Schlanker Pinot Noir vom Weingut Gernot Heinrich aus Gols
Pinot Noir von Gernot Heinrich ist ein schlanker, durchscheinender Spätburgunder aus dem Burgenland, der nur eine Woche auf der Maische bleibt. Kein wuchtiger, holzbetonter Rotwein also, sondern ein heller Wein mit Himbeerfrucht, Wiesenkräutern und sanftem Gerbstoff.
Pinot Noir ist der leichte Spätburgunder vom Weingut Gernot Heinrich aus Gols im österreichischen Burgenland, gewachsen auf beiden Seiten des Neusiedler Sees. Die Trauben des Jahrgangs 2022 stehen teils auf kalksteinreichen Böden in kühlender Waldrandnähe am Leithagebirge. Andere Reihen wachsen in den sonnigen Hanglagen am Südostrand der Parndorfer Platte, wo schottrig-sandiger Lehm den Untergrund bildet. Bei 11,5 Prozent Alkohol steht er ganz am hellen Ende der roten Palette.
Durchscheinende Farbe und helle Himbeere
Wer das Glas gegen das Licht hält, sieht keinen dunklen Rotwein, sondern eine durchscheinende, fast kirschrote Farbe. Das Auge stellt sich damit schon auf ein leichtes Gewicht ein, und der erste Schluck bestätigt diesen Eindruck.
Der Duft bleibt zart und drängt sich in keinem Moment auf. Frische Brombeeren und hellrote Himbeeren mischen sich darin mit Wiesenkräutern und einem Zug Orangenzeste. Im Mund trifft die rotbeerige Frucht auf eine lebendige Säure und auf Gerbstoffe, die sanft bleiben statt zu kratzen.
Daraus entsteht jene Spannung, die nach dem ersten Schluck ziemlich schnell nach einem zweiten verlangt. Serviert wird er kühl, bei etwa zwölf Grad, weil ihn Wärme schwerfällig macht und die feine Kräuterwürze dann hinter der Frucht verschwindet.
Kurze Maische und Reife im Holzgärständer
Der Pinot Noir ist im Weinberg die heikelste Sorte des Hauses, weil seine dünne Schale jeden Regen und jede Fäulnis sofort weitergibt. Regen zur Lesezeit kann eine ganze Parzelle kosten, und genau deshalb steht diese Sorte im Ruf, Nerven zu verlangen.
Spätburgunder heißt die Sorte auf Deutsch, und gelesen wird sie hier von Hand, Ende September 2022 und damit früher als die großen Cuvées. Danach bleiben die Trauben nur eine Woche auf der Maische, was für einen Rotwein wenig ist und die zarte Farbe erklärt. Gepresst wird anschließend in der Korbpresse, vergoren allein mit den Hefen aus dem Weingarten.
Die Reife läuft danach sieben Monate im Holzgärständer auf der eigenen Hefe, also in Holz, das keine Vanille nachliefert. Gefüllt wurde der Wein Ende März 2023, und weil die Weingärten Demeter-zertifiziert und nach den Regeln von respekt-BIODYN bewirtschaftet werden, bleibt sein Bild bis ins Glas hinein klar.
Wohin dieser helle Rotwein passt
Vitello tonnato holt sich von diesem hellen Rotwein die Säure, die der kühlen Thunfischsauce sonst fehlt, und lässt das kalte Kalbfleisch trotzdem im Vordergrund.
Ein Pilzrisotto zieht die erdige Seite hervor, und geräucherte Forelle behauptet sich neben der zarten Frucht, ohne ihr den Rauch aufzudrängen. 750 Milliliter reichen für einen langen Abend zu zweit, weshalb der Sechserkarton in vielen Küchen die vernünftigere Größe ist.
Der jüngere Jahrgang steht als Pinot Noir 2023 daneben und zeigt nach längerer Maischestandzeit einen strafferen Zug. Willst du beim Burgunderthema bleiben, führt der Weg zur Pinot Freyheit, und das ganze Sortiment liegt im Weingut Gernot Heinrich beisammen. Weitere leichte Flaschen für warme Abende stehen in der Abteilung Rotwein bereit.
Pinot Noir – ein Wein und seine Werte
- Herkunft Wein aus Österreich
- Anbaugebiet Burgenland
- Rebsorte Pinot Noir
- Demeter zertifiziert
- Respekt Biodyn Wein
- vegan
- 11.5% Vol. Alkohol
- 5.5 g/l Säure
- 1.3 g/l Restzucker
Bio Kontrollstelle AT-BIO-402 – Österreich Landwirtschaft