Der Naturwein Graue Freyheit 2021 von Gernot Heinrich
Graue Freyheit 2021 von Gernot Heinrich zählt zu den Orangeweinen des Burgenlands, spontan vergoren und ungeschwefelt in die Tonflasche gefüllt. Kein weicher, gefälliger Grauburgunder also, sondern ein straff gebauter Naturwein mit vibrierender Frische, dunkler Teewürze und spürbarer Mineralik.
Graue Freyheit 2021 ist ein auf der Maische vergorener Orange Wine vom Weingut Gernot Heinrich aus Gols im österreichischen Burgenland, verschnitten aus Weißburgunder, Grauem Burgunder, Chardonnay und einem kleinen Anteil Neuburger. Schiefer und Quarzschiefer am Joiser Hackelsberg tragen die graue Sorte, während der Breitenbrunner Edelgraben und der Windener Alte Berg die hellen Partner liefern. Beweglich bleibt er nicht zuletzt wegen der moderaten 12,5 Prozent Alkohol.
Schwarzer Tee, rote Beeren und ein straffer Zug
Von den drei Jahrgängen wirkt dieser der kühlste, weil der Chardonnay hier so viel Raum bekommt wie in keinem anderen Jahr der Reihe.
Hagebutte und rote Beeren melden sich zuerst, gefolgt von einer dunklen, beinahe gerbstoffigen Teewürze. Getrunken zeigt sich eine vibrierende Frische, die den Wein in Bewegung hält und ihn nie behäbig werden lässt. Darunter liegt Stoffigkeit, wie sie nur aus langem Kontakt mit den Schalen kommt.
Die Mineralik ist hier deutlicher zu spüren als im Vorjahrgang, was gut zum Schiefer des Hackelsbergs passt. Der Gerbstoff bleibt feinkörnig und legt sich eher wie ein Tuch über die Zunge, statt sich als Kante bemerkbar zu machen. Aus einem größeren Glas kommt die Hagebutte deutlicher heraus, während der schwarze Tee ein Stück nach hinten rückt.
Wochen auf der Maische und der milde Umbau der Säure
Der Lesetermin lag zwischen Anfang und Mitte September 2021 und damit später als in den beiden anderen Jahren dieser Reihe.
Zwei Wochen verbrachten die Trauben auf der Maische, spontan vergoren, ehe die Korbpresse den Saft von den Schalen löste. Danach setzten Milchsäurebakterien an der Apfelsäure an und bauten sie in die weichere Milchsäure um, ganz ohne Zutun des Kellers. Der cremige Zug unter der Frische geht allein auf diesen Umbau zurück.
Dreizehn Monate auf der natürlichen Hefe schlossen sich an, aufgeteilt auf Tonamphoren und ein großes Eichenfass mit langer Vorgeschichte. Das ist die kürzeste Reife der Reihe, und man merkt sie an der Straffheit. Die Füllung folgte Mitte November 2022, unfiltriert und ohne Zugabe von Schwefel.
Was dieser Jahrgang auf den Teller ruft
Gebratene Pilze mit viel Butter suchen einen Wein mit Gerbstoff, und genau den finden sie in dieser Flasche, ohne dabei ihre erdige Ruhe zu verlieren.
Ein Kürbisrisotto nimmt die Teewürze auf und wird davon eher klarer als schwerer. Auch ein Wiener Schnitzel mit Zitrone verlangt diesen straffen Zug, weil das Paniermehl sonst allein auf dem Teller steht. Kellertemperatur ist hier das Richtige, damit sich die Würze überhaupt öffnen kann.
Wer die drei Jahrgänge nebeneinander stellen will, greift zur Graue Freyheit Vertikale, in der jede Flasche einmal vertreten ist. Das übrige Sortiment aus Gols findest du im Weingut Gernot Heinrich, und wenn dich eher die Breite reizt, wartet der Wein mit allem, was daneben im Regal steht.
Graue Freyheit – ein Naturwein und seine Werte
- Herkunft Naturwein aus Österreich
- Anbaugebiet Burgenland
- Rebsorten 35% Weißburgunder, 30% Grauer Burgunder,
30% Chardonnay, 5% Neuburger
- Demeter zertifiziert
- Respekt biodyn Wein
- vegan
- 12.5% Vol. Alkohol
- 6.3 g/l Säure
- 1.0 g/l Restzucker
Bio Kontrollstelle AT-BIO-402 – Österreich Landwirtschaft