Tartine en Bretagne mit Artischocke Brokkoli und Cidre
Die Tartine en Bretagne von Rue Traversette ist ein vegetarischer Brotaufstrich aus 39 Prozent Artischocke und Brokkoli, verfeinert mit 10 Prozent Cidre, Haselnuss und blauem Mohn. Herb, nussig, mit einer Spur Lakritz im Abgang.
Tartine en Bretagne von Rue Traversette ist ein Aufstrich, der zwei bretonische Wahrzeichen zusammenbringt. Die Artischocke stellt mit 39 Prozent die Basis, Brokkoli und Apfel stehen daneben, und 10 Prozent Cidre bringen die herbe Frische dazu. Haselnuss, blauer Mohn und ein Hauch Lakritz machen aus dem Gemüse eine kleine Reise in den Nordwesten.
Herb, nussig, mit Lakritz dahinter
Grün-beige und stückig kommt die Tartine en Bretagne aus dem Glas, mit den dunklen Mohnpunkten als Sprenkeln darin. Sie duftet nach Artischocke und frisch geschnittenem Apfel, und im Hintergrund liegt jener leicht hefige Ton, den nur Cidre mitbringt.
Am Gaumen führt die Artischocke mit ihrer typischen Herbe, dann kommt der Cidre und macht alles heller und säuerlicher. Nussig, herzhaft, würzig, so zieht sich die Haselnuss durch, während der Mohn geröstet knuspert. Ganz am Ende sitzt die Lakritze, nur eine Ahnung, aber genug, um dich stutzen zu lassen.
Die Schalotte kocht so lange mit, bis sie süß ist, und der Zucker im Rezept sorgt dafür, dass die Bitterkeit der Artischocke nicht überhandnimmt. Ein Aufstrich mit Kanten, keiner, der sich anbiedert.
Zum Aperitif und zu Fisch in Sauce
Unter unseren Gemüseaufstrichen und Cremes ist die Tartine en Bretagne die herbste, und genau darin liegt ihr Reiz.
„Nach den Crêpes kommen Artischocke und Cidre", sagt Rue Traversette über dieses Rezept, und empfiehlt es zum Aperitif ebenso wie zu Fisch und Fleisch in Sauce. Auf geröstetem Baguette mit ein paar Estragonblättern ist sie ein schöner Auftakt, neben eingelegtem Gemüse auf dem Brett behauptet sie sich mühelos.
Probier sie zu gedämpftem Fisch oder zu einer Scheibe kräftigem Sauerteigbrot mit gesalzener Butter, dann bist du kulinarisch tatsächlich in der Bretagne angekommen. Wichtig für Gäste: Haselnuss steckt drin, und Honig ebenfalls.
Eine Region im Glas
Die Tartine en Bretagne gehört zu jener Reihe, in der Stéphane Strobl französische Regionen in Aufstriche übersetzt, von der Provence über das Baskenland bis in den Nordwesten.
Gekocht wird sie freilich im Süden, in Saint-André-de-Sangonis im Hérault, wo seit 2015 die Conserverie steht. Rund zehn Leute schneiden dort von Hand, kochen in Kesseln und pasteurisieren sanft, ohne Konservierungsstoffe, ohne Farbstoffe, ohne künstliche Aromen.
Begonnen hat Stéphane 2005 in der Rue de la Traversette im Nachbardorf, jener Straße, die der Marke ihren Namen gab. Vorher verkaufte er Korken an die Winzer der Gegend. Im Juni 2026 hat ihn die Handwerkskammer Hérault als Entrepreneur responsable ausgezeichnet, unter anderem für die regionale Beschaffung und den Verzicht auf Abfall.
Genusstipp
Zimmerwarm zeigt die Tartine mehr Frucht und weniger Bitterkeit, hol das Glas also rechtzeitig heraus. Angebrochen gehört sie kühl und sollte in wenigen Tagen aufgebraucht sein. Ein Glas trockener Cidre daneben schließt den Kreis, ein herber Weißwein tut es auch. Wer den Weg durch Frankreich weitergehen will, findet ihn in der Reihe von Rue Traversette.