UNBELEGT: Säure, Restzucker
Gereifte Rotweincuvée red Magnum vom Weingut Gernot Heinrich
red von Gernot Heinrich ist eine biologisch erzeugte Cuvée dreier österreichischer Rotweinsorten, hier gefüllt in die Magnum mit 1,5 Litern Inhalt. Kein junger Wein für den schnellen Durchgang, sondern ein gereifter Jahrgang, der Zeit im Keller hinter sich hat und sie auch zeigt.
red ist die Einstiegscuvée vom Weingut Gernot Heinrich aus Gols im österreichischen Burgenland, in dieser Ausführung abgefüllt als Magnum mit 1,5 Litern. Zweigelt, Blaufränkisch und St. Laurent wachsen dafür rund um den Neusiedler See, auf Kalk und Schiefer, auf humusreichem Heideboden und auf sandigem Lehm. Bei 12,5 Prozent Alkohol bleibt der Jahrgang angenehm moderat.
Rubinrot, Pfeffer und süßer Tabak
Satt rubinrot steht der Wein im Glas, und die Farbe deckt sich mit dem Etikett, das dieselbe Tiefe aufnimmt und nichts anderes verspricht.
Die Frucht ist rotbeerig geblieben, doch nach den Jahren in der Flasche hat sich Pfeffer dazugelegt und darunter eine süßliche Tabaknote, wie sie nur die Zeit hervorbringt. Ein gutes Jahrzehnt liegt zwischen der Lese und dem Moment, in dem dieses Glas gefüllt wird. Die Säure belebt weiterhin, die Gerbstoffe sind längst weich geworden, und der Alkohol hält sich angenehm zurück.
Ein gereifter Jahrgang wie dieser braucht Luft, weshalb die geöffnete Flasche eine halbe Stunde stehen darf, ehe eingeschenkt wird. In der großen Flasche verläuft die Reifung ohnehin langsamer, weil auf die doppelte Weinmenge nur der übliche Sauerstoff kommt, und genau daraus zieht dieses Format seinen Vorteil.
Vom Holzgärständer in die große Flasche
Von Mitte September bis Anfang Oktober wandern die Trauben handverlesen in den Keller, wo sich die Arbeit auf wenige alte Handgriffe beschränkt.
Vierzehn Tage verbringen die Beeren auf der Maische, wo Farbe und Gerbstoff in den Most übergehen, und die Gärung setzt von selbst ein, ganz ohne zugesetzte Hefe. Zweigelt stellt dabei den größten Anteil, Blaufränkisch und St. Laurent ergänzen ihn. Danach reift der Wein länger als ein Jahr im Holzgärständer, einem offenen Fass, das die Frucht nicht überdeckt.
Organisch-biologisch fällt die Arbeit draußen aus, mit Handarbeit anstelle von Chemie und mit Erträgen, die niedrig genug bleiben. Landwein mit Qualitätsanspruch nennt das Weingut die Cuvée selbst, und diese Beschreibung hält der Jahrgang 2015 bis heute durch. Trinkvergnügen mit Niveau also, ohne Aufhebens.
Was zur großen Flasche auf den Tisch kommt
Ein Schmorbraten, der Stunden im Ofen gestanden hat, findet in diesem gereiften Roten das Gegenüber, das ihm bei jüngeren Weinen fehlt.
Pilze aus der Pfanne greifen die erdigen Töne auf, und ein gereifter Bergkäse setzt der weich gewordenen Gerbstoffstruktur genug Salz entgegen. Auch kalt geräucherter Schinken kommt ohne Mühe mit ihm aus. Für eine größere Runde reicht die Magnum bequem, und am Ende bleibt selten eine halb leere Flasche stehen. Das große Format ist dabei keine Angeberei, sondern schlicht das bessere Gefäß für lange Reife.
Wie derselbe Betrieb einen Wein aus einer einzelnen Lage baut, zeigt der Blaufränkisch Leithaberg 2014, der ebenfalls Reife hinter sich hat. Andere Rote aus Gols versammelt der Rotwein, und wenn du das gesamte Sortiment sehen möchtest, findest du es im Weingut Gernot Heinrich.
red Magnum – ein Rotwein und seine Werte
- Organisch-biologische Weingarten Bewirtschaftung
- handverlesen Mitte September bis Anfang Oktober
- spontan vergoren
- zwei Wochen Maischestandzeit
- länger als ein Jahr im Holzgärständer gereift
- Rebsorte 60% Zweigelt, 30% Blaufränkisch, 10% St. Laurent
- 12,5% Vol. Alk.
Bio Kontrollstelle AT-BIO-402 – Österreich Landwirtschaft