Riesling kehrt ins Sekthaus zurück
Der Riesling Sekt Brut 2018 ist ein trockener Jahrgangssekt aus reinem Riesling, der erste seiner Art im Sekthaus Raumland nach fünf Jahren Pause. Kein Sekt für den Keller, sondern einer, welcher seine Jugend ganz offen zeigt.
Riesling Sekt Brut 2018 ist der Traditionssekt des Sekthauses Raumland aus Flörsheim-Dalsheim, gekeltert aus 100 Prozent Riesling. Der Sommer 2018 heizte Rheinhessen durch wie kaum ein zweiter, weshalb die Handlese schon am 29. August begann. Riesling steht in diesem Haus neben den drei Champagnersorten als deutscher Gegenpol.
Weinbergpfirsich, grüner Apfel und Limette
Der Traditionssekt duftet nach weißen Blüten und gelben Früchten, nach saftigem Weinbergpfirsich und grünem Apfel, dazu zitronige Noten von Limette.
Am Gaumen bleibt er knackig, klar und saftig, mit einem Schmelz, welcher aus 36 Monaten auf der Hefe stammt. 6,6 Gramm Säure je Liter fallen für einen Riesling milde aus, was der heiße Jahrgang so mitgebracht hat, und 5 Gramm Restzucker runden die letzten Kanten. Die feine Perlage trägt das Ganze, ohne es zu übertönen.
Damit ist er der zugänglichste Rieslingsekt im Haus und derjenige, welcher am wenigsten Erklärung braucht. Wer sonst zu Prosecco greift und einmal wissen will, was traditionelle Flaschengärung daraus macht, findet hier den kürzesten Weg dorthin.
Zu asiatischer Küche und Gemüse
Seine unkomplizierte Frische macht ihn zum Sekt für den langen Sommerabend auf der Terrasse und für den Auftakt eines Essens.
Asiatische Gerichte kommen ihm entgegen, ebenso Geflügel aus der Pfanne und eine kräuterbetonte vegetarische Küche. Marie-Luise Raumland hält Sekt ohnehin nicht für ein Gelegenheitsgetränk, sondern für etwas, das an jedem Tag der Woche seinen Platz hat.
Bei 6 bis 8 Grad und im Weißweinglas kommt er am schönsten zur Geltung, kälter wirkt er verschlossen. Als Aperitif bringt er eine Runde in Gang, ohne den Appetit gleich wieder zu nehmen.
Ein Jahrgang, der zu früh reif war
Die Rieslingtrauben wachsen auf kalkhaltigem Unterboden mit Lehm und kiesigen Auflagen und wurden am 29. August 2018 von Hand geerntet.
So früh liest sonst kaum jemand Riesling für Sekt, doch die Hitze hatte den Zucker vorangetrieben und die Säure nach unten gezogen. Die Grundweine reiften zu 100 Prozent im Stahl, damit die Frucht die Hauptrolle behält, danach folgten der biologische Säureabbau und die zweite Gärung in der Flasche.
Eine Rieslingcharge legt die Familie ohnehin nur an, wenn der Herbst sie überzeugt hat, denn diese Sorte behält ihren Willen und gerät in schwachen Jahren dünn. Vor 2018 lagen deshalb fünf Jahre ganz ohne Rieslingsekt aus diesem Haus.
Volker Raumland gründete das Haus 1984, arbeitet auf 14 Hektar biologisch und hält auch beim günstigsten Sekt im Sortiment an mindestens 36 Monaten Hefelager fest. Fünf Jahre Wartezeit für eine einzige Rebsorte, das muss ein Haus sich leisten wollen. Wie derselbe Sekt aus einem kühlen Jahr klingt, zeigt der Jahrgang 2021, daneben stehen weitere Sekte des Hauses und alles Prickelnde aus dem Sortiment.