Drei Champagnersorten aus einem großen Jahrgang
Der MonRose Grande Cuvée Extra Brut 2011 ist ein Jahrgangssekt aus Chardonnay, Pinot Noir und Meunier, welchen das Sekthaus Raumland nur in besonderen Jahren assembliert. Keine Cuvée aus der laufenden Produktion, sondern die Auslese aus den besten Fässern eines einzigen Herbstes.
MonRose Grande Cuvée Extra Brut 2011 ist der Spitzensekt des Sekthauses Raumland in Flörsheim-Dalsheim, benannt nach Heide-Rose, der Frau des Gründers. Gerade 940 Flaschen kamen von diesem Jahrgang in die hauseigene Holzkiste. Ein Sekt, welcher die klassische Champagnercuvée aus drei Rebsorten mitten nach Rheinhessen holt.
Brioche, Zedernholz und saftige Orange
In der Nase zeigt der Raumland MonRose frisches Brioche, Zedernholz und Aromen von saftigen Orangen, dazu einen Hauch weißer Blüten.
Am Gaumen legt er Noten von Aprikose und roter Johannisbeere nach, druckvoll und lang anhaltend. 7,7 Gramm Säure je Liter halten ihn aufrecht, während ihm 3,5 Gramm Dosage jede Süße verwehren, hinter der er sich verstecken könnte. Würzig, füllig, kalkig mineralisch steht er im Glas, mit einem Mousseux von großer Feinheit.
Die Anteile verraten, wie diese Cuvée gedacht ist. 50 Prozent Chardonnay geben das Gerüst und die Zitrusachse, 35 Prozent Pinot Noir sorgen für den Körper, und 15 Prozent Meunier füllen die Mitte auf, wo sonst eine Lücke bliebe. Die Kalkmergelböden legen darunter eine Mineralität, welche der Sekt bis in den letzten Schluck mitnimmt.
Zu einem Essen, das Zeit hat
Ein Sekt dieser Statur verträgt keinen schnellen Anstoß im Stehen, sondern verlangt ein Glas, einen Sitzplatz und ein Essen dazu.
Geschmorte Kalbsbäckchen kommen ihm entgegen, ebenso Geflügel mit gerösteter Haut oder ein Risotto mit Steinpilzen. Auch ein lange gereifter Parmigiano Reggiano hält seiner Struktur stand, weil dessen Salz die Frucht nach vorn holt.
Entkorkt wird er bei 8 bis 10 Grad und ins Weißweinglas geschenkt, denn die schmale Flöte hält seine Reifearomatik unter Verschluss. Die Holzkiste macht ihn nebenbei zu einem Geschenk, welches niemand mehr einpacken muss.
Elf Jahre auf der Hefe
Das Weinjahr 2011 trieb früh aus und heizte bis in den Juni, ehe ein milder, feuchter Sommer die Reife der Trauben ausbremste.
Gerettet hat den Jahrgang ein Altweibersommer mit viel Sonne und wenig Regen, welcher den Trauben genau die Wochen gab, die ihnen vorher gefehlt hatten. Volker Raumland liest von Hand, presst ganze Trauben und vergärt die Grundweine spontan, davon 46 Prozent im Edelstahl und 54 Prozent im Barrique.
Nach dem biologischen Säureabbau ging der Wein am 12. Juni 2012 in die Tiragefüllung, womit die zweite Gärung in der Flasche begann. Degorgiert wurde von Hand am 31. Juli 2023, nach 133 Monaten Hefelager und damit weit jenseits dessen, was die Bezeichnung Grande Cuvée überhaupt verlangt.
Sein Sekthaus gründete Volker 1984, bewirtschaftet heute 14 Hektar biologisch und kam 2020 als erstes reines Sektgut in den VDP. Das muss ihm erst einmal jemand nachmachen. Wie sich derselbe Sekt ein Jahr später liest, zeigt der MonRose aus dem Jahrgang 2012, und im Sortiment aus Flörsheim-Dalsheim stehen weitere Jahrgänge bereit.