Blaufränkisch Leithaberg DAC vom Weingut Gernot Heinrich
Blaufränkisch Leithaberg von Gernot Heinrich trägt eine geschützte Herkunft im Namen und stammt vom Kalk der westlichen Seeseite. Kein weicher Schmeichler also, sondern ein straffer Lagenrotwein mit dunkler Kirsche, feinkörnigem Tannin und einer Länge, die nach Stein schmeckt.
Blaufränkisch Leithaberg ist der Rotwein mit geschützter Herkunftsbezeichnung vom Weingut Gernot Heinrich aus Gols im österreichischen Burgenland, gelesen im Jahrgang 2017 in alten Hanglagen bei Jois, Winden und Breitenbrunn. Unter den Reben liegen fossilienreicher Kalk, Kalksandstein und Glimmerschiefer, und im Glas stehen 13,0 Prozent Alkohol, die der Wein mühelos trägt.
Dunkle Kirsche über einem Kern aus Stein
In der Nase stehen rote Johannisbeere, reife Kirsche und herbe Blaubeere nebeneinander, darunter zieht sich eine erdige Spur aus Herbstlaub und geröstetem Wurzelgemüse.
Am Gaumen fällt dieser Jahrgang deutlich straffer aus als sein älterer Bruder, denn die Säure steht noch weit vorn. Das feinkörnige Tannin greift spürbar zu und zieht sich über die Zunge wie feiner, trockener Sand. Die Länge bleibt karg und steinig, ganz so, wie es der Kalk unter den Reben vorgibt.
Mit der Zeit im Glas wird er weicher, und wer ihn heute aufmacht, gibt ihm besser eine Karaffe. In einigen Jahren wirst du dieselbe Flasche runder und ruhiger vorfinden, weil das Tannin dann eingebunden ist. Bis dahin bleibt er ein Wein für Menschen, die Kanten am Rotwein nicht als Fehler lesen.
Was die Herkunftsbezeichnung am Leithagebirge bedeutet
Leithaberg DAC ist eine geschützte Herkunft für Weine vom Leithagebirge, dem bewaldeten Höhenzug an der westlichen Seite des Neusiedler Sees.
Zugelassen sind dort nur wenige Sorten, und der rote Wein muss vollständig vom Blaufränkisch stammen. Wachsen darf er allein auf Kalk und Schiefer, nicht auf dem sandigen Lehm der gegenüberliegenden Seeseite. Weil der Höhenzug die Wärme bremst und die Nächte kühl hält, fallen die Weine feiner aus als am Ostufer.
Gelesen wurde von Ende September bis Anfang Oktober, danach lagen die Trauben drei volle Wochen im Holzgärständer auf der Maische. Vergoren wurde spontan, gepresst schonend in der Korbpresse, ehe der Ausbau über 25 Monate in gebrauchten 500-Liter-Eichenfässern folgte. Gefüllt wurde im Dezember 2019, und hinter dem Wein stehen biodynamische Weingärten und die Mitgliedschaft bei respekt-BIODYN.
Am Tisch neben Lamm und Roter Bete
Lamm vom Knochen verlangt nach genau diesem Gerbstoff, weil das feinkörnige Tannin den Fettfilm abräumt und die Säure den Braten wieder frisch erscheinen lässt.
Eine Schüssel gerösteter Roter Bete geht mit der erdigen Seite des Weins ohne Umwege zusammen. Ein reifer Hartkäse mit Salzkristallen zieht am Ende die würzige Linie unter das Ganze. Serviert wird er kühl aus dem Keller, weil zu viel Wärme das Tannin kantig erscheinen lässt.
Wie derselbe Wein nach einem weiteren Jahrzehnt schmeckt, zeigt der Blaufränkisch Leithaberg 2014 aus denselben Hanglagen. Der günstigere Blaufränkisch 2019 gibt den Einstieg in die Sorte und kommt von beiden Seeseiten. Alle Flaschen des Hauses stehen im Weingut Gernot Heinrich, dort geordnet nach Farbe, Lage und Jahrgang.
Blaufränkisch Leithaberg – ein Wein und seine Werte
- Herkunft Wein aus Österreich
- Anbaugebiet Burgenland
- Leithaberg DAC
- Rebsorte Blaufränkisch
- 13.0 % vol. Alkohol
- 6.0 g/l Säure
- 1.0 g/l Restzucker
Bio Kontrollstelle AT-BIO-402 – Österreich Landwirtschaft