Rote Spätlese late harvest red vom Weingut Gernot Heinrich
late harvest red von Gernot Heinrich ist eine rote Spätlese aus Zweigelt, Blaufränkisch und Merlot, die nur in besonderen Jahren entsteht. Kein süßer Likörwein also, sondern ein kraftvoller Rotwein, dessen verbliebene Süße den hohen Alkohol abpuffert, statt ihn zu betonen.
late harvest red ist die rote Spätlese vom Weingut Gernot Heinrich aus Gols im österreichischen Burgenland, gelesen auf den ältesten Hanglagen des Ortes. Die nach Südwesten geneigten Weingärten stehen auf eiszeitlichem rotem Terrassenschotter und auf feinkörnigen, sandig-lehmigen Sedimentböden. Mit 15,0 Prozent Alkohol ist dies der kräftigste Wein, den das Weingut überhaupt in den Handel bringt.
Dunkle Beeren, Zedernholz und Tabak
Der Duft geht in die Tiefe, denn dunkle Beeren führen, dahinter kommen eine subtile Kräuterwürze, ein Hauch Zedernholz und schließlich Tabak.
An einen Vintage Port erinnere dieser Rotwein, heißt es beim Weingut, und das trifft die Sache recht genau. Wucht und Süße verfolgen hier dasselbe Ziel, ohne dass am Ende ein süßer Wein im Glas steht. Was bleibt, ist ein dunkler, warmer Wein mit sehr langem Nachhall.
Die verbliebene Süße legt sich unter den Alkohol und nimmt ihm die Kante. Deshalb wirkt der Wein weder süß noch brandig, sondern dicht, samtig und erstaunlich beweglich für sein Gewicht. Wenn du ihn im Glas stehen lässt, wird er über eine halbe Stunde hinweg noch runder.
Botrytis, späte Lese und lange Reife
Anfang Oktober 2014 wurden die von Botrytis befallenen Trauben von Hand gelesen, also Wochen nach dem übrigen Lesegut, und daher stammt die Konzentration.
Botrytis ist jener Edelschimmel, der die Beerenhaut durchlässig macht und Wasser verdunsten lässt. Was im Inneren zurückbleibt, rückt dichter zusammen und gibt dem Wein sein Gewicht. Ohne einen Herbst mit den passenden Bedingungen entsteht diese Füllung gar nicht, weshalb es sie längst nicht in jedem Jahrgang gibt.
Nach der spontanen Gärung blieben die Trauben zwei Wochen im Holzgärständer und im Stahltank auf der Maische, ehe sie schonend gepresst wurden. Danach reifte der Wein 52 Monate in Holzgärständern und im Stahltank. Gefüllt wurde er erst Ende März 2019, also mehr als vier Jahre nach der Lese.
Wohin diese Spätlese am Abend gehört
Dunkle Schokolade, ein warmer Schokoladenkuchen und kräftiger Blauschimmelkäse halten dem Gewicht dieser Spätlese stand und geben ihm sogar noch etwas dazu.
Ins Glas kommt er bei sechzehn Grad und in kleinen Mengen, denn hier zählt die Dauer deutlich mehr als das Volumen. 750 Milliliter reichen bei diesem Gewicht für einen ganzen Abend in größerer Runde. Eine geöffnete Flasche hält sich gut verschlossen mehrere Tage, ohne dass der Wein müde wirkt.
Bleibt eine Flasche noch ein paar Jahre im Keller liegen, verändert sie sich weiter, denn eine Spätlese dieser Art hat es mit der Reife nicht eilig. Aus demselben Jahrgang stammt der Blaufränkisch Leithaberg, der trocken ausgebaut ist und die andere Seite des Hauses zeigt. Dunklere Begleiter für den Abend führt der Rotwein, und wie weit dieses Haus zwischen leicht und wuchtig spannt, zeigt das Weingut Gernot Heinrich.
Late harvest red – eine Spätlese und ihre Werte
- Herkunft Wein aus Österreich
- Anbaugebiet Burgenland
- Rebsorte Blaufränkisch, Zweigelt ,Merlot
- 15.0% Vol. Alkohol
- 5.7 g/l Säure
- 13.5 g/l Restzucker
Bio Kontrollstelle AT-BIO-402 – Österreich Landwirtschaft