Tartine jolies fesses eine Karottencreme mit Augenzwinkern
Die Tartine jolies fesses von Rue Traversette ist eine vegetarische Karottencreme aus 57 Prozent Karotte, fein abgerundet mit getrockneter Tomate, Zitrone und rosa Beeren. Orange, mild, leicht süß, und der Name ist ein französisches Sprichwort, kein Versprechen.
Tartine jolies fesses von Rue Traversette ist ein vegetarischer Brotaufstrich, in dem die Karotte mit 57 Prozent klar den Ton angibt. Dazu kommen Zwiebel, Olivenöl und Rapsöl, getrocknete Tomate, Zitronensaft und schwarzer Pfeffer. Ganze 0,06 Prozent rosa Beeren genügen, um der Creme ihre harzig-blumige Spitze zu geben. Honig ist keiner darin.
Mild, süß und harzig zugleich
Im Glas leuchtet die Creme kräftig orange, fein püriert, mit den rosa Beeren als winzigen Sprenkeln darin. Sie riecht nach gekochter Karotte und Zitrusschale, freundlich und ohne Schärfe.
Am Gaumen kommt zuerst die Süße der Karotte, dann die Säure der Zitrone, zuletzt das harzige Prickeln der rosa Beeren, das erstaunlich lange bleibt. Süßlich, harzig, samtig, und dabei so glatt, dass sie sich fast von selbst aufs Brot streicht.
Die getrocknete Tomate arbeitet im Hintergrund und gibt der Karotte den herzhaften Boden, den sie allein nicht hätte. Rapsöl und Olivenöl teilen sich die Arbeit, das eine macht die Creme geschmeidig, das andere bringt den südlichen Ton. Auffällig ist, wie wenig hier passiert und wie viel dabei herauskommt, denn außer Salz und Pfeffer würzt nichts.
Auf Cracker, Endivienblatt und Baguette
Als milde Creme unter unseren Gemüseaufstrichen und Cremes ist die Tartine jolies fesses die verträglichste, mit der du bei Gästen nie danebenliegst.
Stéphane selbst streicht sie am liebsten auf einen Cracker oder in ein Endivienblatt, das die Süße mit seiner Bitterkeit auffängt. Auf geröstetem Baguette zum Aperitif macht sie eine gute Figur, ebenso zu hellem Fleisch, zu Fisch und zu jungem Ziegenkäse. Probier sie auch als Löffel unter warme Kartoffeln, dort wird sie beinahe zur Sauce.
Weil sie ohne Honig auskommt, passt sie an jeden Tisch, an dem rein pflanzlich gegessen wird.
Ein Sprichwort im Glas
„Ich mache liebenswürdig und gebe hübsche Farben, ich bin die Karotte", erklärt Stéphane Strobl auf dem Etikett und lässt das Gemüse gleich selbst sprechen. Dahinter steckt ein alter französischer Spruch, nach dem Karotten schöne Wangen und einen hübschen Hintern machen. Mehr Erklärung braucht der Name nicht, und der Rest ist Geschmackssache.
Genau solche Wortspiele sammelt er seit 2011 in seiner Linie L'esprit franchouillard, für die er sich jedes Jahr neue Namen ausdenkt. Gegründet hat er Rue Traversette 2005, damals in der Rue de la Traversette in Saint-Pons-de-Mauchiens, die der Marke bis heute den Namen gibt.
Heute kocht ein Team von rund zehn Leuten in der 2015 gebauten Conserverie in Saint-André-de-Sangonis, schneidet von Hand, pasteurisiert sanft und arbeitet ohne Konservierungs-, Farb- und künstliche Aromastoffe. Im Juni 2026 wurde Stéphane dafür von der Handwerkskammer Hérault als Entrepreneur responsable ausgezeichnet.
Genusstipp
Nimm das Glas rechtzeitig aus dem Kühlschrank, zimmerwarm schmeckt die Karotte deutlich runder. Nach dem Öffnen hält sich die Creme gekühlt einige Tage. Wer es würziger mag, findet in der Tartine le plaisir das kräftigere Gegenstück aus derselben Küche.