Blaufränkisch vom Weingut Gernot Heinrich aus dem Burgenland
Blaufränkisch von Gernot Heinrich ist der Gutswein des Hauses, gewachsen auf beiden Seiten des Neusiedler Sees und biodynamisch gepflegt. Kein schwerer, holzbetonter Lagenwein also, sondern ein zugänglicher Bio-Rotwein mit dunkler Beerenfrucht, weichem Gerbstoff und einem Zug Röstwürze.
Blaufränkisch ist die rote Leitsorte Österreichs, und dieser hier kommt vom Weingut Gernot Heinrich aus Gols im österreichischen Burgenland. Die Trauben des Jahrgangs 2019 wachsen teils auf kalk- und schieferhaltigen Böden an den Osthängen des Leithagebirges, teils auf sandigem Lehm an den Südhängen der Parndorfer Platte. Die 13,0 Prozent Alkohol merkt man ihm kaum an, so aufrecht steht er im Glas.
Schwarze Johannisbeere, Veilchen und ein Hauch Schokolade
Aus dem Glas steigt zuerst schwarze Johannisbeere, dahinter kommen feine Weichselfrucht, herber Granatapfel und die duftige Süße blühender Veilchen dazu.
Am Gaumen läuft die Frucht dann in eine dunklere Richtung, und die Säure hält das Gefüge aufrecht, ohne dabei spitz zu werden. Zur Beere treten Schokolade und feine Röstaromen, die aus dem langen Aufenthalt im Holz stammen. Die Gerbstoffe sind weich genug, dass dieser Rotwein schon heute Freude macht und keine weitere Lagerung verlangt.
Blaufränkisch reift spät, oft erst weit im Oktober, und behält dabei eine Frische, die ihm auch in warmen Jahren Kontur gibt. Aus diesem späten Reifen stammt die pfeffrige Würze, an der du die Sorte im Glas erkennst. Sie gilt in Österreich als rote Leitsorte und bringt hier eine dunkle Ernsthaftigkeit mit.
Vom Holzgärständer in gebrauchte Eichenfässer
Die Handlese zieht sich von Mitte September bis Anfang Oktober 2019 hin, und was danach im Keller geschieht, braucht vor allem Geduld.
Zwei Wochen bleiben die Trauben auf der Maische, ein Teil im hölzernen Gärständer, ein Teil im Stahltank. Danach werden sie schonend gepresst und vergären von selbst, angestoßen allein von den Hefen aus dem Weingarten. Zugesetzte Reinzuchthefe kommt in diesem Keller grundsätzlich nicht zum Einsatz.
Danach liegt der Unterschied zu einem gewöhnlichen Jahrgangsrotwein im Kalender, denn dieser Wein bleibt vier Jahre im Holz. Er ruht teils in den Gärständern, teils in gebrauchten 500-Liter-Fässern, deren Holz längst kein frisches Röstaroma mehr abgibt. Gefüllt wurde er erst Ende August 2023, und diese lange Ruhe erklärt seine gerundete Form.
Wohin dieser Rotwein am Tisch gehört
Deftiges aus dem Schmortopf sucht genau so ein Gegenüber, das mit Fett und Röstaromen umgehen kann, ohne dabei selbst die Führung zu übernehmen.
Ein Rindsgulasch mit viel Zwiebel nimmt ihn ohne Mühe an seine Seite, ein Schweinsbraten mit krosser Schwarte ebenso. Ein gereifter Bergkäse aus dem Alpenraum holt am Ende die schokoladige Seite des Weins hervor. Serviert wird er bei Kellertemperatur, weil zu viel Wärme jene Frische wegnimmt, die ihn so trinkbar macht.
Die ernste Fassung derselben Rebsorte steht im Blaufränkisch Leithaberg 2017, der aus alten Hanglagen am Leithagebirge stammt. Der Zweigelt 2019 aus demselben Keller zeigt die zweite burgenländische Leitsorte, deutlich heller und kühler gebaut. Weitere Flaschen für die langen Abende des Jahres stehen im Rotwein.
Blaufränkisch – ein Bio-Wein und seine Werte
- Herkunft Wein aus Österreich
- Anbaugebiet Burgenland
- Biodynamisch zertifiziert
- 100% Blaufränkisch
- 13.0% Vol. Alkohol
- 6.4 g/l Säure
- 3.0 g/l Restzucker
Bio Kontrollstelle AT-BIO-402 – Österreich Landwirtschaft