Konfekt
Konfekt ist der Sammelname für Pralinen und ähnliche feine Süßwaren, dazu für süßes Kleingebäck; in Süddeutschland, Österreich und der Schweiz heißt so auch das Teegebäck.
Das Wort ist weit gespannt, und genau das macht es nützlich. Wer zum Kaffee eine Schale Konfekt hinstellt, legt sich nicht fest, ob darin gefüllte Schokolade liegt, ein Stück Printe oder ein kleiner Kakao-Gugelhupf.
Was versteht man unter Konfekt?
Das Wörterbuch DWDS und der Duden sind sich einig: Konfekt steht für die Gesamtheit von Pralinen und Ähnlichem; das DWDS nennt dazu feine Süßwaren und süßes Kleingebäck. Die zweite Bedeutung hängt an der Landkarte. Im Süden, in Österreich und in der Schweiz meint Konfekt auch das Teegebäck, also kleines süßes Gebäck zum Tee oder Kaffee.
Das Wort selbst stammt aus der Apotheke. Im 14. Jahrhundert meinte mittelhochdeutsch confect, was der Apotheker zubereitete, vor allem eingezuckerte oder eingekochte Früchte. Dahinter steht das lateinische conficere, fertig machen, zubereiten; confectum ist schlicht das Zubereitete. Erst im 16. Jahrhundert wurde daraus das Zucker- und Backwerk, das wir heute meinen.
Diese Herkunft erklärt, warum Konfekt so viel umfassen kann. Es beschreibt keine Zutat und kein Verfahren, sondern etwas Kleines, das jemand sorgfältig fertig gemacht hat, damit du es nur noch nehmen musst.
Was ist der Unterschied zwischen Konfekt und Pralinen?
Die Praline ist ein Rechtsbegriff, Konfekt nicht. Nach Anlage 1 der Kakaoverordnung ist eine Praline ein Erzeugnis in mundgerechter Größe aus gefüllter Schokolade oder aus Schokolade und anderen Lebensmitteln, wobei der Schokoladenanteil mindestens 25 Prozent des Gesamtgewichts ausmachen muss. Für das Wort Konfekt gibt es in dieser Verordnung keine Begriffsbestimmung.
Daraus folgt eine einfache Regel: Jede Praline ist Konfekt, aber nicht jedes Konfekt ist eine Praline. Ein Stück Nougat, ein Happen Printe oder ein Kakaokügelchen aus Pflanzenfett und Kakaopulver passen unter das große Dach, auch ohne die Schokoladengrenze der Praline. In den Leitsätzen für Feine Backwaren beschreibt Konfekt die Form: Stollenkonfekt entspricht den Anforderungen an Stollen und ist in mundgerechten Stücken portioniert.
Willst du wissen, was du in der Hand hast, hilft das Zutatenverzeichnis mehr als der Name. Stehen dort Mehl und Zuckersirup, hältst du Gebäck. Steht dort Kokosfett, ist der Schmelz auf Kühle gebaut.
Gibt es ein anderes Wort für „Konfekt“?
Ja, sogar mehrere, nur meint keines genau dasselbe. Der Duden nennt Pralinen, Leckereien, Naschereien und Fondant; das DWDS ergänzt die weiten Oberbegriffe Süßwaren und Zuckerwaren und, umgangssprachlich, Naschwerk und Süßkram. Pralinen ist das engste Wort, weil es Schokolade voraussetzt, Naschwerk das wärmste, Süßwaren das nüchternste. Konfekt liegt dazwischen: Es klingt nach Sorgfalt, ohne zu verraten, woraus das Stück gemacht ist.
Was genau ist Eiskonfekt?
Eiskonfekt heißt nach dem Gefühl, das es auf der Zunge macht. Nach der Warenkunde des Bundesverbands der Deutschen Süßwarenindustrie lebt es von einem hohen Anteil an Kokosfett. Ungehärtetes Kokosfett hat eine besonders hohe Schmelzwärme: Es braucht viel Energie, um flüssig zu werden, und holt sie sich aus deinem Mund. Deshalb wirkt Eiskonfekt kühl auf der Zunge, und Menthol oder Traubenzucker können den Effekt noch verstärken. Mindestens 5 % Kakaopulver muss es enthalten.
Leg ein Stück auf die Zunge und warte, statt zu kauen. Erst ist es fest, dann wird es weich, und in diesem Moment spürst du die Kühle. Kokosfett ist bei Raumtemperatur fest und schmilzt erst im Mund.
Gugelhupf aus dem Dreiländereck
In Weil am Rhein hat Günter Keller 1993 mit seinem Sohn Michael Goufrais gegründet; der Name verbindet das französische goût mit frais, sinngemäß der kühle Genuss. Die kleine Gugelhupfform soll an das Elsass erinnern. Spritzmaschinen füllen die Masse in Formen für je 64 Stück, nach dem Abkühlen werden die Gugelhupfe herausgeklopft, zwei Tage weiter gekühlt, mit Kakao bestäubt und von Hand verpackt.
Auch im Goufrais Kakao Konfekt stecken Kokos- und Palmkernfett, dazu Kakaopulver im Inneren und als Bestäubung außen. Jedes Stück wiegt etwa 7,5 Gramm. Nimm es direkt aus dem Kühlschrank: Dann ist die Hülle herb und trocken, der Kern hält erst dagegen und wird dann süß und weich. Die Hauptsaison des Hauses liegt nicht ohne Grund in der kühlen Jahreszeit.
Wenn Printen zu Konfekt werden
Printen sind nach den Leitsätzen für Feine Backwaren knusprig-harte oder saftig-weiche Braune Lebkuchen, erkennbar an ungelösten braunen Kandiszuckerkrümeln und einer typischen Würzung. Mehr zur Verwandtschaft steht im Eintrag über Lebkuchen. Aachener Printen sind als geschützte geografische Angabe (g. g. A.) eingetragen.
In Aachen backt die Printenbäckerei Klein seit 1912 in eigener Backstube, heute in der vierten Generation und in Handarbeit; die Rezeptur bleibt in der Familie. Für das Kräuterprinten-Konfekt werden klassische Kräuterprinten in knusprig harte Happen gebrochen, ohne Schokolade, gewürzt mit Zimt, Anis, Nelke und Koriander, gesüßt mit Zuckersirup, Kandis und braunem Zucker. Das weiche Printenkonfekt ist die andere Seite: Weichprinten ziehen nach dem Backen in einer Feuchtkammer Feuchtigkeit, bis sie geschmeidig sind, dann kommen sie in Vollmilch-, Zartbitter- oder weiße Schokolade und bekommen Mandeln.
Kühl, trocken, gut verschlossen
Das Kakao Konfekt von Goufrais verzeiht wenig Wärme, es gehört in den Kühlschrank und kommt erst zum Servieren heraus. Harte Printen bleiben trocken in der Dose; magst du sie weicher, leg für ein paar Tage ein Stück Apfel dazu, die Feuchtigkeit erledigt den Rest. Ein Prüfstein für Printen: Brich einen Happen durch. Siehst du kleine braune Kandiskrümel, die sich nicht aufgelöst haben, hältst du, was die Leitsätze von einer Printe verlangen.
Am schönsten ist Konfekt, wenn es sich mischen darf. Eine kleine Schale zum Espresso nach dem Essen, ein paar gekühlte Kakao-Gugelhupfe neben kantigen Printenhappen, und jeder am Tisch greift dorthin, wo er heute hinwill.
Konfekt aus Weil am Rhein und Aachen
Das Kakao Konfekt von Goufrais gibt es aus unserem Sortiment in mehreren Größen: den Gold Beutel mit 20 Stück zum Mitbringen, die Geschenkpackung mit 34 Stück, die Flow Pack Box mit 60 einzeln in Goldfolie verpackten Stück und die Rundbox mit rund 67 Stück als Vorrat. Aus Aachen kommen das knusprige Kräuterprinten-Konfekt und das schokolierte weiche Printenkonfekt der Printenbäckerei Klein.
Quellen
- DWDS: Konfekt
- Duden: Konfekt
- Kakaoverordnung, Anlage 1
- Deutsches Lebensmittelbuch: Leitsätze für Feine Backwaren
- BDSI: Nugat, Trüffel und Eiskonfekt
- Lexikon der Ernährung, Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg 2001, Stichwort Kokosfett
- Wirtschaft im Südwesten: Süße Sünde
- aachen tourist service: Printenbäckerei Klein
Zuletzt geprüft am 16.10.2026