Muscat Freyheit vom Weingut Gernot Heinrich als Orange Wine
Muscat Freyheit 2022 von Gernot Heinrich ist ein hefetrüber Orange Wine, in dem Muskat Ottonel den Ton angibt und Weißburgunder die Struktur stellt. Kein spritziger Sommerwein für den schnellen Durst, sondern ein ruhiger Speisenbegleiter mit cremiger Textur und herbem Rand.
Muscat Freyheit ist der jüngere der beiden maischevergorenen Muskateller vom Weingut Gernot Heinrich aus Gols im österreichischen Burgenland. Die Reben stehen am Südhang der Parndorfer Platte auf sandig-schottrigem Lehmboden. Dazu kommt Weißburgunder von den kalkigen Osthängen des Leithagebirges, aus Breitenbrunn und aus Winden am See. Mit 12,0 Prozent Alkohol wiegt der Jahrgang 2022 leichter als sein älterer Bruder im Regal.
Weizengras, Fenchelsaat und süß-herbe Grapefruit
Die Nase bekommt hier weniger Blüte als Kraut, denn Weizengras und Fenchelsaat legen sich vor die tropische Frucht und geben dem Wein seinen grünen Grundton.
Erst dahinter tauchen Kumquat und süß-herbe Grapefruit auf, und wer bei dieser Rebsorte an süßen Traubensaft denkt, wird gründlich eines Besseren belehrt. Deren Schalenbitter verbindet sich mit dem Gerbstoff, den die Maische in den Wein gebracht hat. Am Gaumen überfordert er trotzdem niemanden, weil die Cremigkeit alles zusammenhält und der Schluck eher lang als laut ausfällt.
Ohne Filter in die Flasche gefüllt, bleibt er milchig hell und zeigt am Boden eine feine Hefeschicht. Die sagt dir, dass hier nichts weggenommen wurde, was der Wein selbst hervorgebracht hat. Die dunkle Tonflasche schützt ihn vor Licht und hält die Temperatur stabiler, was einer Füllung ohne jeden Schwefelzusatz sichtbar entgegenkommt.
Anfang September gelesen, im Ton gereift
Gelesen wurde Anfang September 2022 von Hand, also früh genug, dass die Trauben ihre Spannung mit in den Keller nehmen konnten. Das liegt ein Stück später als beim Vorgänger, dessen Lese schon in den August hineinreichte, und der Jahrgang bleibt dadurch straffer.
13 Tage lagen die Beeren auf der Maische, ehe die Korbpresse sie behutsam voneinander trennte. Genau diese Zeitspanne gibt dem Jahrgang seine kupfrig-orange Farbe und den herben Rand. Die Gärung setzte spontan ein, ohne zugesetzte Hefe, allein mit dem, was aus dem Weingarten mitkommt.
Neun Monate ruhte der Wein danach in der Amphore, auf seiner eigenen Hefe und deutlich kürzer als der Vorgänger. Das hält ihn heller und beweglicher, kostet ihn aber ein Stück Tiefe. Mitte Juni 2023 ging er ungefiltert und ohne zugesetzten Schwefel in die Flasche, aus Weingärten, die damals gerade auf biodynamischen Anbau umgestellt wurden.
Ofengemüse, Räucherfisch und junger Bergkäse
Gebackener Karfiol mit brauner Butter tritt ihm auf Augenhöhe entgegen, weil Röstaromen und Bitterstoffe dieselbe Sprache sprechen und keiner den anderen übertönt.
Räucherforelle mit Kren findet in der Cremigkeit ein Polster, und junger Bergkäse hängt sich an die krautige Seite des Weins. Zimmerwarm zeigt er mehr Duft als eisgekühlt, weil ihm die Kälte die Frucht nimmt und nur die Bitterkeit übrig lässt.
Wie derselbe Wein nach mehr Zeit im Keller wirkt, zeigt die Muscat Freyheit 2019 mit ihren dreizehn Monaten in der Amphore. Verwandte Flaschen mit langer Maischestandzeit stehen im Orange Wein, das ganze Sortiment des Hauses im Weingut Gernot Heinrich.
Muscat Freyheit – ein Naturwein und seine Werte
- Herkunft Naturwein aus Österreich
- Rebsorte 85% Muskat Ottonel, 15% Weißburgunder
- 12.0% Vol. Alkohol
- 5.1 g/l Säure
- 1.1 g/l Restzucker
Bio Kontrollstelle AT-BIO-402 – Österreich Landwirtschaft