Knochentrockener naked rosé vom Weingut Gernot Heinrich
naked rosé von Gernot Heinrich ist ein unfiltrierter Bio-Rosé aus Blaufränkisch, gewachsen an den Hängen des Leithagebirges und in Tonamphoren gereift. Kein blasser Terrassenwein für den schnellen Durst, sondern ein knochentrockener Rosé mit dunkler Farbe, hellbeeriger Frucht und rauchigem Zug.
naked rosé ist der rosafarbene Naturwein vom Weingut Gernot Heinrich aus Gols im österreichischen Burgenland, gekeltert allein aus roten Blaufränkisch-Trauben. Sie wachsen auf fossilienreichen Kalk- und Schieferböden an südostexponierten Hängen des Leithagebirges, die sich zum Neusiedler See hin neigen. Mit seinen 12,0 Prozent Alkohol bleibt er trotz aller Dichte beweglich.
Dunkle Farbe und hellbeerige Frucht
Schon die Farbe verrät, dass hier kein Sommergetränk im Glas steht, denn dieser Rosé leuchtet dunkel und deutlich intensiver als seine hellere Verwandtschaft.
Die Aromatik folgt dieser Ansage mit heller Beerenfrucht, mit Kirsche und Himbeere, hinter denen eine vibrierende Säure den Wein aufrecht hält. Blaufränkisch allein trägt diesen Wein, ohne dass eine zweite Rebsorte die Kanten abschleifen dürfte. Am Ende bleibt ein rauchiger Zug stehen, der an Feuerstein erinnert und der Frucht die Süße nimmt, die sie sonst vortäuschen könnte.
Knochentrocken ist er, ohne dabei karg zu wirken, weil die Struktur am Gaumen breit genug ausfällt, um diese Säure zu tragen. Einen Rosé für Fortgeschrittene nennt ihn das Weingut, und das trifft die Sache, ohne sie zu verklären. Ein Wein für den Tisch also, nicht für die Liege.
Stunden auf der Maische, Monate in der Amphore
Gelesen wird Ende September 2022 von Hand, und schon der kurze Maischekontakt von wenigen Stunden entscheidet über Farbe und Struktur dieses Weins.
Danach kommen die Trauben überwiegend als ganze Dolden in die Presse, was den Most sanfter löst als jede vorherige Abbeerung. Die Gärung startet spontan mit den Hefen des Weingartens. Der biologische Säureabbau folgte, ohne dem Rosé seine Spannung zu nehmen.
Fünf Monate liegt der junge Rosé danach in Tonamphoren auf der eigenen Vollhefe, in einem Gefäß also, das weder Holzton noch größere Mengen Sauerstoff beisteuert. Ende März 2023 wurde er unfiltriert und mit minimaler Schwefelgabe gefüllt. Filtriert wird nicht, weshalb eine leichte Trübung im Glas zum Wein gehört und kein Mangel ist. Demeter und respekt-BIODYN stehen für die biodynamische Arbeit dahinter, vegan ist er ohnehin.
Was der Rost dazu beisteuert
Gegrillte Paprika und eine Scheibe angebratener Halloumi halten seiner rauchigen Kante mühelos stand, weil beide selbst genug Röstaromen mitbringen, um nicht unterzugehen.
Auch eine kalte Vitello-tonnato-Scheibe findet in dieser Säure ein Gegenüber, das sie stützt statt sie zuzudecken. Serviert wird kühl, aber nicht kalt, denn bei zu tiefen Temperaturen verschwindet genau der rauchige Zug, der diesen Wein von der Konkurrenz trennt. 750 Milliliter halten dabei länger, als es die Farbe vermuten lässt. Für eine Grillrunde im Spätsommer ist er darum die naheliegendere Flasche als jeder Weißwein.
Weitere helle Flaschen für die warme Jahreszeit stehen im Roséwein. Wie dieselbe Rebsorte als Rotwein klingt, zeigt der Blaufränkisch 2019 aus demselben Haus, und magst du den ganzen Betrieb überblicken, führt der Weg ins Weingut Gernot Heinrich.
naked rosé – ein Biowein und seine Werte
- Herkunft Wein aus Österreich
- Anbaugebiet Burgenland
- Rebsorte Blaufränkisch
- Demeter zertifiziert
- RESPEKT Biodyn Wein
- vegan
- 12.0% Vol. Alkohol
- 6.8 g/l Säure
- 1.6 g/l Restzucker
Bio Kontrollstelle AT-BIO-402 – Österreich Landwirtschaft