Graue Freyheit Vertikale vom Weingut Gernot Heinrich aus Gols
Graue Freyheit Vertikale von Gernot Heinrich versammelt die Jahrgänge 2020, 2021 und 2022 desselben maischevergorenen Naturweins in einem Paket. Kein Sortiment verschiedener Weine also, sondern dreimal dieselbe Idee, die von Jahr zu Jahr anders ausfällt.
Graue Freyheit Vertikale ist das Dreierpaket vom Weingut Gernot Heinrich aus Gols im österreichischen Burgenland, mit je einer Flasche zu 750 Millilitern aus den Jahren 2020, 2021 und 2022. Alle drei sind spontan vergoren, auf der Maische ausgebaut und ohne Zugabe von Schwefel gefüllt. Die Flaschen liegen zwischen 12,0 und 12,5 Prozent Alkohol.
Ein Wein und die Handschrift seiner Jahre
Eine Vertikale zeigt vor allem das, was ein Weingut nicht steuern kann, weil dieselbe Machart in drei Jahren dreimal etwas anderes hervorbringt.
Die Rebsorten bleiben über die ganze Reihe hinweg dieselben, und auch die Lagen wechseln zwischen den Jahren nicht. Der Graue Burgunder wurzelt in allen drei Jahren am Joiser Hackelsberg mit seinen Schiefer- und Quarzschieferböden. Weißburgunder, Chardonnay und Neuburger wachsen auf den kalkhaltigen Osthängen des Leithagebirges, in den Lagen Edelgraben und Alter Berg.
Was sich verschiebt, sind die Anteile im Fass. Der graue Partner tritt im jüngsten Jahrgang mit Abstand am stärksten hervor, während er im ältesten nur eine Nebenrolle übernimmt. Wenn du sonst einzelne Flaschen über Jahre verteilt öffnest, entgeht dir genau dieser Abgleich. Drei Gläser nebeneinander machen sichtbar, was eine einzelne Flasche für sich behält, und darin liegt der Reiz dieser Zusammenstellung.
Woran sich die Jahrgänge unterscheiden lassen
Der auffälligste Unterschied liegt in der Reifedauer, denn zwei der Weine lagen 17 Monate auf der Hefe, der mittlere dagegen nur 13. Vier zusätzliche Monate im Fass hinterlassen im Glas deutliche Spuren.
Dazu kommt der Lesezeitpunkt, der die Anlage eines Naturweins mindestens ebenso stark prägt wie das Gebinde. Die Jahrgänge 2020 und 2022 wurden bereits ab Ende August von Hand gelesen, 2021 dagegen erst im September. Daher rührt die kühlere Anlage des mittleren Weins, die sich beim Vergleich sofort bemerkbar macht.
Auch die Füllung fiel weit auseinander, von Mitte März 2022 über Mitte November 2022 bis Ende Februar 2024. Am Tisch wirkt der älteste Wein deshalb am ruhigsten, der mittlere am straffsten und der jüngste am fruchtigsten. Alle drei stammen aus biodynamisch bewirtschafteten Weingärten und kamen unfiltriert in die Tonflasche.
Wie die Reihe verkostet auf den Tisch kommt
Eine Platte mit Rohmilchkäse trägt einen solchen Abend mühelos, weil sie über Stunden Bestand hat und zu jedem Glas etwas anderes hergibt.
Eine grobe Pastete nimmt den Gerbstoff der jüngeren Flasche auf, und dunkles Sauerteigbrot hält die Zunge zwischen den Gläsern frei. Serviert werden alle drei kühl und im selben Glastyp, sonst vergleicht man am Ende die Gläser statt die Jahrgänge. Sinnvoll ist eine Reihenfolge vom jüngsten zum ältesten Wein, damit die ruhigste Flasche den Abend beschließt. Ein Notizzettel neben den Gläsern hilft beim Auseinanderhalten der Eindrücke.
Wer danach einzeln nachkaufen will, findet die Graue Freyheit 2020, die Graue Freyheit 2021 und die Graue Freyheit 2022 auch als einzelne Flaschen im Regal. Was sonst noch aus Gols in den Keller kommt, steht im Weingut Gernot Heinrich.
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