Gereifter Blaufränkisch Leithaberg aus dem Hause Gernot Heinrich
Blaufränkisch Leithaberg von Gernot Heinrich ist ein gereifter Lagenrotwein aus alten Weingärten am Leithagebirge, gefüllt im August 2016. Kein junger, fruchtbetonter Rotwein also, sondern ein kühler Jahrgang, der lange gebraucht hat und heute Trüffel, Herbstlaub und steinige Länge zeigt.
Blaufränkisch Leithaberg ist der Lagenrotwein vom Weingut Gernot Heinrich aus Gols im österreichischen Burgenland, gewachsen in alten Weingärten bei Jois, Winden und Breitenbrunn. Die Hänge neigen sich ostwärts zum Neusiedler See, der Untergrund besteht aus fossilienreichem Kalk, Kalksandstein und Glimmerschiefer. Mit 13,0 Prozent Alkohol fällt der Jahrgang 2014 schlank aus und wirkt erstaunlich beweglich.
Trüffel, Herbstlaub und die kalkige Länge
Reife rote Johannisbeere und dunkle Kirsche treffen hier auf torfiges Herbstlaub, frische Trüffel und geröstetes Wurzelgemüse, wie es im Spätherbst aus dem Ofen kommt.
Am Gaumen bleibt der Wein schmal und aufrecht, denn die Säure ist straff und das feinkörnige Tannin längst eingebunden. Der Nachklang schmeckt eher nach warmem Stein als nach Frucht, und er hält erstaunlich lange an. Diese karge, steinige Länge ist die Handschrift des Kalks, auf dem die alten Reben seit Jahrzehnten stehen.
Der Jahrgang 2014 galt lange als vorverurteilt, weil er kühl ausfiel und die Weine anfangs reduktiv nach Feuerstein rochen. Diese Feuersteinnoten haben sich inzwischen eingebunden und verschwinden mit etwas Luft im Glas vollständig aus dem Duft. Übrig bleibt ein lebendiger Wein mit langem Atem, dem du die zusätzlichen Jahre im Keller anschmeckst.
Wochen auf der Maische und Monate im Eichenfass
Anfang Oktober werden die alten Reben von Hand gelesen, und die Trauben landen danach nicht in der Presse, sondern zuerst im hölzernen Gärständer.
Drei Wochen liegen sie dort auf der Maische und vergären spontan mit den eigenen Hefen, ohne dass jemand nachhilft. Erst danach kommt die Korbpresse zum Zug, die langsam und ohne groben Druck arbeitet. Genau dieser Verzicht auf Gewalt erklärt, warum das Tannin so feinkörnig ausfällt.
Der Ausbau zieht sich anschließend über 20 Monate in gebrauchten 500-Liter-Eichenfässern, in denen zuvor schon andere Jahrgänge lagen. Deren Holz gibt nach mehreren Belegungen keine Röstnoten mehr ab und lässt nur noch Sauerstoff durch. Gefüllt wurde Mitte August 2016, und seither reift der Wein still in der Flasche weiter.
Was zu einem gereiften Lagenwein passt
Wild und Waldpilze finden in diesem Rotwein ihren Widerpart, weil die erdigen Aromen des Weins genau dort weitermachen, wo das Gericht aufhört.
Ein geschmorter Wildschweinrücken mit dunkler Sauce steht ihm damit näher als jedes kurz gebratene Stück Fleisch. Steinpilze aus der Pfanne und ein Risotto mit gehobeltem Trüffel greifen dieselbe waldige Linie auf. Geöffnet wird die Flasche eine Stunde vorher, denn dieser Jahrgang braucht Luft, um seine Breite zu zeigen.
Der jüngere Blaufränkisch Leithaberg 2017 zeigt dieselbe Lage in straffer, noch deutlich unfertiger Form. Das gesamte Sortiment aus Gols steht im Weingut Gernot Heinrich, vom leichten Weißwein bis zum Schaumwein. Weitere gereifte Flaschen mit ein paar Jahren auf dem Buckel finden sich im Rotwein.
Blaufränkisch Leithaberg – ein Wein und seine Werte
- Herkunft Wein aus Österreich
- Anbaugebiet Burgenland
- Leithaberg DAC
- Rebsorte Blaufränkisch
- 13.0 % Vol. Alkohol
- 6.7 g/l Säure
- 1.0 g/l Restzucker
Bio Kontrollstelle AT-BIO-402 – Österreich Landwirtschaft