Ein Rosésekt, welcher Wild und Gänseleber verträgt
Der Rosé Réserve Brut 2015 ist ein trocken ausgebauter Rosésekt aus reinem Spätburgunder, gewachsen im Dalsheimer Bürgel. Kein leichter Sommerrosé für die Terrasse, sondern ein würziger Jahrgangssekt aus einem heißen Jahr, welcher acht Jahre auf der Hefe lag.
Rosé Réserve Brut 2015 ist der Rosésekt des Sekthauses Raumland aus Flörsheim-Dalsheim in Rheinhessen, gekeltert aus 100 Prozent Spätburgunder. Wer den Raumland Rosé Réserve Brut 2015 mit einem hellen Aperitifrosé verwechselt, wird beim ersten Schluck eines Besseren belehrt. Die Trauben stehen an knapp 30 Jahre alten Rebstöcken auf Muschelkalk und Terra Fusca.
Rote Sommerbeeren, Rhabarber und pinke Grapefruit
Der Rosé Réserve duftet nach roten Sommerbeeren, nach Rhabarber und nach pinker Grapefruit, dazu kommt ein würziger Ton aus dem langen Hefelager.
Am Gaumen folgt saftige Aprikose, gefolgt von einer spritzig-herben Grapefruitnote, welche den Schluck sauber abschließt. 7,6 Gramm Säure je Liter und 4,0 Gramm Dosage halten ihn trocken, ohne ihn dabei karg wirken zu lassen. Fruchtbetont, würzig, aufrecht steht er im Glas, mit einer Länge, welche man einem Rosé selten zutraut.
Nach mildem Frühjahr und heißem, trockenem Sommer wurde 2015 früh und bei bestem Wetter gelesen, eine regelrechte Bilderbuchlese. Im Vergleich zum Vorjahr fielen die Sekte dieses Jahrgangs kräftiger und würziger aus, und genau das hört man dem Rosé bis heute an.
Zu Wild, Gänseleberpastete und geräucherter Ente
Diese Würze macht ihn zum Rosésekt für die kalte Jahreszeit und für Gerichte, an denen ein Weißer scheitern würde.
Wild aus dem Ofen kommt ihm entgegen, eine Gänseleberpastete ebenso, weil seine Säure das Fett auffängt, statt daneben zu stehen. Geräucherte Entenbrust auf Feldsalat trifft die Beerenfrucht so genau, dass beides zusammengehört. Ein Rehrücken mit Preiselbeeren zeigt am deutlichsten, wozu dieser Rosé fähig ist.
Bei 8 bis 10 Grad ins Weißweinglas geschenkt, bleibt die Frucht klar, während sich die Reifearomen erst nach ein paar Minuten melden. Als Aperitif geht er ebenfalls durch, dann allerdings zu Salzmandeln und nicht zu Süßem.
Acht Jahre zwischen Tirage und Degorgierung
Rosé gekeltert heißt, dass die Farbe beim Pressen aus den roten Schalen kommt und nicht aus einem Verschnitt mit Rotwein. Aus roten Trauben entsteht auf diese Weise ein Sekt, dessen Farbe und dessen Frucht aus derselben Quelle stammen.
Die Grundweine lagen beim Raumland Sekt Rosé zu 100 Prozent im Edelstahl, ohne jeden Holzanteil, damit die Beerenfrucht des Spätburgunders unverstellt bleibt. Im Juni 2016 ging der Sekt auf die Flasche, im Juni 2024 wurde er von Hand degorgiert, das sind acht Jahre auf der Hefe.
Volker Raumland gründete das Haus 1984, bewirtschaftet 14 Hektar biologisch und wurde 2020 als erstes reines Sektgut in den VDP aufgenommen. Auf die Flasche kam der Rosé mit 12 Prozent Alkohol.
Meiningers Deutscher Sektpreis zeichnete ihn im August 2022 mit 92 Punkten aus. Alle Achtung. Wie derselbe Sekt im kühleren Folgejahr klingt, zeigt der Rosé Réserve aus 2016, und daneben findest du bei uns weitere Sekte aus Flörsheim-Dalsheim sowie viele Schaumweine aus Flaschengärung.