Ungefilterter Naturwein naked white vom Weingut Gernot Heinrich
naked white von Gernot Heinrich ist eine ungefilterte Weißweincuvée aus dem Burgenland, spontan vergoren und ohne Zugabe von Schwefel gefüllt. Kein blank poliertes Glas Weißwein also, sondern ein trüber Naturwein mit grasiger Frische, reifer Orangenfrucht und saftigem Gerbstoff.
naked white ist der weiße Naturwein vom Weingut Gernot Heinrich aus Gols im österreichischen Burgenland, gekeltert aus vier Rebsorten: Weißburgunder, Chardonnay, Welschriesling und Grüner Veltliner. Die Trauben des Jahrgangs 2023 wachsen auf beiden Seiten des Neusiedler Sees, auf kalk- und schieferhaltigen Böden am Leithagebirge, auf dem Schotter der Parndorfer Platte und auf humusreichem Heideboden. Mit 12,0 Prozent Alkohol bleibt er leichtfüßig.
Sauerteig, wilde Blüten und reife Orange
Wer die Flasche öffnet, bekommt zuerst Sauerteig in die Nase, dahinter wilde Blüten und Kräuter, wie sie im Sommer am Wegrand stehen.
Am Gaumen wird es dann breiter, denn grasige Frische kommt zuerst, danach blumiges Heu und reife orange Frucht. Darunter liegt ein Gerbstoff, der saftig bleibt statt zu kratzen. Der Wein ist dicht gebaut, ohne dabei schwer zu werden, und genau dieses Verhältnis macht ihn zu einem der freundlichsten Einstiege in die Welt der Naturweine.
Weil er ungefiltert in die Flasche kommt, sammelt sich die Hefe mit der Zeit am Boden. Vor dem Öffnen wird die Flasche deshalb einmal aufgeschüttelt, dann verteilt sich die Trübung wieder gleichmäßig und der Wein zeigt sich so, wie er gemeint ist: hell, milchig und alles andere als durchsichtig.
Über Nacht auf der Maische
Gelesen wird von Hand zwischen Mitte September und Anfang Oktober, und was danach folgt, ist vor allem ein Verzicht auf Eingriffe.
Die Trauben bleiben über Nacht mit den Kämmen auf der Maische und werden erst danach schonend gepresst. Vergoren wird spontan, also allein mit den Hefen, die aus dem Weingarten mitkommen. Anschließend läuft ein natürlicher biologischer Säureabbau, bei dem die kantige Apfelsäure in mildere Milchsäure übergeht. Daher stammt der cremige Zug, den dieser Weißwein trotz aller Frische besitzt.
Dann bekommt er Zeit, und zwar über ein Jahr auf der eigenen Hefe im großen Eichenfass, ehe er im späten Frühjahr 2024 unfiltriert und ohne Zugabe von Schwefel abgefüllt wurde. Die Weingärten bewirtschaftet das Weingut organisch-biologisch und biodynamisch, mit viel Handarbeit und einiger Geduld.
Was neben dem Glas auf dem Tisch steht
Fettiges ist das naheliegende Gegenüber, weil der saftige Gerbstoff die Schwere aufbricht und der Wein daneben trotzdem nicht verschwindet.
Krosse Brathähnchenhaut, Ente und Gans kommen mit ihm gut zurecht, und selbst ein Ribeye vom Grill findet in diesem weißen Naturwein ein Gegenüber auf Augenhöhe. Kühl serviert wird er, aber nicht eiskalt, sonst verschwindet der Duft hinter der Temperatur.
„Unverfälscht, geradlinig und präzise“, heißt es beim Weingut über den naked white, und dazu passt die Beobachtung, dass 750 Milliliter in geselliger Runde selten lange stehen bleiben. Wer das ahnt, nimmt gleich den Sechserkarton.
Das rote Gegenstück aus demselben Haus ist der naked red, gewachsen auf denselben Böden rund um den See. Magst du die trübe Seite weiterverfolgen, findest du sie im Orange Wein, wo die Maischestandzeit deutlich länger ausfällt. Weitere Flaschen für den hellen Teil des Abends stehen im Weißwein.
naked white – ein Naturwein und seine Werte
- Herkunft Wein aus Österreich
- 40% Chardonnay
- 48% Weißburgunder
- 5% Welschriesling
- 7% Grüner Veltliner
- 12.0% Vol. Alkohol
- 6.6 g/l Säure
- 1 g/l Restzucker
Bio Kontrollstelle AT-BIO-402 – Österreich Landwirtschaft