Null Gramm Dosage und trotzdem Cremigkeit im Glas
Die Cuvée Katharina Brut Nature 2019 ist ein Blanc de Noirs aus Pinot Noir und Pinot Meunier, hell gekeltert aus roten Trauben. Nach dem Degorgieren kommt kein Gramm Zucker mehr dazu, weshalb dieser Sekt ohne jede Süße auskommen muss.
Cuvée Katharina Brut Nature 2019 ist der puristische Jahrgangssekt des Sekthauses Raumland in Flörsheim-Dalsheim, benannt nach der jüngeren Tochter des Hauses. Volker Raumland legte ihn 1993 zur Geburt des Kindes zum ersten Mal auf die Hefe, und seither steht der Name auf jedem Etikett dieser Linie. Heute führt die Önologin das Sekthaus gemeinsam mit der Schwester.
Grapefruit, Waldbeeren und ein Hauch Meersalz
In der Nase zeigt der Brut Nature Grapefruitzeste und dunkle Waldbeeren, dahinter liegt jener Brioche-Ton, welchen 36 Monate auf der Hefe mitbringen.
Am Gaumen bleibt nichts, hinter dem sich der Sekt verstecken könnte, denn 7,9 Gramm Säure je Liter treffen auf null Gramm Dosage. Salzig, straff und puristisch steht er im Glas, dazu eine feine Cremigkeit, welche aus dem langen Hefelager stammt und die Kanten rundet. Der Nachhall schmeckt nach Meersalz und Zitrusschale und will so schnell nicht aufhören.
Die Perlage bleibt dabei fein und drängt sich nicht vor, sie trägt die Aromen nur nach oben und legt sich wieder. Ein Brut Nature verzeiht keine Nachlässigkeit im Weinberg, weil ihm der Zucker fehlt, welcher sonst manches zudecken würde.
Zu Austern, Sashimi und altem Parmigiano
Ein Sekt ganz ohne Restsüße braucht Salz auf dem Teller, sonst wirkt er streng und bleibt verschlossen. Vor dem Essen weckt er den Gaumen, statt ihn mit Frucht und Süße zu belegen.
Austern kommen ihm entgegen, ebenso roher Fisch als Sashimi und ein lange gereifter Parmigiano Reggiano, dessen Salzkristalle die Säure auffangen. Wer ihn zum Essen reicht, entkorkt ihn bei 8 bis 10 Grad und schenkt ihn ins Weißweinglas, weil die schmale Flöte den Brioche-Ton unter der Kohlensäure festhält.
Warum der Sekt einen Vornamen trägt
Blanc de Noir wollte die Landwirtschaftskammer damals nicht auf dem Etikett dulden, und „hell gekeltert aus roten Trauben“ war Volker Raumland zu sperrig für eine Flasche. Also bekam der Sekt den Namen des Kindes, welches im selben Jahr zur Welt kam.
Die Trauben wachsen auf dem Dalsheimer Bürgel an knapp 30 Jahre alten Rebstöcken, zu 86 Prozent Pinot Noir und zu 14 Prozent Pinot Meunier. Der Grundwein reifte fast vollständig im Edelstahl, nur ein kleiner Teil ging ins Holzfass. Tirage war im Mai 2020, degorgiert wurde von Hand im Februar 2024, auf die Flasche kam er mit 12 Prozent Alkohol.
Katharina Raumland hat Önologie studiert, steht seit 2019 im Betrieb und hat ihn im Dezember 2025 gemeinsam mit Marie-Luise übernommen. Der Vater gründete das Haus 1984, seit 2020 ist es als erstes reines Sektgut Mitglied im VDP. Alle Achtung. Bei uns findest du weitere Sekte aus Flörsheim-Dalsheim sowie andere Sekte aus traditioneller Flaschengärung.