Tartine au Pays Basque mit Piquillo und Piment d'Espelette
Die Tartine au Pays Basque von Rue Traversette ist ein vegetarischer Brotaufstrich aus 33 Prozent Piquillo-Paprika, dazu Aubergine, Tomate und Zwiebel. Piment d'Espelette gibt eine milde, fruchtige Wärme statt echter Schärfe. Rauchig, süß, mediterran.
Tartine au Pays Basque von Rue Traversette ist ein Aufstrich, der die Paprika in zwei Formen feiert. Der Piquillo stellt mit 33 Prozent die Hauptrolle, roter Paprika, Aubergine, Tomate und Zwiebel füllen auf. Honig rundet ab, und 0,04 Prozent Piment d'Espelette setzen eine Wärme, die man eher spürt als schmeckt.
Rauchig süß mit sanfter Wärme
Tiefrot und dicht liegt die Tartine au Pays Basque im Glas und riecht nach geröstetem Paprika, nach Sonne und ein wenig nach Rauch. Die Farbe allein macht schon Appetit.
Der Piquillo ist eine kleine, spitz zulaufende Paprika, die über Holzfeuer geröstet und dann von Hand geschält wird, und genau diese Röstung schmeckst du zuerst. Danach kommt die Süße der Zwiebel, die Aubergine gibt Fülle, die Tomate Säure. Rauchig, fruchtig, samtig, und die Schärfe bleibt so zurückhaltend, dass auch empfindliche Zungen mitkommen.
Das Piment d'Espelette ist mit 0,04 Prozent kaum mehr als eine Signatur. Es brennt nicht, es wärmt nur, und es bringt jenen fruchtig-rauchigen Ton mit, für den das Baskenland bekannt ist. Wer echte Schärfe erwartet, wird sie hier nicht finden, und das ist Absicht, denn sie würde den Piquillo übertönen, um den es eigentlich geht.
Aufs Brot, zu Fisch und zum Ei
Unter unseren Gemüseaufstrichen und Cremes ist die Tartine au Pays Basque die sonnigste, und wahrscheinlich die alltagstauglichste dazu.
Auf jeder Art von Brot macht sie sich gut, gern mit ein paar grünen Oliven darauf. Zu gebratenem Fisch und zu Sardinen aus der Dose ist sie wie gemacht, und über ein Rührei gelöffelt wird aus dem Frühstück eine Piperade in Kurzfassung. Unser Tipp: ein Löffel in eine Tomatensauce gerührt, das gibt ihr Tiefe und Röstaroma auf einen Schlag.
Sie enthält Honig, ist also vegetarisch und nicht vegan.
Zwei Seiten einer Grenze
Das Baskenland reicht über die Pyrenäen hinweg, und dieser Aufstrich holt sich von beiden Seiten etwas. Der Piquillo stammt ursprünglich aus Navarra im spanischen Teil, das Piment d'Espelette aus dem Dorf Espelette im französischen, wo es seit 2000 als AOP geschützt ist.
Gekocht wird beides weit davon entfernt, nämlich in Saint-André-de-Sangonis im Hérault. Dort betreibt Stéphane Strobl seit 2015 seine Conserverie, in der rund zehn Leute von Hand schneiden und in Kesseln kochen, ohne Konservierungsstoffe, ohne Farbstoffe, ohne künstliche Aromen.
Angefangen hat er 2005 im Nachbardorf Saint-Pons-de-Mauchiens, in der Rue de la Traversette, die seiner Marke den Namen gab. Zuvor verkaufte er Korken an die Winzer der Region. Im Juni 2026 wurde er von der Handwerkskammer Hérault als Entrepreneur responsable ausgezeichnet.
Genusstipp
Zimmerwarm entfaltet sich das Röstaroma deutlich besser als direkt aus der Kälte. Nach dem Öffnen kühl stellen und binnen weniger Tage aufbrauchen. Dazu passt ein leichter Rotwein oder ein trockener Rosé. Wer weiterreisen mag, findet in der Reihe von Rue Traversette die Bretagne und die Provence gleich nebenan.