LR Pinot Noir Prestige Brut Nature von Griesel Sekt in kleiner Zahl
LR Pinot Noir Prestige Brut Nature 2020 von Griesel Sekt ist ein Blanc de Noirs aus reinem Spätburgunder, siebenundvierzig Monate auf der Hefe und ohne Dosage gefüllt, und von dieser spät degorgierten Partie gibt es nur 1.200 Flaschen.
LR Pinot Noir Prestige Brut Nature 2020 ist die lang gereifte Fassung des Spätburgunder-Sekts von Griesel Sekt aus Bensheim an der Hessischen Bergstraße. Die reguläre Füllung dieses Jahrgangs umfasst 3.000 Flaschen, für die LR blieben 1.200 länger im Keller liegen.
Rote Apfelschale, Wildkirsche und geröstete Nuss
Er duftet nach roter Apfelschale und Wildkirsche, dahinter stehen Brioche und ein Anflug gerösteter Nuss.
Am Gaumen arbeitet er druckvoll und bleibt dabei erstaunlich leicht auf den Beinen. Die Säure sitzt frisch, darunter liegt eine salzige Mineralität, und die Beerenfrucht bleibt bis zum Schluss erkennbar, ohne süßlich zu werden.
Thunfischtatar und Carpaccio stehen ihm gut, ebenso Sushi oder eine Poularde ohne schwere Sauce. Er verträgt kühles Servieren, sollte aber nicht direkt aus dem Eiswasser kommen, sonst verschließt sich die Frucht.
Weil er weder Zucker noch Holzsüße mitbringt, kommt er auch mit sauren Begleitern zurecht, mit einem Spritzer Limette über dem Fisch etwa oder mit eingelegtem Ingwer. An gebeiztem Lachs zeigt sich das besonders deutlich, denn dort trifft seine Säure auf die des Beizguts, ohne dass eine der beiden gewinnt.
Zwölfhundert Flaschen aus einer größeren Partie
Gelesen wurde im September 2020 von Hand, gepresst so behutsam, dass etwa die Hälfte des Mosts im Tank bleibt. Im Juli 2021 kam der Wein ungefiltert auf die Flasche, zusammen mit der Tirage für die zweite Gärung.
An diesem Punkt teilt sich die Partie, denn der größere Teil wurde nach gut drei Jahren degorgiert und kam als reguläre Prestige-Füllung in den Handel, während 1.200 Flaschen weiterlagen. Vergoren wurde zuvor spontan, mit den Hefen aus dem Weinberg, und im anschließenden biologischen Säureabbau verlor die Apfelsäure ihre Schärfe.
Sie verließen den Keller erst im Juni 2025, nach siebenundvierzig Monaten auf der Feinhefe. Wer zwei Jahrgangssekte nebeneinanderstellt, die sich nur in dieser Zeit unterscheiden, schmeckt sehr genau, was Warten bewirkt.
Spätburgunder ohne Beiwerk
Im Glas steht reiner Spätburgunder, weiß gekeltert, ohne Chardonnay oder Meunier zur Abrundung. Das ist ein Risiko, weil keine zweite Sorte kaschieren kann, was die erste nicht mitbringt.
Möglich wird es durch die Lage. An der Bergstraße stehen die Reben auf verwittertem Granit, welcher wenig Wasser speichert und die Erträge klein hält, und der kühle Zug aus dem Odenwald sorgt dafür, dass die Beeren ihre Säure behalten, während der Zucker steigt.
Zwei Fünftel der Grundweine reiften im Edelstahl, ein Viertel im Barrique, der Rest im großen Tonneau. Diese Mischung gibt dem Wein Struktur, ohne dass Holz die Frucht überdeckt, und sie ist bei den roten Sorten des Hauses die Regel.
Mit 7,2 Gramm Säure je Liter, ohne Dosage und ohne Schwefel beim Degorgieren bleibt am Ende nichts übrig, was Fehler verbergen könnte. Daneben stehen die reguläre Füllung desselben Jahrgangs und der LR Chardonnay aus 2020. Alle Flaschengärungen findest du bei den Schaumweinen.