Tartine pour femme grün frisch und leicht herb
Die Tartine pour femme von Rue Traversette ist ein grüner Gemüseaufstrich aus Fenchel, Zucchini und Sellerie, dazu Apfel, Avocado und ein Hauch grüner Tee. Frisch, leicht herb, mit geröstetem Leinsamen als knuspriger Spur. Ohne Honig gemacht.
Tartine pour femme von Rue Traversette ist ein vegetarischer Brotaufstrich, der ungewöhnlich grün schmeckt. Fenchel, Zucchini und Sellerie bilden die Basis, 6 Prozent Apfel und 4 Prozent Avocado bringen Milde, Weißwein und Zitronensaft die Frische. Gerösteter Leinsamen mit 0,6 Prozent und 0,13 Prozent grüner Tee setzen die feinen Schlusspunkte.
Fenchel führt, Avocado bremst
Schon beim Öffnen riecht dieser Aufstrich anders als seine Geschwister, nämlich nach Anis und frischem Kraut statt nach Süden und Sonne.
Am Gaumen führt der Fenchel mit seiner anisigen Süße, der Sellerie stellt sich herb daneben, und die Avocado legt sich cremig darüber und nimmt beiden die Spitze. Grasig, herzhaft, cremig, dazu die geröstete Leinsaat, die zwischen den Zähnen knuspert.
Der grüne Tee ist kaum zu benennen und doch zu merken, er zieht einen zarten, fast gerbstoffigen Schleier über den Schluck. Der Weißwein arbeitet ähnlich unauffällig und hält die ganze Mischung wach. Wer Fenchel nicht mag, wird hier nicht bekehrt, denn er bleibt der Chef im Glas. Wer ihn mag, hat lange nichts Besseres aufs Brot gestrichen.
Zu Gurke, Ziegenkäse und Fisch
Unter unseren Gemüseaufstrichen und Cremes ist die Tartine pour femme die kühlste Stimme, und die einzige, die nach Garten statt nach Mittelmeer schmeckt.
Auf hellem Brot mit ein paar Gurkenscheiben und glatter Petersilie ist sie ein leichtes Frühstück. Ihre Herbe passt zu frischem Ziegenkäse, zu gedämpftem Fisch und zu eingelegtem Gemüse. Unser Tipp: ein Löffel davon in einen Kartoffelsalat gerührt, das macht ihn grün und frisch, ohne dass jemand die Zutat errät.
Achtung bei Gästen, die Sellerie meiden müssen, er steckt hier deutlich drin.
Eine Tartine aus der Wortspiel-Reihe
Die Tartine pour femme gehört zu L'esprit franchouillard, jener Reihe, in der Stéphane Strobl seit 2011 seinen Aufstrichen augenzwinkernde Namen gibt. Ein Gegenstück, die Tartine pour homme, kam später dazu.
Hinter dem Spaß steht ernsthafte Arbeit. In Saint-André-de-Sangonis im Hérault schneidet ein Team von rund zehn Leuten das Gemüse von Hand, kocht es in Kesseln und pasteurisiert es sanft, ohne Konservierungsstoffe, ohne Farbstoffe, ohne künstliche Aromen. Im Sommer stammen bis zu 80 Prozent des Gemüses aus der Region.
Angefangen hat Stéphane 2005 in einem Dorf namens Saint-Pons-de-Mauchiens, in der Rue de la Traversette. Die Straße gab der Marke ihren Namen, geblieben ist er auch nach dem Umzug in die 2015 gebaute Conserverie. Davor hatte er Korken an die Winzer der Gegend verkauft, was erklärt, warum er die Region und ihre Erzeuger so gut kennt.
Genusstipp
Kühl gelagert und zimmerwarm gegessen zeigt dieser Aufstrich am meisten Frucht, direkt aus dem Kühlschrank wirkt er verschlossen und deutlich herber. Nach dem Öffnen brauchst du ihn in wenigen Tagen auf. Ein trockener Weißwein aus dem Languedoc greift die grüne Linie schön auf, ebenso ein kalter Fenchelsud, wenn es alkoholfrei sein soll. Und falls doch jemand am Namen hängen bleibt, ist die Antwort einfach: geschmeckt hat sie hier noch jedem.