Alkohol.